Gesundheit & Bildung · Basel und Bern
Hitzetote in der Schweiz im Sommer 2026 auf rund 1.260 geschätzt – deutlich mehr als die früheren 600
Das Swiss TPH beziffert die vorläufige Zahl der hitzebedingten Todesfälle von Mai bis August auf 1.257, etwa 85 Prozent davon waren 75 Jahre oder älter. Die endgültigen Zahlen sollen im Frühjahr 2027 vorliegen.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von Le Temps, watson.ch/ und Neue Zürcher Zeitung. Veröffentlicht . So entsteht er
Für MitgliederDie ersten 30 Sekunden zum Probehören. Synthetische Stimme (KI).
Kurz gefasst
Das Swiss TPH schätzt 1.257 Todesfälle zwischen Anfang Mai und Ende August 2026, was 5,5 Prozent aller Todesfälle in diesem Zeitraum entspricht.
Etwa 85 Prozent der geschätzten Hitzetoten waren 75 Jahre oder älter, wie aus den von Le Temps und Watson zitierten Swiss-TPH-Zahlen hervorgeht.
Watson nennt 485 Todesfälle an Tagen mit 25 bis 27 Grad und 400 an Tagen über 27 Grad, gemessen an den Tagesmitteltemperaturen.
Laut NZZ beruhte die frühere Zahl von rund 600 auf einer Berechnung der Übersterblichkeit, die unter anderen Ursachen verborgene Hitzetote übersah.
- September 2026Der Bundesrat kündigt eine erwartete Übersterblichkeit von rund 570 Menschen über 65 Jahren an
- 5.11.Vorläufige Schätzung von rund 1.257 Hitzetoten veröffentlicht
- Frühjahr 2027Endgültige Zahlen einschließlich September und Aufschlüsselungen nach Alter, Geschlecht, Region und Kanton
Schätzung für den Sommer
Das Schweizerische Tropen- und Public-Health-Institut (Swiss TPH) schätzt, dass die Hitze zwischen Anfang Mai und Ende August 2026 in der Schweiz 1.257 Todesfälle verursacht hat. Die Zahl stammt aus einer vorläufigen Analyse, die für das Bundesamt für Gesundheit (BAG) erstellt wurde, und entspricht 5,5 Prozent aller in diesen vier Monaten registrierten Todesfälle, also etwa 14 Todesfällen pro 100.000 Einwohner. Watson und die NZZ runden die Zahl auf etwa 1.260, während die Schlagzeile von Le Temps 1.247 nennt, obwohl im Text selbst 1.257 steht. Der September, der ebenfalls ungewöhnlich heiß war, ist in der Schätzung nicht enthalten. Der Bundesrat hatte bereits im September erklärt, es sei mit einer Übersterblichkeit von rund 570 Menschen über 65 Jahren zu rechnen.
Wer betroffen war
Ältere Menschen trugen die Hauptlast. Nach den vom Swiss TPH veröffentlichten und von Le Temps und Watson zitierten Zahlen waren etwa 85 Prozent der geschätzten Hitzetoten 75 Jahre oder älter. Rund sieben von zehn Todesfällen wurden Tagen mit einer Tagesmitteltemperatur von mindestens 25 Grad zugerechnet. Watson nennt die Aufteilung mit 485 Todesfällen an heißen Tagen zwischen 25 und 27 Grad und 400 an sehr heißen Tagen über 27 Grad. Diese Schwellen entsprechen den Hitzewarnstufen drei und vier von MeteoSchweiz, und Le Temps berichtet, das Institut bezeichne Hitze als die tödlichste Naturgefahr der Schweiz.
- Heiße Tage, 25 bis 27 Grad
- 485 Todesfälle
- Sehr heiße Tage, über 27 Grad
- 400 Todesfälle
Daten aus dem Artikeltext
Warum die Schätzung stieg
Die frühere Zahl von rund 600 stammte aus einer Berechnung der Übersterblichkeit, bei der die Todesfälle eines Sommers mit denen vergleichbarer Monate früherer Jahre verglichen werden. Laut NZZ übersah diese Methode Hitzetote, die unter anderen Todesursachen wie Krebs verborgen blieben. Der neue Ansatz schätzt Monat für Monat den Anteil der Todesfälle, der sich auf die Hitze zurückführen lässt, anhand von Sterberaten und Temperaturen. Martina Ragettli, Leiterin der Forschungsgruppe Klima und Gesundheit am Swiss TPH, sagt, die Hitzewelle von 2003 habe die Schweiz weniger vorbereitet angetroffen als heute.
„2003 traf die Hitzewelle das Land noch relativ unvorbereitet.“
Sie führt einen Teil des Unterschieds auf kantonale Hitzeschutzpläne und ein größeres öffentliches Bewusstsein zurück und argumentiert, ohne diese Maßnahmen wäre die Bilanz dieses Jahres noch höher ausgefallen.
„Ich gehe davon aus, dass wir ohne solche Maßnahmen in diesem Jahr noch mehr Hitzetote gehabt hätten.“
Vergleich mit 2003
Die NZZ berichtet, die neuen Zahlen zeigten nicht mehr Hitzetote als im Sommer 2003, obwohl die Temperaturen in Mitteleuropa diesmal höher lagen. Watson beschreibt die Schätzung als in einer ähnlichen Größenordnung wie 2003, hält einen direkten Vergleich aber noch nicht für möglich. Die Analyse für 2026 umfasst nur Mai bis August, während die historischen Referenzwerte bis Ende September reichen. Die NZZ schreibt zudem, die Sommerbilanz liege deutlich höher als zuvor angenommen.
- Frühere Schätzung (rund)
- 600 Todesfälle
- Vorläufige Schätzung des Swiss TPH
- 1257 Todesfälle
Daten aus dem Artikeltext
Wie es weitergeht
Die endgültigen Zahlen sollen im Frühjahr 2027 vorliegen, dann wird der September einbezogen und es wird Aufschlüsselungen nach Altersgruppe, Geschlecht, Großregion und Kanton geben. Le Temps zufolge will das Swiss TPH im Frühjahr eine genauere Studie veröffentlichen. Die Schätzung beruht auf gemessenen Tagesmitteltemperaturen von MeteoSchweiz und vorläufigen Sterbedaten des Bundesamts für Statistik. Die folgende Zeitleiste zeigt die wichtigsten Schritte bisher.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- Le TempsDer Hitzesommer 2026 forderte in der Schweiz mindestens tausend Opfer, die schlimmste Bilanz seit 2003L'été caniculaire 2026 a fait au moins un millier de victimes en Suisse, le pire bilan depuis 2003 · Original auf Französisch
- watson.ch/Hitzesommer 2026 forderte in der Schweiz rund 1260 Todesopfer
- Neue Zürcher Zeitung1260 statt 600: Warum die Schweiz die Zahl der Hitzetoten unterschätzt hat
Pollar ist kostenlos und ohne Werbung im Text. Getragen wird es von seinen Mitgliedern.
Pollar unterstützen