Die italienische Regierung hat am 18. März 2026 ein Dekret beschlossen, um die Kraftstoffpreise vorübergehend zu dämpfen. Vorgesehen sind eine Senkung der Verbrauchsteuern sowie gezielte Steuergutschriften für Fischerei und Straßengüterverkehr. Ministerpräsidentin Giorgia Meloni verwies zudem auf mögliche weitere Schritte nach dem nächsten Europäischen Rat.
Dekret gegen hohe Kraftstoffpreise
Das italienische Kabinett billigte am 18. März 2026 ein Maßnahmenpaket mit gesenkten Verbrauchsteuern und befristeten Hilfen von insgesamt unter einer Milliarde Euro.
Hilfen für Fischerei und Straßengüterverkehr
Für den Fischereisektor ist eine Steuergutschrift von 20 Prozent auf Kraftstoffe vorgesehen. Auch Lastwagenfahrer sollen gezielt entlastet werden.
Weitere Schritte nach EU-Beratungen möglich
Die Regierung kündigte an, nach der nächsten Sitzung des Europäischen Rates zusätzliche Maßnahmen zu prüfen. Meloni traf dazu in Brüssel Bundeskanzler Friedrich Merz.
Opposition fordert weitergehende Eingriffe
Elly Schlein und der Verbraucherverband Codacons halten das Paket für nicht ausreichend und verlangen deutlich tiefere Senkungen der Verbrauchsteuer.
Italiens Kabinett hat am 18. März 2026 ein Dekret gebilligt, mit dem die Kraftstoffpreise gesenkt werden sollen. Die Regierung reagiert damit unmittelbar auf den Anstieg der Energiekosten, der mit dem andauernden Krieg im Zusammenhang mit Iran verknüpft wird. Das Paket umfasst eine Senkung der Verbrauchsteuern, gezielte Steuergutschriften für die Fischerei und den Straßengüterverkehr sowie die Zusage weiterer Maßnahmen, abhängig von den Ergebnissen der bevorstehenden Sitzung des Europäischen Rates. Für die befristeten Maßnahmen sind nach Schätzung insgesamt weniger als eine Milliarde Euro vorgesehen. Ministerpräsidentin Giorgia Meloni, die sich am selben Tag in Brüssel aufhielt, traf am Rande der europäischen Beratungen den deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz.
Gezielte steuerliche Entlastung für Lastwagenfahrer und Fischer Das Dekret sieht branchenspezifische Hilfen vor, um die Auswirkungen höherer Kraftstoffkosten auf zentrale Wirtschaftsbereiche abzufedern. Landwirtschaftsminister Francesco Lollobrigida kündigte im Rahmen des Pakets eine 20 (%) — Steuergutschrift auf Kraftstoffe für den Fischereisektor an. Für Lastwagenfahrer ist eine Entlastung vorgesehen, , eine Maßnahme, die sich nach Angaben der Nachrichtenagentur ANSA auf beläuft. Vize-Ministerpräsident und Verkehrsminister Matteo Salvini erklärte, Ziel des umfassenderen Pakets sei es, den Dieselpreis unter 1,90 Euro je Liter zu bringen. Die Regierung teilte zudem mit, sie werde nach der Sitzung des Europäischen Rates zusätzliche Maßnahmen prüfen. Damit deutet sie an, dass das am 18. März gebilligte Dekret in dieser Frage noch nicht den Schlusspunkt setzen muss. Die Maßnahmen werden als befristet beschrieben, die Gesamtausgaben sollen unter einer Milliarde Euro bleiben.
Opposition und Verbraucherschützer verlangen deutlichere Senkung der Verbrauchsteuer Das Dekret löste umgehend Reaktionen von Oppositionspolitikern und Verbrauchervertretern aus, die die Regierungsmaßnahmen für unzureichend halten. Elly Schlein, Sekretärin der Demokratischen Partei, forderte die Regierung auf, zusätzliche Einnahmen aus höheren Kraftstoffpreisen für eine Senkung der Verbrauchsteuern zu verwenden. Sie stellte dies als haushaltsneutrale Möglichkeit dar, Verbraucher zu entlasten. Der Verbraucherverband Codacons ging noch weiter und verlangte, eine Senkung der Verbrauchsteuer müsse mindestens 20 Cent je Liter betragen. Das Regierungspaket enthält zwar eine Senkung der Verbrauchsteuer, das konkrete Ausmaß dieser Entlastung wurde in den vorliegenden Berichten jedoch nicht bestätigt. Die Differenz zwischen dem beschlossenen Paket und den Forderungen von Opposition und Verbraucherschützern dürfte politisch umstritten bleiben, solange die Kraftstoffpreise italienische Haushalte und Unternehmen belasten.
Krieg gegen Iran verstärkt Nervosität auf den Energiemärkten Europas Die US-israelische Militäroperation gegen Iran unter dem Namen Operation Epic Fury begann am 28. Februar 2026 und hat angesichts der Rolle Irans als bedeutender Ölförderer erhebliche Unsicherheit auf den globalen Energiemärkten ausgelöst. Italien ist als große importabhängige Volkswirtschaft beim Kraftstoff besonders anfällig für Preisschwankungen infolge von Konflikten im Nahen Osten. Die italienische Regierung unter Ministerpräsidentin Giorgia Meloni ist seit Oktober 2022 im Amt. Die Entscheidung der italienischen Regierung, per Kabinettsdekret zu handeln, zeigt, wie rasch steigende Kraftstoffkosten in Rom zu einer politischen Priorität geworden sind. Die am 18. März beschlossenen Maßnahmen sind ausdrücklich als vorläufig angelegt. Zugleich behält sich die Regierung vor, das Paket nach Beratungen mit europäischen Partnern auf Ebene des Rates auszuweiten. Melonis Treffen mit Bundeskanzler Friedrich Merz in Brüssel am selben Tag wie die Abstimmung im Kabinett legt nahe, dass Italien seine Reaktion auch mit wichtigen europäischen Partnern abstimmen will. Die Kombination aus einer Senkung der Verbrauchsteuer, branchenspezifischen Steuergutschriften und der Aussicht auf weitere Schritte soll die Regierung als handlungsfähig erscheinen lassen, während die haushaltspolitischen Zusagen durch eine Obergrenze von weniger als einer Milliarde Euro begrenzt bleiben.
Fuel relief measures: government vs. opposition demands: Senkung der Verbrauchsteuer (before: Regierung: im Dekret enthalten, Umfang nicht präzisiert, after: Forderung von Codacons: mindestens 20 Cent je Liter); Finanzierungsansatz (before: Regierung: gesonderte befristete Mittel von unter 1 Milliarde Euro, after: Schlein (PD): zusätzliche Einnahmen aus höheren Kraftstoffpreisen nutzen); Zielmarke für Dieselpreis (before: Aktuelle Preise über 1,90 Euro je Liter, after: Ziel von Salvini: unter 1,90 Euro je Liter)
Mentioned People
- Francesco Lollobrigida — minister rolnictwa, suwerenności żywnościowej i leśnictwa w rządzie Meloni od 2022 roku
- Matteo Salvini — wiceprzewodniczący Rady Ministrów i minister infrastruktury oraz transportu w rządzie Meloni od 2022 roku
- Elly Schlein — sekretarz Partii Demokratycznej od 12 marca 2023 roku
- Giorgia Meloni — prezes Rady Ministrów Republiki Włoskiej od 22 października 2022 roku
- Friedrich Merz — dziesiąty kanclerz Republiki Federalnej Niemiec od 6 maja 2025 roku