Trotz hoher Kraftstoffpreise und der anhaltenden Inflation blicken die Campingplatzbetreiber in Rheinland-Pfalz zuversichtlich auf das Osterfest 2026. Während Plätze in höheren Lagen bereits gut gebucht sind, verzögert sich der Saisonstart in den Flussgebieten aufgrund der Witterung.
Optimistischer Saisonstart
Trotz wirtschaftlicher Belastungen wie Inflation und hoher Spritpreise erwartet die Campingbranche in Rheinland-Pfalz einen soliden Start in die Saison 2026.
Wetterbedingte Verzögerungen an der Mosel
Aufgrund eines nassen Winters und gesättigter Böden können viele Campingplätze an der Mosel erst Mitte April öffnen, während höher gelegene Plätze bereits in Betrieb sind.
Preisanstieg um neun Prozent
Die Kosten für eine Übernachtung stiegen in Rheinland-Pfalz auf durchschnittlich 40 Euro, liegen damit aber weiterhin leicht unter dem bundesweiten Schnitt von 41 Euro.
Trend zu mehr Komfort
Die Nachfrage nach privaten Mietbädern direkt am Stellplatz steigt; zudem wird an der Modernisierung digitaler Buchungssysteme gearbeitet.
Die Betreiber von Campingplätzen in Rheinland-Pfalz starten mit verhaltenem Optimismus in die Oster-Saison 2026, obwohl hohe Kraftstoffpreise und die Inflation die Budgets vieler Haushalte belasten. Timo Koch, Vorsitzender des Verbandes der Campingwirtschaft in Rheinland-Pfalz und Saarland, erklärte, die Branche erwarte trotz wirtschaftlichen Gegenwinds einen soliden Auftakt. Sein eigener Campingplatz im Hunsrück ist seit etwa einer Woche geöffnet und bereits gut gebucht. Spontane Anreisen seien jedoch weiterhin möglich, da nicht jeder Stellplatz belegt ist. Die allgemeine Stimmung im Sektor deutet darauf hin, dass deutsche Urlauber verstärkt Camping im Inland gegenüber teureren Reisealternativen bevorzugen. Plätze an der Mosel aufgrund Nässe noch geschlossenNicht alle Campingplätze im Land sind bereits bereit für Gäste, insbesondere Standorte in direkter Flussnähe sehen sich mit Verzögerungen konfrontiert. Es wird erwartet, dass Plätze an der Mosel erst Mitte April 2026 öffnen können. Koch führte dies auf einen ungewöhnlich langen und nassen Winter zurück, durch den die tiefer gelegenen Böden in Flussnähe gesättigt sind. Der frühe Ostertermin in diesem Jahr verschärft die Herausforderung zusätzlich, da den Betreibern weniger Vorbereitungszeit blieb. Plätze in höheren Lagen, wie Kochs eigener Betrieb im Hunsrück, konnten hingegen vor den Standorten am Flussufer öffnen. Preise steigen um neun Prozent, bleiben aber unter dem BundesdurchschnittCamping in Rheinland-Pfalz ist etwas teurer geworden, wobei das Land im bundesweiten Vergleich weiterhin ein relativ preiswertes Reiseziel bleibt. Laut einer Preisanalyse des ADAC kostete eine Übernachtung für eine Familie mit zwei Erwachsenen und einem Kind in der Hauptsaison 2024 in Rheinland-Pfalz durchschnittlich 40 Euro. Dieser Wert liegt knapp unter dem bundesweiten Durchschnitt von 41 Euro, obwohl die Preise im Land im Vergleich zum Vorjahr um durchschnittlich neun Prozent gestiegen sind. Koch bestätigte die Erhöhungen, ordnete sie jedoch als Teil eines bundesweiten Trends und nicht als regionales Einzelphänomen ein.Übernachtungskosten Camping — dreiköpfige Familie: Durchschnitt Rheinland-Pfalz (Hauptsaison 2024) (before: Unter 40 Euro, after: 40 Euro (plus 9% zum Vorjahr)); Bundesweiter Durchschnitt (Hauptsaison 2024) (before: Referenzwert, after: 41 Euro) Mietbäder und digitale Buchungen prägen die BrancheZwei aktuelle Trends verändern die Betriebsabläufe und die Gästeansprache der Campingplätze in der Region. Private Mietbäder – entweder als abgeschlossener Bereich in einem gemeinschaftlichen Sanitärgebäude oder als eigenständige Einheit direkt am Stellplatz – gewinnen an Beliebtheit. „„Diese Mietbäder sind wie ein Hotelbadezimmer, in dem man auch seinen Zahnputzbecher stehen lassen kann“” — Timo Koch via ZEIT ONLINE Auf der digitalen Seite sind Online-Buchungssysteme und Verfügbarkeitsprüfungen in Echtzeit noch kein flächendeckender Standard. Seit vergangenem Jahr arbeitet der Campingverband mit der Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH zusammen, um die digitale Sichtbarkeit zu erhöhen und die Buchungsinfrastruktur zu modernisieren. Koch merkte an, dass der Fortschritt langsam verlaufe, da einige Plätze noch mit Tabellenkalkulationen statt integrierten Plattformen arbeiten und technische Hindernisse wie inkompatible Schnittstellen die Einführung verzögern. „„Das wird uns noch eine Weile beschäftigen“” — Timo Koch via ZEIT ONLINECamping erweist sich als eines der widerstandsfähigsten Segmente im deutschen Inlandstourismus und spricht besonders Familien sowie preisbewusste Reisende an. Rheinland-Pfalz mit seinen Flusstälern, Weinregionen und Mittelgebirgen zieht traditionell Besucher für Natururlaube an. Der ADAC veröffentlicht regelmäßig vergleichende Preisanalysen für den Campingsektor, um Verbrauchern eine Einordnung der Kosten in den einzelnen Bundesländern zu ermöglichen.
Mentioned People
- Timo Koch — Przewodniczący Stowarzyszenia Przemysłu Kempingowego w Nadrenii-Palatynacie i Saarze (VCS)
Sources: 3 articles
- Betreiber starten optimistisch in Campingsaison - WELT (DIE WELT)
- Betreiber starten optimistisch in Campingsaison (Süddeutsche Zeitung)
- Tourismus: Betreiber starten optimistisch in Campingsaison (ZEIT ONLINE)