Am Obersten Gerichtshof in Madrid hat am Dienstag die Hauptverhandlung gegen den ehemaligen spanischen Transportminister José Luis Ábalos und weitere Beschuldigte begonnen. Die Anklage wirft ihnen Unregelmäßigkeiten bei der Beschaffung von Schutzmasken während der Covid-19-Pandemie vor. Neben Ábalos stehen sein früherer Berater Koldo García sowie der Unternehmer Víctor de Aldama im Zentrum des Verfahrens.

Haftstrafen gefordert

Die Staatsanwaltschaft fordert für Ex-Minister Ábalos 24 Jahre Haft wegen Korruption und Unterschlagung.

Zentrum der Affäre

Im Mittelpunkt stehen Maskenbeschaffungsverträge im Wert von mindestens 36 Millionen Euro aus dem Jahr 2020.

Weitere Ermittlungen

Parallel zum Prozess am Obersten Gerichtshof laufen Untersuchungen am Staatsgerichtshof zu weiteren Korruptionszweigen.

Der Prozess gegen den ehemaligen spanischen Verkehrsminister José Luis Ábalos, seinen früheren Berater Koldo García und den Geschäftsmann Víctor de Aldama wurde am Dienstag vor dem Obersten Gerichtshof in Madrid eröffnet und markiert die erste mündliche Verhandlung im sogenannten Fall Koldo. Die Antikorruptionsstaatsanwaltschaft fordert 24 Jahre Haft für Ábalos, 19einhalb Jahre für García und sieben Jahre für Aldama. Den drei Angeklagten werden unter anderem kriminelle Vereinigung, Bestechung, Einflussnahme, Unterschlagung und die Nutzung privilegierter Informationen vorgeworfen, allesamt im Zusammenhang mit mutmaßlichen Unregelmäßigkeiten bei Maskenverträgen, die während der Covid-19-Pandemie vergeben wurden. Sowohl Ábalos als auch García befinden sich seit dem 27. November 2025 in der Haftanstalt Soto del Real in Untersuchungshaft, nachdem das Gericht aufgrund des hohen Strafmaßes eine Fluchtgefahr festgestellt hatte. Alle drei Angeklagten beteuern ihre Unschuld. Millionenschwere Pandemie-Verträge im Zentrum des FallsDer Prozess konzentriert sich auf die mutmaßliche Manipulation von Lieferverträgen für Masken, welche die öffentlichen Stellen Puertos del Estado und Adif im Jahr 2020 an das Unternehmen Soluciones de Gestión vergeben hatten. Die fraglichen Käufe werden auf einen Wert von über 36 Millionen Euro geschätzt, wobei einige Quellen im weiteren Rahmen der Untersuchungen eine Summe von 53 Millionen Euro nennen. Die Staatsanwaltschaft wirft Ábalos, García und Aldama vor, die Position des Ministers missbraucht zu haben, um bestimmte Unternehmen gegen wirtschaftliche Vorteile zu begünstigen, wobei sie laut Anklage mit Bereicherungsabsicht handelten. Aldama, der als mutmaßlicher Drahtzieher des Netzwerks gilt, verfügte Berichten zufolge über bevorzugten Zugang zum Verkehrsministerium und vermittelte Verträge an Unternehmen in seinem Umfeld. Seine Kooperation mit den Ermittlern führte zu einer deutlich geringeren Strafforderung im Vergleich zu den Mitangeklagten. Das Verfahren untersucht zudem die mutmaßlich unregelmäßige Beschäftigung zweier Frauen aus dem Umfeld von Ábalos – Jésica Rodríguez und Claudia Montes – bei den Staatsunternehmen Ineco und Tragsatec sowie die Mietzahlungen für ein Luxusappartement in Madrid und den Kauf einer Villa in Cádiz durch den ehemaligen Minister. 36 (Millionen Euro) — Mindestwert der untersuchten Maskenverträge Sohn von Ábalos und ehemalige Partnerin sagen zum Auftakt ausAm ersten Verhandlungstag standen die Aussagen von Víctor Ábalos, dem Sohn des Ex-Ministers, und Jésica Rodríguez, der ehemaligen Partnerin von Ábalos, im Fokus. Víctor Ábalos hatte bereits ein Jahr zuvor ausgesagt, nachdem Aldama ihn beschuldigt hatte, Beratungsverträge mit Bauunternehmen unterzeichnet zu haben, die angeblich Provisionen für öffentliche Aufträge in Spanien verschleierten – Vorwürfe, die der Sohn bestritt. Seit der Inhaftierung seines Vaters im November 2025 fungiert Víctor Ábalos als Sprecher der Familie. Auch Rodríguez wurde in den Zeugenstand gerufen; ihre frühere Aussage in der Ermittlungsphase hatte Aufsehen erregt, als sie unter Tränen über ihre Beziehung zum Minister berichtete. Insgesamt werden im Laufe von 13 Sitzungstagen etwa 74 Zeugen sowie 23 Sachverständige und Beamte der Guardia Civil angehört. Die Angeklagten selbst sollen am 28. April aussagen. Das Verfahren soll am 30. April 2026 abgeschlossen werden.Wichtige Termine im Koldo-Prozess: — ; — ; — Weiteres Korruptionsnetzwerk wird am Staatsgerichtshof untersuchtDer Prozess vor dem Obersten Gerichtshof ist nur ein Teil einer umfassenderen Korruptionsuntersuchung, die am Staatsgerichtshof fortgeführt wird. Dort prüfen Richter separat mutmaßliche Barzahlungen in der Zentrale der regierenden Sozialisten (PSOE), Unregelmäßigkeiten bei Bauaufträgen des Verkehrsministeriums und einen Fall im Kohlenwasserstoffsektor. Mehrere ehemalige Spitzenbeamte, darunter die frühere Adif-Präsidentin Isabel Pardo de Vera, gelten dort als Beschuldigte. Auch Santos Cerdán, Ábalos' Nachfolger als PSOE-Organisationssekretär, wird in einem separaten Verfahrensteil wegen Verdachts auf kriminelle Vereinigung und Bestechung untersucht. Die Volkspartei (PP), die als Nebenklägerin auftritt, fordert mit 30 Jahren Haft für Ábalos und García ein noch höheres Strafmaß als die Staatsanwaltschaft. Die politischen Folgen wiegen schwer: Die Zeugenliste umfasst Namen aus dem Umfeld aktueller Minister, was in der Regierung, die sich seit Bekanntwerden des Skandals von Ábalos distanziert, Besorgnis auslöst.Der Fall Koldo ist nach Koldo García Izaguirre benannt und befasst sich mit Korruption innerhalb der spanischen Regierung unter Ministerpräsident Pedro Sánchez. José Luis Ábalos war von 2018 bis 2021 Minister für Entwicklung und Verkehr sowie gleichzeitig Organisationssekretär der PSOE, was ihn zu einer der mächtigsten Figuren jener Zeit machte. Die Ermittlungen begannen im Kontext der Notbeschaffungen während der Pandemie, als unter Zeitdruck und reduzierter Aufsicht medizinisches Material beschafft wurde. Die Berichte der UCO, einer Spezialeinheit der Guardia Civil, bilden zusammen mit den Aussagen Aldamas das Rückgrat der Anklage.

Mentioned People

  • José Luis Ábalos — Były Minister Rozwoju (2018-2021) i były Sekretarz Organizacyjny PSOE
  • Koldo García — Były doradca José Luisa Ábalosa i centralna postać skandalu korupcyjnego 'sprawa Koldo'
  • Víctor de Aldama — Przedsiębiorca i rzekomy pośrednik w siatce kontraktów na maski
  • Pedro Sánchez — Premier Hiszpanii
  • Víctor Ábalos — Syn byłego ministra transportu, zeznający w sprawie kontraktów doradczych
  • Jésica Rodríguez — Była partnerka José Luisa Ábalosa, której zatrudnienie jest przedmiotem śledztwa

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