Nach dem deutlichen Wahlsieg der Tisza-Partei am 12. April hat US-Präsident Donald Trump überraschend seine Unterstützung für den künftigen ungarischen Ministerpräsidenten Péter Magyar signalisiert. Zuvor hatte die US-Administration noch offen den langjährigen Regierungschef Viktor Orbán unterstützt. Magyar beendete mit einer verfassungsgebenden Mehrheit die 16-jährige Herrschaft der Fidesz-Partei.
Trumps Kurswechsel
Nachdem die US-Regierung zuvor Orbán unterstützt hatte, bezeichnet Trump den Wahlsieger Péter Magyar nun als fähigen Nachfolger.
Ende der Ära Orbán
Die Tisza-Partei errang am 12. April 2026 eine verfassungsgebende Mehrheit und beendete damit 16 Jahre ununterbrochene Fidesz-Herrschaft.
Ukraine-Politik
Magyar stellt die Aufhebung des ungarischen Vetos gegen EU-Milliardenhilfen für die Ukraine in Aussicht, gekoppelt an die Sicherung russischer Öllieferungen.
Donald Trump hat am Dienstag Péter Magyar als künftigen Ministerpräsidenten Ungarns unterstützt und ihn als „guten Mann“ bezeichnet, der „gute Arbeit“ leisten werde. Dies geschah nur wenige Tage nachdem Magyars Tisza-Partei bei den Parlamentswahlen am 12. April eine verfassungsgebende Mehrheit errungen und damit die 16-jährige Amtszeit von Viktor Orbán beendet hatte. Trump äußerte sich in einem Interview mit ABC News gegenüber dem Journalisten Jonathan Karl, der die Aussagen in der Nacht zum Mittwoch auf der Plattform X veröffentlichte. Die Unterstützung erfolgt, obwohl die Trump-Administration im Vorfeld der Wahl offen für Orbán geworben hatte; unter anderem war Vizepräsident JD Vance nach Budapest gereist, um den scheidenden Regierungschef zu unterstützen. Trump räumte ein, nicht persönlich in den Wahlkampf eingegriffen zu haben, und erklärte gegenüber ABC: „Er lag in den Umfragen deutlich zurück.“ Er betonte zudem eine gewisse Kontinuität in Magyars Hintergrund und verwies darauf, dass dieser ein ehemaliges Mitglied von Orbáns Fidesz-Partei sei und dessen Ansichten zur Migration teile.
Vance bedauert Wahlausgang, sagt aber Kooperation zu Vance, der zur Unterstützung Orbáns nach Budapest gereist war, erklärte am Montag, er sei über die Niederlage „betrübt“, versicherte jedoch, dass die Vereinigten Staaten „sehr gut“ mit Orbáns Nachfolger zusammenarbeiten würden. Noch am Freitag vor der Wahl hatte Trump auf seiner Plattform Truth Social gepostet, seine Regierung sei bereit, „die volle wirtschaftliche Macht der Vereinigten Staaten zu nutzen, um die ungarische Wirtschaft zu stärken“, sollten Orbán und das ungarische Volk dies benötigen. Nach Bekanntgabe der Ergebnisse sagte Vance gegenüber Fox News, Orbán sei ein „großartiger Kerl, der großartige Arbeit leistet“, und schrieb dessen 16-jähriger Amtszeit „fundamentale Veränderungen“ in Ungarn zu. Laut Vance unterstützten die USA Orbán auch deshalb, weil er bereit war, sich gegen die „Bürokratie in Brüssel“ zu stellen. Der rasche Schwenk Trumps hin zu Magyar verdeutlicht den pragmatischen Ansatz der US-Regierung gegenüber der neuen politischen Realität in Budapest. „„Ich denke, der Neue wird einen guten Job machen, er ist ein guter Mann“” — Donald Trump via ABC News
Magyar signalisiert Kurswechsel in der EU-Politik und prüft Ukraine-Kredite Magyar signalisierte umgehend eine Neuausrichtung der ungarischen Europapolitik. Am Mittwoch erklärte er, sein Land werde das Veto gegen das 90-Milliarden-Euro-Darlehen der EU für die Ukraine aufheben, sofern der Ölfluss durch die Druschba-Pipeline – die Ungarn mit russischem Rohöl versorgt – aufrechterhalten bleibt. Magyar forderte Präsident Tamás Sulyok auf, das neue Parlament „so schnell wie möglich“ einzuberufen, um den politischen Übergang zu beschleunigen. Er zeigte sich zudem erfreut darüber, dass Trump „in sehr freundlichen Worten“ über ihn gesprochen habe, und bestätigte ein Telefonat mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan am Dienstag. Für den 23. Oktober lädt Magyar zahlreiche Staats- und Regierungschefs nach Budapest ein, um den 70. Jahrestag der Revolution von 1956 zu begehen und den Anlass als Feier der ungarischen Souveränität zu rahmen. „„Ich möchte eine neue Ära in Ungarn garantieren“” — Péter Magyar via BFMTV
Viktor Orbán wurde 1998 erstmals Ministerpräsident von Ungarn und amtierte bis 2002, bevor er 2010 an die Macht zurückkehrte. Seine Fidesz-Partei regierte das Land seit 2010 ununterbrochen und installierte ein politisches System, das Kritiker als illiberal bezeichnen und das zu wiederholten Konflikten mit EU-Institutionen über rechtsstaatliche Standards führte. Péter Magyar trat Anfang 2024 politisch in Erscheinung; als ehemaliges Fidesz-Mitglied baute er die Tisza-Partei innerhalb kurzer Zeit zur führenden Oppositionskraft für die Wahlen 2026 auf.
Ungarische Presse sieht in Ergebnis Referendum über das MAGA-Modell Die ungarische Tageszeitung Népszava schrieb, die Niederlage von Fidesz bedeute für die amerikanische Rechte „mehr als nur den Verlust eines Verbündeten“. Sie beschrieb das Ereignis als „Zusammenbruch eines politischen Modells, das die Trump-Administration den amerikanischen Wählern als Vorbild präsentiert hatte“. Das Blatt argumentierte, die Vorgänge in Ungarn könnten als „eine Art Regimewechsel und ein Referendum über die Politik im Stile Trumps“ gewertet werden. Die ungarischen Wähler hätten die „Ideologie, die den Grundstein der amerikanischen MAGA-Bewegung bildet“, abgelehnt. Magyar selbst bezeichnete das Ergebnis vom 12. April als demokratisches Mandat: Die Ungarn hätten entschieden, dass sie „in einem wahrhaft souveränen, freien und unabhängigen Ungarn leben wollen“. Die verfassungsgebende Mehrheit der Tisza-Partei verleiht Magyar weitreichende gesetzgeberische Befugnisse zur Umsetzung der versprochenen Reformen. 16 (Jahre) — Dauer der ununterbrochenen Herrschaft Orbáns, die durch die Wahl im April 2026 endete
Ungarns politischer Übergang, 2024–2026: — ; — ; — ; — ; —
Mentioned People
- Donald Trump — Prezydent Stanów Zjednoczonych
- Péter Magyar — Lider Partii Tisza i nadchodzący premier Węgier
- Viktor Orbán — Premier Węgier od 2010 roku i lider partii Fidesz
- JD Vance — Wiceprezydent Stanów Zjednoczonych
- Tamás Sulyok — Prezydent Węgier od 2024 roku
- Jonathan Karl — Dziennikarz ABC News, który przeprowadził wywiad z Donaldem Trumpem
Sources: 22 articles
- Défaite d'Orbán : un bol d'air pour l'Europe (L'Opinion)
- Trump and Putin back Hungary's new prime minister (Financial Times News)
- "C'est un homme bien": Donald Trump estime que le futur Premier ministre hongrois Péter Magyar "va faire du bon travail" (BFMTV)
- EN DIRECT, guerre en Ukraine : la Hongrie de Péter Magyar ne s'opposera pas au prêt européen de 90 milliards d'euros à l'Kiev, mais n'y participera pas (Le Monde.fr)
- Selon Donald Trump, Péter Magyar, le nouveau premier ministre hongrois, fera du " bon travail " (Le Monde.fr)
- Hongrie: Magyar " va faire du bon travail " estime Trump (Mediapart)
- Hongrie : " La grande victoire de Péter Magyar ne signe pas la fin de la menace illibérale " (LesEchos.fr)
- Soutien à l'Ukraine, budget de l'Union européenne, migration, état de droit : vers où Peter Magyar emmène-t-il la Hongrie ? - RTBF Actus (RTBF)
- La départ d'Orban va offrir un " nouvel élan " à l'Ukraine, juge une commissaire européenne (Mediapart)
- Elections en Hongrie : " Une fois le champagne sabré, les dirigeants européens devront réévaluer leurs attentes vis-à-vis du nouveau gouvernement " (Le Monde.fr)