Am ersten Tag der zwischen den USA und dem Iran vereinbarten Waffenruhe haben massive israelische Luftangriffe im Libanon zu einer erheblichen Belastung des Abkommens geführt. Nach Angaben lokaler Behörden kamen dabei am Mittwoch mehr als 250 Menschen ums Leben. Die auf zwei Wochen befristete Vereinbarung war erst am Vorabend unter Vermittlung Pakistans zustande gekommen.
Gefährdete Waffenruhe
Das zweiwöchige Abkommen zwischen Washington und Teheran steht nach schweren israelischen Luftangriffen im Libanon vor dem Scheitern.
Disput über Libanon
Während Pakistan und der Iran den Libanon als Teil der Waffenruhe sehen, bestreitet US-Vizepräsident JD Vance eine solche Zusage.
Straße von Hormus
Der Iran hat die wichtige Schifffahrtsroute für Öltanker als Reaktion auf die Angriffe erneut gesperrt und fordert Reparationszahlungen.
Verhandlungen in Islamabad
Trotz der Eskalation ist der Beginn von Friedensgesprächen am Samstag unter Leitung von JD Vance und Jared Kushner geplant.
Eine am Dienstagabend, dem 7. April 2026, kurz vor Ablauf eines Ultimatums von Präsident Donald Trump geschlossene zweiwöchige Waffenruhe zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran ist bereits am ersten Tag unter hohen Druck geraten. Auslöser war eine massive israelische Luftoffensive gegen den Libanon, die von Beobachtern als schwerster Angriff der letzten Jahre beschrieben wurde und mehr als 250 Todesopfer forderte. Die Vereinbarung war unter Vermittlung des pakistanischen Premierministers Shehbaz Sharif zustande gekommen, der auf sozialen Medien erklärte, beide Seiten hätten einem „sofortigen Waffenstillstand an allen Orten, einschließlich des Libanon und anderswo“ zugestimmt. Während Trump eine „bilaterale Waffenruhe“ für zunächst zwei Wochen verkündete und die Verhandlungen als „sehr weit fortgeschritten“ bezeichnete, beanspruchten sowohl Washington als auch Teheran den Erfolg für sich. Die Ruhe wurde jedoch von großer Unsicherheit begleitet, da widersprüchliche Angaben über die genauen Vertragsinhalte vorlagen. Statt der erhofften Entspannung prägte neue Gewalt die ersten Stunden der Kampfpause.Die Vereinigten Staaten und Israel hatten am 28. Februar 2026 koordinierte Angriffe gegen den Iran begonnen, bei denen unter anderem das langjährige geistliche Oberhaupt Ali Khamenei getötet wurde. Der Konflikt löste im gesamten Nahen Osten erhebliche Verwerfungen aus und führte zu Turbulenzen in der Weltwirtschaft; der IWF warnte vor einer Senkung seiner Prognosen. Im Libanon sind laut France 24 seit Beginn der israelischen Luftangriffe und der Bodeninvasion im vergangenen Monat mehr als 1.700 Menschen ums Leben gekommen. Die Waffenruhe wäre, sofern sie Bestand hat, die erste formelle Unterbrechung der Feindseligkeiten seit Kriegsbeginn. Hunderte Tote im Libanon am ersten Tag der WaffenruheAm Mittwoch, dem 8. April, führten israelische Streitkräfte in weniger als zehn Minuten fast einhundert Luftschläge aus, wie El Confidencial berichtete. Die Angriffe trafen Beirut, den Südlibanon und die Bekaa-Ebene bei Tageslicht. Das libanesische Gesundheitsministerium gab mindestens 182 Tote und fast 900 Verletzte an, während andere Quellen von bis zu 254 Todesopfern an einem einzigen Tag sprachen. Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, bezeichnete das Ausmaß des Blutvergießens als „entsetzlich“. Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu erklärte, Israel bleibe bereit, dem Iran entgegenzutreten, und habe weiterhin „Ziele zu erfüllen“. Die israelische Armee gab an, das Ziel der Entwaffnung von Hisbollah im Libanon weiter zu verfolgen. Ein Augenzeuge nahe der Corniche al-Mazraa in Beirut beschrieb das Chaos.„Die Menschen rannten in alle Richtungen, und Rauch stieg in Säulen auf.” — Ali Younes via France 24254 (Tote) — gemeldete Todesopfer im Libanon am ersten Tag der Waffenruhe Disput zwischen Washington und Teheran über Geltungsbereich im LibanonDer zentrale Streitpunkt, der das Abkommen zu Fall bringen könnte, ist die Frage, ob der Libanon Teil der Waffenruhe ist. US-Vizepräsident JD Vance dementierte dies am Mittwoch nach einem Treffen mit dem ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán in Budapest entschieden.„Ich glaube, die Iraner dachten, der Waffenstillstand schließe den Libanon ein, aber das war nicht der Fall. Wir haben dieses Versprechen nie gegeben. Wir haben nie angedeutet, dass dies so sein würde.” — JD Vance via The New York TimesVance fügte hinzu, dass es letztlich die Entscheidung des Iran sei, falls dieser die Verhandlungen wegen des Libanon scheitern lasse, was er als „dumm“ bezeichnete. Die iranische Position weicht davon deutlich ab. Mohammad Bagher Ghalibaf, Sprecher des iranischen Parlaments, erklärte, die „tragfähige Verhandlungsgrundlage“ sei bereits verletzt worden, was weitere Gespräche „unvernünftig“ mache. Er verwies auf das „tiefe historische Misstrauen“ gegenüber den USA aufgrund „wiederholter Verletzungen von Verpflichtungen“. Ghalibaf bezog sich explizit auf die erste Klausel eines 10-Punkte-Plans, der eine Waffenruhe im Libanon vorgesehen habe. Zusätzliche Komplikationen ergaben sich durch einen Bericht der Financial Times, wonach die Ankündigung von Premierminister Sharif – die den Libanon erwähnte – möglicherweise vom Weißen Haus selbst entworfen wurde, wobei Sharif versehentlich eine Zeile mit dem Hinweis „Entwurf -- Nachricht des pakistanischen PM auf X“ in der ursprünglichen Fassung übernommen habe.„Wenn der Iran diese Verhandlungen wegen des Libanon scheitern lassen will, der mit ihnen nichts zu tun hat und von dem die Vereinigten Staaten nie sagten, er sei Teil der Waffenruhe, dann ist das letztlich deren Entscheidung.” — JD Vance via France 24 Streit um Straße von Hormus und Atombestände belastet Weg nach IslamabadNeben der Libanon-Frage bleiben die Bedingungen für die Durchfahrt durch die Straße von Hormus umstritten. Während Washington die freie Schifffahrt forderte, kündigte Teheran an, nur eine begrenzte Anzahl an Schiffen pro Tag unter militärischer Kontrolle passieren zu lassen und forderte Durchfahrtsgebühren als Kriegsreparationen. Trump erklärte gegenüber ABC, die USA und der Iran könnten die Gebühren – etwa zwei Millionen Dollar pro Fahrt – gemeinsam verwalten. Der Iran reagierte auf die israelischen Angriffe im Libanon zudem mit der erneuten Sperrung der Passage für Öltanker. Ein weiteres Problem für die geplanten Friedensgespräche in Islamabad sind die iranischen Uranbestände. Laut El País sind über 450 Kilogramm hochangereichertes Uran nicht auffindbar. JD Vance soll die Gespräche in Islamabad ab Samstag leiten, begleitet von Steve Witkoff und Jared Kushner. Der IWF mahnte die Regierungen zur Vorsicht, da der Konflikt die globalen Wirtschaftsprognosen bereits gedrückt habe.Wichtige Ereignisse der US-iranischen Waffenruhe: — ; — ; — ; —
Mentioned People
- Donald Trump — 47. prezydent Stanów Zjednoczonych
- JD Vance — 50. wiceprezydent Stanów Zjednoczonych
- Shehbaz Sharif — premier Pakistanu
- Mohammad Bagher Ghalibaf — przewodniczący Parlamentu Iranu
- Steve Witkoff — specjalny wysłannik USA
- Jared Kushner — były starszy doradca i członek delegacji USA
Sources: 19 articles
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