
Umsätze im europäischen Fußball übersteigen 40 Milliarden Euro – Deloitte warnt vor verlangsamtem Wachstum und steigenden Verlusten
Die europäischen Klubfußballvereine erwirtschafteten in der Saison 2024/25 erstmals 40,2 Milliarden Euro. Doch der jährliche Bericht von Deloitte warnt: Die Sättigung des Spielplans und die steigenden Verluste gefährden die langfristige Nachhaltigkeit.
Umsatz-Meilenstein
Der europäische Fußball hat in der Saison 2024/25 erstmals die Schwelle von 40 Milliarden Euro Umsatz überschritten, so der 35. Annual Review of Football Finance von Deloitte. Die Gesamtsumme von 40,2 Milliarden Euro stieg gegenüber den 38 Milliarden Euro des Vorjahres. Die Wachstumsschätzungen variierten: Reuters und The Guardian berichteten von einem Anstieg um 6 %, während die New York Times und der Irish Examiner 13 % Wachstum nannten. Die fünf großen Ligen (Premier League, Bundesliga, LaLiga, Serie A, Ligue 1) steuerten 21,6 Milliarden Euro zu dieser Summe bei.
Dominanz der Premier League und Verluste
Die Premier League blieb die umsatzstärkste Liga Europas: Die Klubs erzielten Einnahmen von 6,8 Milliarden Pfund (8,1 Milliarden Euro), ein Anstieg von 8 %, getrieben durch Europapokal-Teilnahmen, höhere Ticketpreise und erweiterte Stadionkapazitäten. Deloitte erwartet, dass diese Zahl in der Saison 2025/26 die 7 Milliarden Pfund übersteigen wird. Die Vorsteuerverluste schnellten jedoch von 135 Millionen Pfund auf 948 Millionen Pfund in die Höhe – ein Anstieg von 600 %, der auf hohe Transferausgaben und fehlende gewinnbringende Spielerverkäufe zurückgeführt wird. Die Nettoverschuldung stieg leicht auf 3,6 Milliarden Pfund.
- Premier League
- 8.1 Mrd. €
- LaLiga
- 4.1 Mrd. €
- Bundesliga
- 4 Mrd. €
- Serie A
- 3 Mrd. €
- Ligue 1
- 2.2 Mrd. €
Unterschiedliches Bild in Europa
Die deutsche Bundesliga durchbrach erstmals die 4-Milliarden-Euro-Marke mit einem Wachstum von 12 %, während Spaniens LaLiga 4,1 Milliarden Euro erzielte; Real Madrid und Barcelona trugen 52 % dieser Summe bei. Die italienische Serie A verzeichnete ein bescheidenes Plus von 4 % auf 3 Milliarden Euro. Die französische Ligue 1 verzeichnete einen Rückgang von 15 % auf 2,2 Milliarden Euro, da die kommerziellen Einnahmen um 0,4 Milliarden Euro sanken. Die englische zweitklassige Championship verzeichnete ihren ersten Umsatzrückgang seit der Pandemie: minus 2 % auf 942 Millionen Pfund, während die Vorsteuerverluste um 12 % auf 355 Millionen Pfund stiegen und nur drei Klubs einen Gewinn auswiesen.
Warnungen zur Nachhaltigkeit
Tim Bridge, Lead Partner bei Deloittes Sports Business Group, mahnte, dass das Hinzufügen weiterer Spiele zu einem bereits vollen Kalender keine nachhaltige Wachstumsstrategie sei.
Der Bericht fordert einen gemeinsamen Plan, um die Dominanz des europäischen Fußballs im Wettbewerb mit US-Sportarten und anderen Unterhaltungsangeboten zu erhalten.Ein zunehmend gesättigter Markt könnte weder für Spieler noch für Fans gut sein, insbesondere wenn er das Spiel auf dem Platz schwächt. Dieser Ansatz, ohne ein gemeinsames Denken aller Rechteinhaber, riskiert, kurzfristige Gewinne über langfristigen Wohlstand zu stellen.
Zukunftsprognosen und regulatorischer Druck
Deloitte prognostiziert, dass die Gesamteinnahmen des europäischen Fußballs in der Saison 2025/26 auf 44 Milliarden Euro und in der Saison 2026/27 auf 45,7 Milliarden Euro steigen könnten, warnt jedoch davor, dass die Einnahmen auf Klubebene stagnieren oder sogar sinken könnten. Bridge betonte die Notwendigkeit einer stärkeren Kommerzialisierung und eines nachhaltigen Wachstums und merkte an, dass die festgefahrenen Gespräche über eine gerechtere Aufteilung der TV-Einnahmen zwischen der Premier League und der English Football League durch die unabhängige Fußballregulierungsbehörde des Vereinigten Königreichs vorangebracht werden könnten, die über Eingriffsbefugnisse zur Durchsetzung einer Einigung verfügt.
- 2024/25
- 40.2 Mrd. €
- 2025/26
- 44 Mrd. €
- 2026/27
- 45.7 Mrd. €
Bevorstehende regulatorische Änderungen könnten zukünftige Verbesserungen unterstützen, doch der Fokus muss jetzt auf einer stärkeren Kommerzialisierung und nachhaltigem Wachstum liegen, oder einem Plan, die Lücke zur Premier League zu schließen, um den enormen Wert im Fußball auf allen Ebenen zu erschließen.


