US-Vizepräsident JD Vance ist am Dienstag zu einem zweitägigen Besuch in Budapest eingetroffen, um die Unterstützung der Trump-Regierung für Ministerpräsident Viktor Orbán zu demonstrieren. Die Visite findet unmittelbar vor den Parlamentswahlen am 12. April statt, bei denen Orbán laut Umfragen vor seiner bisher größten politischen Herausforderung steht. Begleitet von seiner Ehefrau Usha Vance, wird der Vizepräsident unter anderem an einem gemeinsamen Auftritt in einem Fußballstadion teilnehmen.

US-Wahlkampfhilfe für Orbán

Vizepräsident JD Vance besucht Budapest unmittelbar vor den Wahlen am 12. April, um Unterstützung für Viktor Orbán zu signalisieren.

Schwierige Umfragewerte für Fidesz

Unabhängige Umfragen sehen die oppositionelle Tisza-Partei unter Péter Magyar mit 10 bis 20 Prozentpunkten vor dem Regierungsbündnis.

Strategische Partnerschaft

Die Reise ist Teil einer Reihe von Besuchen durch US-Spitzenpolitiker wie Marco Rubio, die Orbán als wichtigen Teil eines „illiberalen Blocks“ betrachten.

Der US-Vizepräsident JD Vance ist am Dienstag, den 7. April, zu einem zweitägigen Besuch in Budapest eingetroffen. Ziel der Reise ist es, die Unterstützung der Trump-Administration für den ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán im Vorfeld der Parlamentswahlen am Sonntag, den 12. April, zum Ausdruck zu bringen. Vance startete am Montagabend von der Andrews Air Force Base außerhalb von Washington in Begleitung seiner Ehefrau Usha Vance. Auf dem Programm stehen ein bilaterales Treffen mit Orbán sowie ein gemeinsamer Auftritt in einem Budapester Fußballstadion am Dienstagnachmittag. Dort wird erwartet, dass Vance eine Rede über die „enge Partnerschaft zwischen Ungarn und den Vereinigten Staaten“ hält. Vor seinem Abflug erklärte Vance gegenüber Journalisten, dass die Gespräche die US-ungarischen Beziehungen, Europa und die Ukraine betreffen würden. Er fügte hinzu, er freue sich darauf, seinen „guten Freund“ Viktor zu sehen. Der Besuch wird weithin als direkte Wahlempfehlung gewertet, da er in den letzten Tagen eines Wahlkampfs stattfindet, den Analysten als den am stärksten umkämpften in Orbáns 16-jähriger Amtszeit bezeichnen.

„„Ich freue mich darauf, meinen guten Freund Viktor zu sehen, und wir werden eine Reihe von Themen besprechen, welche die Beziehung zwischen den USA und Ungarn betreffen.“” — JD Vance via Reuters

Viktor Orbán amtiert seit 2010 als Ministerpräsident Ungarns, nachdem er das Amt bereits von 1998 bis 2002 innehatte. Während seiner aktuellen, ununterbrochenen Regierungszeit festigte er die Kontrolle über die ungarischen Medien und Institutionen und baute ein Modell auf, das er als „illiberale Demokratie“ bezeichnet. Dies führte wiederholt zu Konflikten mit der Europäischen Union über Rechtsstaatlichkeitsstandards, Pressefreiheit und Ungarns Haltung gegenüber Russland und der Ukraine. Orbán war der erste EU-Regierungschef, der Donald Trump im US-Präsidentschaftswahlkampf 2016 öffentlich unterstützte – eine Beziehung, die sich in den folgenden Jahren vertieft hat.

Fidesz liegt in Umfragen bis zu 20 Punkte hinter Tisza zurückOrbán steht vor der schwierigsten Wiederwahl seit seiner Rückkehr an die Macht im Jahr 2010. Unabhängige Umfrageinstitute prognostizieren einen erheblichen Vorsprung für die Opposition. Die Mitte-rechts-Partei Tisza, angeführt von Péter Magyar, liegt in den meisten unabhängigen Erhebungen mit einem Vorsprung von 10 bis 20 Prozentpunkten vor Orbáns Fidesz-KDNP-Koalition. Lediglich das regierungsnahe Institut Nézőpont sieht Fidesz mit einem leichten Vorteil. Magyar, ein ehemaliges Fidesz-Mitglied, das die Partei vor etwa zwei Jahren verließ, hat eine Oppositionsbewegung aufgebaut, die laut Analysten erstmals seit über einem Jahrzehnt in der Lage ist, Orbáns politische Dominanz zu gefährden. Mitglieder des Europarats äußerten sich jüngst besorgt über die Schärfe des Wahlkampfs und verwiesen auf „hetzerische Propaganda“ des nationalkonservativen Regierungschefs vor dem Hintergrund wirtschaftlicher und sozialer Unzufriedenheit. Laut Analystenberichten verschiedener Medien könnte die aktuelle ungarische Regierung zudem von nicht offengelegter russischer Unterstützung profitieren, um ihre Wahlchancen zu verbessern.

Unabhängige Institute (Durchschnitt): 10-20, Nézőpont (regierungsnah): leichter Vorsprung für Fidesz

Rubio besuchte Budapest bereits vor Wochen mit ähnlicher BotschaftDie Reise von Vance folgt auf einen Besuch des US-Außenministers Marco Rubio Mitte Februar in Budapest. Rubio trat dort gemeinsam mit Orbán vor die Presse und übermittelte eine explizite Unterstützungsbekanntmachung des Weißen Hauses. Die Trump-Administration bricht damit mit der traditionellen US-Praxis der öffentlichen Zurückhaltung bei ausländischen Wahlen und unterstützt nun offen Staatschefs, die sie ideologisch und diplomatisch als Verbündete betrachtet. Trump selbst schickte eine Videobotschaft an die ungarische CPAC-Konferenz, in der er Orbán seine „vollständige und uneingeschränkte Unterstützung“ zusagte. Asli Aydintasbas, Forschungsstipendiatin an der Brookings Institution, bezeichnete den Besuch als Teil einer umfassenderen strategischen Bemühung Washingtons.

„„Der Besuch von Vance stellt eine klare Unterstützung für Orbán angesichts der schwierigsten Wahlen seiner Karriere dar. Für die Trump-Administration ist der Staatschef aus Budapest mehr als nur ein konservativer Verbündeter – er ist ein zentraler Baustein beim Versuch, einen illiberalen Block in Europa aufzubauen.“” — Asli Aydintasbas via adevarul.ro

„„Präsident Trump fühlt sich Ihrem Erfolg zutiefst verpflichtet, denn Ihr Erfolg ist unser Erfolg.“” — Marco Rubio via France 24

Analysten zweifeln an Einfluss auf ungarische WählerTrotz der prominenten Unterstützung bezweifeln Analysten und Korrespondenten in Budapest, dass die Präsenz von Vance zu einer messbaren Verschiebung der Wählergunst führen wird. Der Korrespondent von RFI in Budapest berichtete, dass der Besuch bei der ungarischen Bevölkerung auf geringes Interesse zu stoßen scheint, da sich die Aufmerksamkeit im Wahlkampf vornehmlich auf innenpolitische Themen richtet. Von RFI zitierte Experten halten es für unwahrscheinlich, dass die Ankunft des US-Vizepräsidenten Orbán in den Umfragen stärken wird. Allerdings biete dies den regierungsnahen Medien eine prominente Gelegenheit, den Ministerpräsidenten als eine Persönlichkeit mit Rückhalt aus Washington darzustellen. Der Besuch hat zudem eine symbolische Dimension: Laut RFI hatte Orbán ursprünglich auf einen persönlichen Besuch von Trump gehofft, doch der andauernde US-israelische Militäreinsatz im Iran erschwerte den Zeitplan des US-Präsidenten. Orbán unterhält während des Krieges in der Ukraine weiterhin enge Beziehungen zu Moskau, lehnt Waffenlieferungen an Kyjiw ab und hat wiederholt erklärt, dass die Ukraine dem EU-Beitritt nicht näher kommen werde – Positionen, die ihn mit der Außenpolitik der Trump-Regierung in Einklang bringen, ihn aber von der Mehrheit der EU-Mitgliedstaaten abheben. Es wird erwartet, dass der Ausgang der Wahl am Sonntag erhebliche Auswirkungen nicht nur auf die ungarische Innenpolitik, sondern auch auf das Machtgefüge innerhalb der Europäischen Union haben wird.

9.5 (Millionen) — Einwohnerzahl Ungarns laut Quellenangaben

US-Unterstützung für Orbán vor den Wahlen am 12. April: — ; — ; — ; — ; —

Mentioned People

  • J. D. Vance — 50. wiceprezydent Stanów Zjednoczonych
  • Viktor Orbán — 56. premier Węgier, sprawujący urząd od 2010 roku
  • Péter Magyar — Lider Partii Tisza i poseł do Parlamentu Europejskiego
  • Marco Rubio — 72. sekretarz stanu Stanów Zjednoczonych
  • Usha Vance — Małżonka wiceprezydenta USA

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