Der seit dem 28. Februar 2026 andauernde Krieg der USA und Israels gegen Iran trifft Europas Reise- und Energiewirtschaft spürbar. Der polnische Reiseveranstalter Rainbow Tours beziffert die Kosten von Evakuierungen und Stornierungen auf bis zu 5 Millionen Zloty. Zugleich wächst in mehreren Ländern die Sorge vor steigenden Urlaubspreisen, höheren Betriebskosten und einer schwächeren Nachfrage.

Rainbow Tours meldet hohe Krisenkosten

Der polnische Reiseveranstalter beziffert die direkten Kosten für Evakuierungen, Routenänderungen und Reiseabsagen auf bis zu 5 Millionen Zloty und nahm zusätzlich 23 Millionen Zloty an Krediten auf.

82 Flüge für fast 15.000 Rückkehrer

Rainbow Tours setzte 82 Flüge ein, um nahezu 15.000 Touristen aus dem Nahen Osten nach Polen zurückzubringen. Das polnische Ministerium stellte am 19. März 2026 zudem Hilfspläne für die Branche vor.

73 Prozent der Polen fürchten teurere Urlaube

Eine Umfrage zeigt wachsende Sorgen über steigende Reisepreise vor der Sommersaison. Analysten verweisen zudem auf höhere Öl- und Gaspreise als Belastung für Verbraucher und Unternehmen.

Italien und Rumänien unter zusätzlichem Druck

ConfAlberghi warnt vor sinkenden Besucherzahlen aus Nicht-EU-Staaten. In Rumänien verschärfen Energieschock, Rekordinflation und hohe Zinsen die wirtschaftliche Lage.

Der seit dem 28. Februar 2026 andauernde Krieg der USA und Israels gegen Iran sendet wirtschaftliche Schockwellen durch Europa. Der polnische Reiseveranstalter Rainbow Tours teilte mit, dass Evakuierungen und Reiseabsagen das Unternehmen bis zu 5 Millionen Zloty kosteten. Eine separate Umfrage ergab zudem, dass 73 Prozent der Polen befürchten, der Konflikt werde die Urlaubspreise steigen lassen. Der Veranstalter setzte 82 Flüge ein, um nahezu 15.000 Touristen nach Polen zurückzubringen. Das polnische Ministerium für Sport und Tourismus stellte bei einem Briefing am 19. März 2026 Pläne zur Unterstützung der Reisebranche vor. Zugleich zogen wegen der Kämpfe die Öl- und Gaspreise an, was Haushaltsbudgets und Unternehmenskosten in ganz Europa zusätzlich belastet. Der italienische Hotelverband ConfAlberghi warnte vor eingetrübten Aussichten für Touristenströme aus Nicht-EU-Staaten. In Rumänien ist nach Einschätzung von Analysten bereits von einem neuen Energieschock die Rede, der Rekordinflation und hohe Zinsen miteinander verbindet.

Rainbow nahm 23 Millionen Zloty auf, um die Krise zu bewältigen Das Ausmaß der Notfallmaßnahmen von Rainbow Tours zeigt, welche unmittelbaren finanziellen Folgen der Konflikt für die polnische Reisebranche hat. Nach Websuchergebnissen unter Verweis auf naTemat.pl nahm das Unternehmen Kredite auf, um die Lage zu bewältigen; hinzu kamen direkte Kosten von bis zu 5 Millionen Zloty für Evakuierungen, Änderungen von Reiseverläufen und abgesagte Reisen. Die Rückholaktion erfolgte überwiegend auf dem Luftweg. Das Unternehmen brachte seine Kunden in den Tagen unmittelbar nach Ausbruch der Kampfhandlungen Ende Februar 2026 aus dem Nahen Osten zurück. Bei einem Briefing des Ministeriums für Sport und Tourismus am 19. März wurde der Einsatz zusammengefasst und es wurden geplante Hilfen für die gesamte Tourismusbranche skizziert. Die Kreditsumme von 23 Millionen Zloty verdeutlicht den Liquiditätsdruck, unter dem Veranstalter standen, deren Kunden sich zum Zeitpunkt der Eskalation in der Region aufhielten. Rainbow Tours wurde 1990 gegründet und ist seit 2007 an der Warschauer Börse notiert. Das Unternehmen gehört zu den größten polnischen Reiseveranstaltern und verfügte in den betroffenen Zielgebieten über eine erhebliche Zahl von Kunden.

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Italiens Hotels warnen vor Störungen im Touristenverkehr durch den Krieg ConfAlberghi äußerte sich besorgt über die Auswirkungen des Konflikts auf die Touristenströme nach Italien. Der Verband erklärte unter Verweis auf von ANSA zitierte Schätzungen, die Instabilität im Nahen Osten könne wirtschaftliche Aktivität im Umfang von 600 Millionen Euro pro Tag aufzehren. Der italienische Hotelverband verwies auf das Risiko sinkender Ankünfte aus Nicht-EU-Märkten, die besonders sensibel auf Sicherheitslagen in der Region und auf die Wahrnehmung einer breiteren Instabilität im Mittelmeerraum reagierten. Für den italienischen Tourismussektor, der in hohem Maß von Langstrecken- und internationalen Gästen abhängt, ist die Frühjahrs- und Sommersaison damit unsicher, falls der Konflikt andauert. Die Warnung von ConfAlberghi steht für eine weiter verbreitete Sorge in Europas Gastgewerbe, dass die indirekten Folgen des Krieges die Nachfrage weit über das unmittelbare Konfliktgebiet hinaus dämpfen werden. Die militärische Operation der USA und Israels gegen Iran mit dem Namen Operation Epic Fury begann am 28. Februar 2026, nachdem Ali Khamenei bei den ersten Angriffen getötet worden war. Der Konflikt bedeutete eine erhebliche Eskalation der Spannungen im Nahen Osten, die bereits durch den Gaza-Krieg erhöht waren; dieser hatte am 7. Oktober 2023 begonnen und war am 10. Oktober 2025 in eine Waffenstillstandsphase eingetreten. Frühere Instabilität in der Region hatte in den vorangegangenen Jahren bereits Europas Tourismusmuster und Energiemärkte beeinflusst. Rumänische Analysten bezeichnen ihr Land unterdessen als sicheres Opfer des neuen Energieschocks. Hohe Zinsen und Rekordinflation bildeten dort, wie ein Bericht laut Adevarul formulierte, einen Teufelskreis, der jede Senkung der Kreditkosten blockiere.

Steigende Treibstoffkosten lenken Reisende zu Bussen und regionalen Zielen Die durch den Konflikt gestiegenen Öl- und Gaspreise verändern das Verbraucherverhalten auf dem Reisemarkt. Analysten beobachten laut Ziare.com ein wachsendes Interesse an Zielen, die mit dem Bus erreichbar sind, sowie an regionalen Tourismusangeboten. Dahinter steht eine einfache Kostenrechnung: Steigen die Preise für Flugkraftstoff, ziehen in der Regel auch die Ticketpreise an. Kurzstrecken und Ziele, die auf dem Landweg erreichbar sind, wirken dadurch vergleichsweise attraktiver. In Polen deutet die von wnp.pl gemeldete Umfrage, wonach 73 Prozent der Bürger befürchten, der Konflikt werde die Urlaubspreise noch vor der Sommersaison erhöhen, auf einen breiteren Stimmungswandel unter Verbrauchern hin. In den Quellen zitierte polnische Experten mahnten jedoch zur Vorsicht bei der Annahme, es komme zu einer umfassenden Abkehr von klassischen Warmwetterzielen wie Ägypten. Die Preissensibilität dürfte vielmehr je nach Einkommensgruppe und Buchungsvorlauf unterschiedlich ausfallen. Der Anstieg der Energiepreise hat für Polen über den Tourismus hinaus auch gesamtwirtschaftliche Folgen: Höhere Kosten für Öl und Gas treiben die allgemeine Inflation und erschweren den Ausblick für die Kaufkraft der Haushalte vor Beginn der Hauptreisezeit. Für Rumänien wird die Lage als besonders angespannt beschrieben. Dort schaffen Energieschocks, Rekordinflation und hohe Zinsen laut Adevarul gemeinsam eine sich selbst verstärkende Belastung für die wirtschaftliche Erholung. In der gesamten Region zeigt der Konflikt, der Ende Februar 2026 begann, wie rasch militärisches Handeln im Nahen Osten zu greifbaren wirtschaftlichen Folgen für europäische Verbraucher und Unternehmen führt.

Mentioned People

  • Massimo Colomban — Założyciel Permasteelisa i Quaternario Investimenti S.p.A., związany z sektorem hoteli luksusowych i z ConfAlberghi