
Schweiz besiegt Kolumbien im Elfmeterschießen und erreicht erstes WM-Viertelfinale seit 1954
Ein 4:3-Erfolg im Elfmeterschießen gegen Kolumbien nach torlosen 120 Minuten bringt die Schweiz erstmals seit 72 Jahren ins WM-Viertelfinale. In Kansas City wartet Lionel Messis Argentinien.
Die Schweiz hat ihre 72-jährige Wartezeit auf ein WM-Viertelfinale beendet. Sie besiegte Kolumbien nach einem torlosen 0:0 in Vancouver mit 4:3 im Elfmeterschießen. Der Sieg bereitet den Weg für ein Duell mit Titelverteidiger Argentinien und seinem Star Lionel Messi, der im Turnier bereits acht Tore erzielt hat.
Elfmeter-Drama im BC Place
Nach 120 Minuten zähen Fußballs wurde die Partie vom Punkt aus entschieden. Kolumbiens Davinson Sanchez traf mit seinem Versuch die Latte, und der Schweizer Torhüter Gregor Kobel hielt den vierten Elfmeter von Cucho Hernandez. Manuel Akanji vergab für die Schweiz, aber Ruben Vargas trat als fünfter Schütze an und verwandelte entscheidend, was wilde Jubelszenen auslöste.
Ich habe es immer noch nicht ganz realisiert. Ich wusste heute nicht einmal, ob ich spielen kann, und wir haben alles versucht. Im Nachhinein bin ich einfach dankbar und glücklich, dass ich der Mannschaft helfen konnte. Sie haben über 120 Minuten gearbeitet und gekämpft. Jetzt haben wir Geschichte geschrieben, und es ist einfach großartig!
- Gregor Kobel pariert den Schlenzer von Gustavo Puerta
- Granit Xhaka wirft Wasserflasche, dann sammelt er Teamkollegen
- Djibril Sow eingewechselt; Schweiz übernimmt mehr Kontrolle
- Jhon Lucumi köpft für Kolumbien an die Latte
- Zeki Amdouni vergibt eine Chance für die Schweiz
- Jaminton Campaz nutzt Xhaka-Fehler nicht
- Davinson Sanchez trifft Latte; Manuel Akanji vergibt; Kobel hält gegen Hernandez; Ruben Vargas verwandelt Siegtreffer
Xhakas Weckruf
Kapitän Granit Xhaka zeigte früh seine Führungsqualitäten. Frustriert über einen schwachen Start warf er während einer Trinkpause in der ersten Halbzeit eine Wasserflasche zu Boden und sammelte seine Teamkollegen zu einer leidenschaftlichen Ansprache. Die Wirkung war sofort: Die Schweiz zeigte ihre beste Phase der Halbzeit, Fabian Rieder und Dan Ndoye kamen beide der Führung nahe.
Heute waren ein unglaublicher Kampf, Cleverness und Geduld nötig. Endlich konnten wir den Elfmeterfluch brechen. Ich bin unheimlich glücklich für alle – die Spieler, das Team und die Fans zu Hause. Die Emotionen sind unglaublich.
Historischer Durchbruch
Die Schweiz hatte seit dem eigenen Turnier 1954 kein WM-Viertelfinale mehr erreicht. Das Team war zuvor mehrfach im Achtelfinale gescheitert, darunter 2014 mit einer 1:0-Niederlage nach Verlängerung gegen Argentinien. Diesmal lieferte eine Mannschaft, die vor dem Turnier als vielleicht beste Schweizer Generation aller Zeiten bezeichnet wurde, das lang ersehnte Ergebnis.
Jeder weiß, dass wir Geschichte schreiben und in der Schweiz eine Sensation auslösen können. Alle feuern uns an und wir wollen etwas zurückgeben.
Argentinien wartet
Das Viertelfinale wird in Kansas City, Missouri, in den frühen Morgenstunden des Sonntags, 12. Juli (03:00 MESZ) ausgetragen. Titelverteidiger Argentinien mühte sich durch seine K.o.-Spiele, brauchte Verlängerung, um Kap Verde mit 3:2 zu besiegen und lag gegen Ägypten bereits 0:2 zurück, ehe man noch 3:2 gewann. Messi jedoch ist mit bereits acht Toren in bestechender Form.
Der Weg voraus
Sollte die Schweiz eine weitere Überraschung schaffen, ist der Weg ins Finale vorgezeichnet: ein Halbfinale in Atlanta am 15. Juli, ein Spiel um Platz drei in Miami am 18. Juli und das Finale in New York City am 19. Juli.
- Viertelfinale gegen Argentinien in Kansas City
- Halbfinale in Atlanta (falls qualifiziert)
- Spiel um Platz drei in Miami (falls qualifiziert)
- Finale in New York City (falls qualifiziert)


