
Schweiz bezwingt Kolumbien im Elfmeterschießen und erreicht erstes WM-Viertelfinale seit 1954
Die Schweiz besiegte Kolumbien nach einem torlosen Unentschieden in Vancouver mit 4:3 im Elfmeterschießen und zog zum ersten Mal seit 72 Jahren ins WM-Viertelfinale ein, wo sie auf den Titelverteidiger Argentinien trifft.
Begegnung mit wenigen Chancen
Das Achtelfinale im BC Place in Vancouver war eine angespannte, taktische Angelegenheit, bei der sich beide Seiten über 120 Minuten neutralisierten. Kolumbien, von einem Meer gelber Trikots unterstützt, begann schwungvoll und Gustavo Puerta erzwang in der 21. Minute eine hervorragende Flugparade von Gregor Kobel. Die Schweiz antwortete durch Fabian Rieder, dessen Schuss von Camilo Vargas abgewehrt wurde. Die Schweizer erlitten vor dem Anpfiff einen Rückschlag, als der Durchstarter Johan Manzambi aufgrund einer Knieprellung ausfiel.
Die zweite Hälfte und die Verlängerung brachten weitere knappe Gelegenheiten. Dan Ndoye zog einen flachen Schuss in der Nachspielzeit knapp am Tor vorbei, und Jhon Lucumís Kopfball prallte gegen die Latte. Jaminton Campaz vergab dann eine goldene Eins-gegen-Eins-Chance, als er den Ball über die Latte zirkelte, während nur Kobel zu bezwingen war.
- Gustavo Puertas Schlenzer aus 18 Yards von Gregor Kobel gehalten.
- Fabian Rieders Schuss von Camilo Vargas weggefaustet.
- Granit Xhaka hebt einen Schuss aus kurzer Distanz über die Latte.
- Dan Ndoye zieht einen flachen Schuss knapp am langen Pfosten vorbei.
- Jhon Lucumís Kopfball prallt nach einer Ecke gegen die Latte.
- Jaminton Campaz schießt über das Tor, als nur Kobel zu bezwingen war.
- Davinson Sánchez trifft Latte; Kobel hält gegen Cucho Hernández; Ruben Vargas erzielt Siegtreffer.
Elfmeterdrama
Da die Null stand, ging das Spiel ins Elfmeterschießen. Kolumbiens Davinson Sánchez donnerte seinen Elfmeter gegen die Latte, und Kobel hielt den Versuch von Juan Camilo „Cucho“ Hernández. Auch der Schweizer Manuel Akanji vergab, schoss über das Tor, aber Ruben Vargas verwandelte ruhig den entscheidenden Elfmeter und schickte die Schweizer weiter.
Jetzt spielen wir gegen den amtierenden Meister. Das ist eine einmalige Gelegenheit für uns. Man hat jedoch gesehen, dass Argentinien nicht unbesiegbar ist.
Kolumbiens Angriffssorgen
Kolumbien scheidet aus dem Turnier aus, nachdem es in sechs Spielen nur fünf Tore aus 69 Schüssen erzielt hat. Trotz Ballbesitz und Torchancen mangelte es den Südamerikanern an der Durchschlagskraft. Luis Díaz, ihr Starflügelspieler, erzielte während der gesamten WM nur ein Tor, während Spielmacher James Rodríguez weder Tor noch Vorlage gelang. Trainer Nestor Lorenzo weigerte sich, seinen Spielern die Schuld zu geben.
Es gibt nichts vorzuwerfen, einfach, dass der Ball manchmal reingeht und manchmal nicht. Diese WM hat eine beeindruckende Qualität der Torhüter gezeigt.
- Schüsse insgesamt
- 69
- Tore
- 5
Wie es weitergeht
Die Schweiz trifft am Samstag im Arrowhead Stadium in Kansas City, Missouri, auf den Titelverteidiger Argentinien. Argentinien zog nach einem dramatischen 3:2-Comeback-Sieg gegen Ägypten ein, bei dem Lionel Messi ein Tor schoss und vorbereitete. Die Schweizer, die zum ersten Mal seit dem eigenen Turnier 1954 im Viertelfinale stehen, wollen ihre widerstandsfähige Serie gegen den Titelträger fortsetzen.


