Die Aktien von Puig sind am Dienstag, 24. März, um 16 Prozent gestiegen. Auslöser war die Bestätigung von Puig und Estée Lauder, dass beide Unternehmen über einen möglichen Zusammenschluss sprechen. Ein Deal würde einen Luxus-Beautykonzern mit einem geschätzten Wert von rund 40 Milliarden Euro und einem Jahresumsatz von etwas mehr als 20 Milliarden Euro schaffen.
Puig-Aktie legt deutlich zu
Die Aktie von Puig stieg am Dienstag, 24. März, um 16 Prozent und verzeichnete damit den stärksten Handelstag seit dem Börsendebüt im Mai 2024.
Möglicher Konzern mit 40 Milliarden Euro Wert
Ein Zusammenschluss von Puig und Estée Lauder würde einen Luxus-Beautykonzern mit einem geschätzten Wert von rund 40 Milliarden Euro und einem Umsatz von etwas mehr als 20 Milliarden Euro schaffen.
Estée-Lauder-Aktie unter Druck
Die Aktie von Estée Lauder schloss am Montag in New York 7,7 Prozent im Minus. Laut Bloomberg belief sich das Minus im Tagesverlauf zeitweise auf bis zu 9,1 Prozent.
Analysten sehen Chancen und Risiken
Während ein Bewertungsaufschlag für Puig erwartet wird, warnen Analysten, dass eine große Übernahme Estée Lauder während der laufenden Erholung von operativen Aufgaben ablenken könnte.
Die Aktien von Puig sind am Dienstag, 24. März, um 16 Prozent gestiegen. Für den spanischen Kosmetikkonzern war es der beste Handelstag seit dem Börsendebüt. Zuvor hatten Puig und Estée Lauder am Montag bestätigt, dass sie Gespräche über einen möglichen Unternehmenszusammenschluss führen. Ein solcher Schritt würde einen Luxus-Beautykonzern mit einem geschätzten Wert von rund 40 Milliarden Euro schaffen. Der gemeinsame Jahresumsatz läge bei etwas mehr als 20 Milliarden Euro.
Die Nachricht belastete dagegen die Aktie von Estée Lauder. Das Papier schloss am Montag in New York mit einem Minus von 7,7 Prozent. Im Tagesverlauf belief sich der Verlust laut Bloomberg zeitweise auf bis zu 9,1 Prozent. Finanzielle Einzelheiten der geplanten Transaktion nannten die beiden Unternehmen nicht. Die Gespräche bringen zwei bekannte Namen der globalen Schönheitsbranche zusammen. Verbunden würden das stark parfümgeprägte Portfolio von Puig und das breit aufgestellte Kosmetik- und Hautpflegegeschäft von Estée Lauder.
Der gemeinsame Umsatz läge über der Luxussparte von L'Oréal Ein möglicher Zusammenschluss würde ein Unternehmen mit einem Umsatz von etwas mehr als 20 Milliarden Euro hervorbringen. Damit läge die Gruppe über den 15.6 (billion euros) — Jahresumsätzen der L'Oréal-Luxussparte, die von der Luxussparte von L'Oréal erzielt werden. Diese vertreibt Produkte unter Marken wie Armani und Yves Saint Laurent. Zum Portfolio von Puig gehören Duft- und Modemarken wie Jean Paul Gaultier, Rabanne und Carolina Herrera. Estée Lauder bringt Kosmetik- und Hautpflegemarken wie Clinique, La Mer und Jo Malone London ein. Mehr als 70 Prozent der Erlöse von Puig stammen aus Parfümlinien. Damit hätte die gemeinsame Gruppe vor allem im weltweiten Duftgeschäft eine besonders starke Stellung.
Analysten wiesen darauf hin, dass ein Verzicht der Familie Puig auf die Unabhängigkeit des Unternehmens nach mehr als einem Jahrhundert in Familienbesitz voraussichtlich einen erheblichen Aufschlag auf die aktuelle Bewertung von Puig bedeuten würde. Die Aussicht auf einen solchen Aufschlag trug unmittelbar zur kräftigen Kursrally am Dienstag bei. Die finanziellen Bedingungen eines möglichen Geschäfts sind weiterhin nicht bekannt.
Puig wurde 1914 von Antonio Puig Castelló in Barcelona gegründet und wird seit mehr als einem Jahrhundert von der Familie geführt. Das Unternehmen ging im Mai 2024 an die Börse, doch seit dem Debüt hatte die Aktie kontinuierlich an Wert verloren. Vor der Mitteilung vom Montag notierte sie rund 30 Prozent unter dem Ausgabepreis. Estée Lauder ist laut Unternehmensprofil nach L'Oréal das zweitgrößte Kosmetikunternehmen der Welt und hat seinen Sitz in Midtown Manhattan in New York City. Die Fusionsgespräche folgen nur wenige Monate auf die Übernahme der Beauty-Aktivitäten von Kering durch L'Oréal. Kering ist der Luxuskonzern, zu dem Gucci gehört. Der Schritt war ein weiterer Konsolidierungsschritt in der Branche.
Analysten sehen für Estée Lauder das Risiko einer Ablenkung in der Erholungsphase Nicht alle Analysten bewerteten einen möglichen Deal aus Sicht von Estée Lauder positiv. Das Unternehmen arbeitet seit mehreren Jahren an einer Erholung nach einer längeren Phase schwacher Verkäufe. „Estée is in the middle of a recovery stretching over several years, which requires management to focus on brand investments, innovation and execution in the market after years of declining sales” — Dan Su via Publico Der Morningstar-Analyst Dan Su warnte, die Verfolgung einer großen Übernahme könne das Management in dieser Phase von der laufenden Sanierung ablenken.
Die globale Schönheitsbranche insgesamt sieht sich zudem mit einer nachlassenden Nachfrage konfrontiert. Gründe sind die Inflation, geopolitische Unsicherheit im Zusammenhang mit dem Konflikt im Nahen Osten und ein schwächerer chinesischer Markt. „Growth is slowing, uncertainty is increasing due to geopolitics and the Chinese market. Meanwhile, competition is becoming more intense, so consolidation and scale are the answer if one wants to win in this context” — Stefan Bauknecht via Publico Stefan Bauknecht, Portfoliomanager bei DWS der Deutschen Bank, ordnete die Konsolidierungswelle als strukturelle Reaktion auf diesen Druck ein. Die Gespräche zwischen Puig und Estée Lauder sind das jüngste Signal dafür, dass große Anbieter im Beautysektor mehr Größe anstreben, um in einem schwierigeren Umfeld bestehen zu können.
Die kurze Börsenphase von Puig könnte sich dem Ende nähern Ein vollzogener Deal würde die kurze Zeit von Puig als börsennotiertes Unternehmen faktisch beenden. Seit dem Börsendebüt im Mai 2024 wären dann noch nicht einmal zwei Jahre vergangen. Die Aktie von Puig befand sich seit der Notierung in einem anhaltenden Abwärtstrend und lag vor der Mitteilung vom Montag ungefähr 30 Prozent unter ihrem Debütwert. Der Kursanstieg um 16 Prozent am Dienstag war die stärkste Tagesbewegung seit dem Börsengang und wurde vollständig von Spekulationen über eine Fusion getragen.
Xavier Brun, Portfoliomanager bei Trea Asset Management in Barcelona, gehörte zu den Analysten, die die Auswirkungen des möglichen Deals auf die Bewertung von Puig beobachteten. Sollte die Transaktion zustande kommen, wäre sie ein bedeutender Konsolidierungsschritt in einer Branche, die in wichtigen Märkten zunehmend unter einer schwächeren Konsumnachfrage steht. Die Familie Puig, die das Unternehmen seit mehr als 110 Jahren führt, würde ihre Unabhängigkeit aufgeben und im Gegenzug Teil einer deutlich größeren globalen Gruppe werden.
Puig + Estée Lauder (combined): 20, L'Oréal Luxe division: 15.6
Mentioned People
- Stefan Bauknecht — zarządzający portfelem w DWS należącym do Deutsche Banku
Sources: 1 articles
- Estée Lauder Buying Puig Doesn't Pass the Smell Test (Bloomberg Business)
- Puig em negociações com Estée Lauder para unir Jean Paul Gaultier e Clinique (Publico)
- Puig vola a Madrid, tratta per maxi fusione con Estée Lauder (Il Sole 24 ORE)
- Estée Lauder in talks on merger with Jean Paul Gaultier owner Puig (The Guardian)
- Puig's Shares Leap on Potential Estee Lauder Merger (The Wall Street Journal)
- LIVE | AEX raakt winst kwijt door aanhoudende onzekerheid (Telegraaf)
- Puig se dispara casi un 15% en Bolsa por su posible fusión con Estée Lauder (eldiario.es)
- Estee Lauder in talks with Jean Paul Gaultier-ower Puig (RTE.ie)
- Estee Lauder in talks to merge with Jean Paul Gaultier-owner Puig (Reuters)
- Übernahme: Kosmetikkonzerne Estee Lauder und Puig verhandeln über Milliardenfusion (Handelsblatt)