Die Vereinigten Staaten haben am Montagnachmittag eine Teilblockade der strategisch wichtigen Straße von Hormus eingeleitet. Dieser Schritt folgt auf das Scheitern der von Pakistan vermittelten Friedensgespräche am vergangenen Wochenende. US-Präsident Donald Trump ordnete an, sämtliche Schiffe zu stoppen, die iranische Häfen im Persischen Golf sowie im Golf von Oman anlaufen oder verlassen.

Beginn der US-Blockade

Die USA haben eine Teilblockade der Straße von Hormus eingeleitet, um iranische Häfen vom Schiffsverkehr abzuschneiden.

Scheitern der Verhandlungen

Die Maßnahme folgt auf den Abbruch der Friedensgespräche in Pakistan am vergangenen Wochenende.

Internationale Reaktion

Während Deutschland und Großbritannien skeptisch bleiben, plant Frankreich eine eigene Sicherungsmission für die Schifffahrt.

Risiko für Weltmarkt

Analysten warnen vor drastisch steigenden Ölpreisen und potenziellen militärischen Spannungen mit China.

Die Marine der Vereinigten Staaten hat am Montag, dem 13. April 2026, um 16:00 Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit mit einer Teilblockade der Straße von Hormus begonnen. Vorausgegangen war der Abbruch der Friedensverhandlungen zwischen den USA und Iran, die am Wochenende in Pakistan stattgefunden hatten. Präsident Donald Trump gab die Maßnahme über seine Plattform Truth Social bekannt und wies die Marine an, alle Schiffe zu kontrollieren, die iranische Häfen oder Küstengebiete im Persischen Golf und im Golf von Oman ansteuern oder verlassen. Die Blockade gilt laut dem zuständigen Regionalkommando CENTCOM gleichermaßen für Schiffe aller Nationen. Seeleute wurden aufgefordert, die Lage genau zu beobachten und Funkkontakt mit der US-Marine aufzunehmen. Der Iran, der die Wasserstraße seit Kriegsbeginn Ende Februar 2026 faktisch kontrolliert und Durchgangsgebühren von bis zu zwei Millionen US-Dollar pro Schiff verlangt, bezeichnete das Vorgehen der USA als illegale „Piraterie“. Der Abbruch der Gespräche und die Ankündigung der Blockade ließen die Ölpreise am Montag deutlich steigen, da eine rasche Wiederöffnung der Meerenge als unwahrscheinlich gilt.

Die Straße von Hormus steht seit Beginn des Konflikts zwischen den USA, Israel und dem Iran am 28. Februar 2026 unter der faktischen militärischen Kontrolle Teherans. Seitdem fordern die iranischen Revolutionsgarden von Schiffen, die die Meerenge passieren wollen, eine Abstimmung mit den iranischen Streitkräften sowie die Zahlung von Durchfahrtsgebühren. Nach Daten des Analyseunternehmens Kpler exportierte der Iran im März 2026 durchschnittlich etwa 1,85 Millionen Barrel Rohöl pro Tag – rund 100.000 Barrel mehr als in den drei Vormonaten, wobei die Exporte zudem höhere Marktpreise erzielten. Ein zweiwöchiger Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran war am Mittwoch, dem 8. April 2026, in Kraft getreten.

Iran droht Golfhäfen mit Gegenmaßnahmen Die iranischen Streitkräfte und die Revolutionsgarden reagierten mit scharfen Warnungen auf Trumps Ankündigung. Ein Sprecher der iranischen Militärführung, der von der Nachrichtenagentur Tasnim zitiert wurde, bezeichnete die Einschränkungen der Schifffahrt in internationalen Gewässern als rechtswidrig. Er erklärte, dass die „Sicherheit der Häfen im Persischen Golf und im Golf von Oman entweder für alle oder für niemanden“ gelte. Die Revolutionsgarden warnten, dass jede Annäherung von Militärschiffen an die Meerenge als „eindeutiger Verstoß gegen den seit Mittwoch geltenden Waffenstillstand“ gewertet werde. Der Iran drohte damit, dass kein Hafen in der Region sicher bleiben würde, sollten die eigenen Anlagen gefährdet sein. Ebrahim Rezaei, Sprecher des Sicherheitsausschusses im iranischen Parlament, schrieb auf X, Trumps Ankündigung sei „nichts als ein Bluff“; jede entsprechende Handlung würde als Militäroperation eingestuft, die eine Reaktion erfordere. Mindestens zwei Tanker mit Bezug zum Iran, die Aurora und die New Future, verließen laut Daten des Anbieters LSEG kurz vor Ablauf der US-Frist die Meerenge mit Ölprodukten und Diesel an Bord. Analysen von Vesselfinder zeigten am Montag mindestens 14 Schiffe im Bereich der Wasserstraße, wobei mindestens zwei Schiffe – ein Flüssiggastanker unter der Flagge Hongkongs und ein chinesisches Frachtschiff – nach Bekanntgabe der Frist abdrehten.

Merz skeptisch, Macron drängt auf multinationale Mission Europäische Staats- und Regierungschefs reagierten mit einer Mischung aus Skepsis und diplomatischer Initiative auf die Eskalation. Bundeskanzler Friedrich Merz erklärte, er sei vom Scheitern der Gespräche nicht überrascht worden. „„Ich hatte von Anfang an nicht den Eindruck, dass sie wirklich gut vorbereitet waren.“” — Friedrich Merz via DIE WELT Wen genau er mit dieser Kritik meinte, ließ Merz offen. Regierungssprecher Stefan Kornelius betonte, dass Berlin weiterhin eine Verhandlungslösung priorisiere. Er bezeichnete die Blockade nicht als Ende der Diplomatie, sondern als „Maßnahme zur Druckerhöhung“. Die Straße von Hormus sei für beide Seiten „eine Art Verhandlungsmasse“. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron kündigte an, dass Frankreich und Großbritannien in den kommenden Tagen eine Konferenz organisieren würden, um die freie Schifffahrt zu sichern. Er bezeichnete die geplante Operation als „rein defensiv“ und unabhängig von den Konfliktparteien. „„Diese rein defensive Mission, getrennt von den Konfliktparteien, soll eingesetzt werden, sobald es die Lage erlaubt.“” — Emmanuel Macron via Deutsche Welle Der britische Premierminister Keir Starmer sagte gegenüber der BBC, dass das Vereinigte Königreich die US-Teilblockade nicht unterstütze und nicht „in den Krieg hineingezogen“ werden wolle. Ein pakistanischer Regierungsvertreter erklärte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, die „Diplomatie ist noch nicht am Ende“, wenngleich Ort und Zeitpunkt für eine Wiederaufnahme von Gesprächen unklar blieben.

Analysten warnen vor Konflikt mit China Sicherheitsexperten äußerten Zweifel an der strategischen Logik und der praktischen Umsetzung der Blockade. Johannes Peters, Leiter der Abteilung für Maritime Strategie und Sicherheit am Institut für Sicherheitspolitik an der Universität Kiel, sagte gegenüber watson.ch, die Meerenge sei „derzeit nur unter iranischen Bedingungen passierbar“, da Schiffe sich mit den iranischen Kräften abstimmen und die Gebühr von zwei Millionen Dollar zahlen müssten. Peters nannte zwei Ziele der USA: dem Iran sein wichtigstes Druckmittel zu entziehen und die iranischen Rohölexporte zu stoppen, um das Land wirtschaftlich zu schwächen. Er bezweifelte jedoch, dass der wirtschaftliche Druck den USA entscheidende Vorteile brächte. Der Iran sei „seit Jahrzehnten an eine Mangelwirtschaft gewöhnt“; das Regime werde durch das Leid der Bevölkerung nicht destabilisiert, solange es politisch abgesichert sei. Zudem warnte Peters davor, dass iranische Ölexporte primär nach Indien und China fließen. Eine Blockade dieser Lieferungen berge das Risiko eines „offenen Konflikts, insbesondere mit China“. Es sei fraglich, ob die USA „wirklich bereit sind, ein militärisches Aufeinandertreffen mit der chinesischen Marine im Indischen Ozean in Kauf zu nehmen“. Er erwarte nicht, dass sich die US-Marine unmittelbar an der Meerenge positioniert, sondern vielmehr „außerhalb der Reichweite iranischer Raketen und Drohnen“ operieren werde. Die UN-Schifffahrtsorganisation erklärte, dass jede Blockade der Straße von Hormus völkerrechtswidrig sei. Laut Wall Street Journal erwägen Trump und seine Berater zudem eine Wiederaufnahme begrenzter Militärschläge, um die festgefahrenen Verhandlungen erneut anzustoßen.

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