Volkswagen verhandelt einem Bericht zufolge mit dem israelischen Rüstungskonzern Rafael Advanced Defence Systems über eine Neuausrichtung des Werks Osnabrück. Dort könnten statt Autos künftig Komponenten für das Luftabwehrsystem Iron Dome entstehen. Ziel ist es, alle gefährdeten Arbeitsplätze im Werk Osnabrück zu erhalten, wenn die Fahrzeugproduktion Ende 2027 ausläuft.
Verhandlungen über Umbau des Werks
Volkswagen spricht mit Rafael Advanced Defence Systems über eine Umstellung des Werks Osnabrück auf die Produktion von Komponenten für Iron Dome.
2.300 Arbeitsplätze sollen erhalten bleiben
Mit dem Projekt sollen alle 2.300 Stellen am Standort gesichert werden, obwohl die Autoproduktion dort Ende 2027 auslaufen soll.
Belegschaft muss zustimmen
Ein Start der Produktion innerhalb von 12 bis 18 Monaten ist nur möglich, wenn die Beschäftigten den Wechsel in die Rüstungsfertigung mittragen.
Bundesregierung unterstützt Vorhaben
Nach einem weiteren von der Financial Times zitierten Informanten unterstützt die Bundesregierung den Plan aktiv.
Teil einer breiteren industriellen Neuausrichtung
Der Fall gilt als besonders sichtbares Beispiel für die Annäherung der deutschen Autoindustrie an den expandierenden Verteidigungssektor.
Volkswagen verhandelt mit dem israelischen Rüstungsunternehmen Rafael Advanced Defence Systems über einen Umbau des Werks Osnabrück von der Automobilproduktion zur Fertigung von Komponenten für das Luftabwehrsystem Iron Dome. Darüber berichtete die Financial Times am 24. März 2026. Der geplante Umbau des niedersächsischen Standorts, an dem derzeit 2,300 (workers) — gefährdete Arbeitsplätze im Werk Osnabrück bestehen, zielt darauf, sämtliche Stellen an einem Werk zu sichern, das von der Schließung bedroht ist, weil die Autoproduktion dort bis Ende 2027 auslaufen soll. Nach dem Plan würde das Werk schwere Lastwagen für den Transport von Raketen, Abschussvorrichtungen und Stromgeneratoren herstellen, nicht jedoch die Abfangraketen selbst. Nach Angaben einer zweiten von der Financial Times zitierten Quelle unterstützt die Bundesregierung das Vorhaben aktiv. Die in Osnabrück produzierten Systeme sollen an europäische Regierungen vermarktet werden, die ihre Luftverteidigung verstärken wollen.
Beschäftigte müssen über den Wechsel in die Rüstungsproduktion abstimmen Die Fertigung von Iron-Dome-Komponenten im Werk Osnabrück könnte innerhalb von 12 bis 18 Monaten beginnen. Voraussetzung ist nach Angaben einer mit den Plänen vertrauten Person, die von der Financial Times zitiert wurde, allerdings, dass die Belegschaft dem Wechsel in die Rüstungsfertigung zustimmt. Eine Quelle bezeichnete den Finanzbedarf als vergleichsweise überschaubar. „Für die Umstellung wird etwas Geld benötigt, aber das ist vergleichsweise unkompliziert” — Anonymous source via Financial Times Dieselbe Quelle sagte, das Konzept bestehe darin, „bewährte Verteidigungstechnologie mit deutscher Industrieproduktion zu verbinden“. Eine weitere Quelle betonte, dass die Entscheidung für die Beschäftigten auch eine persönliche Dimension habe. „Das Potenzial ist enorm. Aber für die Beschäftigten ist es auch eine individuelle Entscheidung, ob sie Teil dieses Projekts sein wollen” — Anonymous source via Financial Times Rafael plant zudem den Aufbau eines gesonderten Standorts in Deutschland eigens für die Raketenproduktion, da diese Komponenten eine spezialisierte Fertigungsstätte erfordern. Die Financial Times berichtete, Deutschland sei auch deshalb als Produktionsstandort ausgewählt worden, weil es als einer der engsten Unterstützer Israels in Europa gelte und weil die Bundesregierung darauf dränge, ungenutzte Industriekapazitäten einzusetzen.
Die Hinwendung von VW zur Rüstungsindustrie erinnert an die Kriegsproduktion der Vergangenheit Die Zusammenarbeit mit Rafael wäre für Volkswagen eine weitreichende Rückkehr in den Rüstungssektor, in dem der Konzern historisch tief verwurzelt ist und dessen Vergangenheit umstritten ist. Im Zweiten Weltkrieg produzierte Volkswagen Militärfahrzeuge und die fliegende Bombe V1 für Adolf Hitlers Wehrmacht. Das Werk Osnabrück geht ursprünglich auf den Kleinserienhersteller Karmann zurück. Volkswagen ist über ein Gemeinschaftsunternehmen seiner Tochter MAN mit dem deutschen Rüstungskonzern Rheinmetall, das Militärlastwagen produziert, bereits heute in der Rüstungsfertigung präsent. Nach Darstellung der Financial Times wäre der vorgeschlagene Deal das bislang prominenteste Beispiel dafür, dass die angeschlagene deutsche Autoindustrie Partnerschaften mit dem rasch wachsenden Verteidigungssektor sucht. Die Gewinne in der deutschen Automobilindustrie sind unter dem Druck wachsender chinesischer Konkurrenz und des schwierigen Übergangs zur Elektromobilität stark eingebrochen. Rafaels Interesse am europäischen Absatzmarkt wird durch die breite Aufrüstung in Europa nach Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine getrieben; Luftverteidigung gehört für viele Regierungen zu den höchsten Prioritäten. Deutschland selbst plant nach Angaben der Financial Times, bis zum Ende des Jahrzehnts mehr als 500 (billion euros) — geplante deutsche Verteidigungsinvestitionen bis zum Ende des Jahrzehnts in die Verteidigung zu investieren.
Europäische Aufrüstung treibt die Nachfrage nach Iron-Dome-Systemen Die Gespräche in Osnabrück stehen für eine breitere Neuordnung der europäischen Industriepolitik. Regierungen drängen Hersteller dazu, Kapazitäten angesichts erhöhter Sicherheitsbedenken in Richtung Verteidigungsproduktion umzulenken. Das Werk in Niedersachsen suchte nach einer tragfähigen Zukunft, nachdem Volkswagen angekündigt hatte, die dortige Automobilproduktion einschließlich des Modells T-Roc im Rahmen eines Sparprogramms schrittweise auslaufen zu lassen. Das Ziel, alle 2.300 Arbeitsplätze an dem Standort zu erhalten, gilt nach Angaben von mit den Gesprächen vertrauten Personen als zentraler Grund für die Attraktivität des Vorschlags. Eine Quelle sagte der Financial Times, der Anspruch gehe über den reinen Erhalt von Arbeitsplätzen hinaus. „Das Ziel ist, alle zu retten und sogar Wachstum zu erzeugen” — Anonymous source via Financial Times Volkswagen reagierte bis zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht auf eine Anfrage der Financial Times. Sollte die Vereinbarung zustande kommen, würde das Werk Osnabrück zu einem der sichtbarsten Symbole für die industrielle Neuausrichtung Deutschlands hin zur Rüstungsproduktion im Sicherheitsumfeld nach dem Ukraine-Krieg werden.
Volkswagen Osnabrück — Weg zum Umbau: — ; — ; —
Sources: 5 articles
- Volkswagen estudia dar el salto al sector de defensa y ya negocia con un fabricante israelí (El Confidencial)
- Un retour de Volkswagen dans le militaire: le constructeur serait en négociations avec le fabricant du dôme de fer israélien pour se lancer dans l'anti-aérien (BFMTV)
- Ft, Volkswagen tratta con azienda israeliana per produrre componenti Iron Dome - Industria e Analisi - Ansa.it (ANSA.it)
- VW-Werk in Osnabrück soll auf Rüstungsproduktion umstellen (Focus)
- Der Börsen-Tag: VW will für Israels "Iron Dome" produzieren (N-tv)
- Volkswagen denkt über Produktion für Israels "Iron Dome" in Deutschland nach (watson.ch/)
- Dalle auto ai missili: Volkswagen tratta con Rafael per produrre pezzi per l'Iron Dome (La Repubblica.it)
- Volkswagen négocierait un accord de production avec le fabricant israélien du " Dôme de fer " (LesEchos.fr)
- Bericht über Verhandlungen: Stellt VW in Osnabrück bald Teile für den Iron Dome her? (Spiegel Online)
- Zulieferer für Raketenabwehr: Bericht: VW will Teile für israelischen "Iron Dome" produzieren (N-tv)