US-Präsident Donald Trump hat dem Iran eine Frist bis Dienstag, 20:00 Uhr Ortszeit, gesetzt, um die Straße von Hormus wieder zu öffnen. Sollte Teheran der Forderung nicht nachkommen, drohte Trump mit der Zerstörung von Brücken, Kraftwerken und Ölanlagen im ganzen Land. Eine militärische Entscheidung könne laut Trump innerhalb von nur vier Stunden herbeigeführt werden.
Ultimatum bis Dienstagabend
Donald Trump fordert die Öffnung der Straße von Hormus und droht andernfalls mit der Zerstörung der gesamten iranischen Infrastruktur.
Rechtliche Bedenken
Experten und internationale Politiker warnen, dass Angriffe auf die zivile Energie- und Wasserversorgung gegen das Völkerrecht verstoßen.
Inneramerikanischer Widerstand
Demokraten drohen Verteidigungsminister Hegseth mit einem Amtsenthebungsverfahren; auch kritische Stimmen aus den Reihen der Republikaner werden laut.
Donald Trump hat den iranischen Behörden ein Ultimatum bis Dienstag, 20:00 Uhr US-Ostküstenzeit, gestellt. Sollte die Straße von Hormus bis dahin nicht freigegeben werden, droht die Vernichtung aller Brücken, Kraftwerke, Ölquellen und Entsalzungsanlagen des Landes. Die Vereinigten Staaten könnten laut Trump innerhalb von vier Stunden eine „totale Zerstörung“ bewirken. Auf einer Pressekonferenz im Weißen Haus erklärte er am Montag: „Das gesamte Land kann in einer Nacht ausgeschaltet werden, und diese Nacht könnte morgen sein.“ Bezüglich der Frage, ob Angriffe auf Energieanlagen als Kriegsverbrechen einzustufen seien, wies Trump die Bedenken zurück. Er bezeichnete die iranische Führung als „Tiere“ und erklärte, das eigentliche Kriegsverbrechen bestehe darin, dem Iran den Besitz von Atomwaffen zu ermöglichen. Die Äußerungen lösten umgehend Kritik bei Vertretern der Vereinten Nationen, Völkerrechtlern und Politikern beider US-Parteien aus.
„Wissen Sie, was das Kriegsverbrechen ist? Das Kriegsverbrechen ist, dem Iran den Besitz einer Atombombe zu erlauben.” — Donald Trump via The Independent
Die aktuelle militärische Auseinandersetzung zwischen den USA, Israel und dem Iran begann am 28. Februar 2026 mit koordinierten Luftschlägen unter dem Namen „Operation Epic Fury“. Als Reaktion blockierte der Iran den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus, über die üblicherweise rund 20 Prozent des globalen Öltransports abgewickelt werden. Dies führte zu massiven Turbulenzen an den Finanzmärkten und steigenden Ölpreisen. Der Konflikt dauert nun bereits den zweiten Monat an, wobei Trump den Druck auf Teheran durch Drohungen gegen strategische Knotenpunkte wie die Insel Charg verschärft.
Iran mobilisiert Jugend angesichts drohender Infrastrukturschläge Teheran lehnte einen von Pakistan, Ägypten und der Türkei vermittelten Waffenstillstandsvorschlag ab und legte stattdessen einen 10-Punkte-Gegenplan vor, der ein dauerhaftes Ende des Krieges fordert. Trump nahm dazu Stellung, bezeichnete den Vorschlag jedoch als „nicht gut genug“. Der iranische Präsident Masoud Pezeshkian teilte über den Kurznachrichtendienst X mit, dass über 14 Millionen Iraner bereit seien, ihr Leben für die Verteidigung des Landes zu opfern. Die Regierung rief junge Menschen, Sportler, Künstler und Studenten dazu auf, Menschenketten um Kraftwerke zu bilden. Alireza Rahimi, Sekretär des Hohen Rats für Jugend und Heranwachsende, bezeichnete die Anlagen in einem Videoaufruf als nationales Eigentum der iranischen Jugend. Das israelische Militär veröffentlichte unterdessen Warnungen in persischer Sprache in sozialen Medien und riet der Bevölkerung, Zugreisen im ganzen Land bis Dienstagabend zu vermeiden, da Aufenthalte an Bahnanlagen lebensgefährlich seien.
„Kraftwerke sind unser nationales Gut und Kapital; sie gehören unabhängig von politischer Einstellung der Zukunft Irans und der iranischen Jugend.” — Alireza Rahimi via The Independent
Experten und internationale Vertreter warnten, dass die angedrohten Schläge fast sicher gegen das humanitäre Völkerrecht verstoßen würden. UN-Generalsekretär António Guterres ließ über seinen Sprecher Stéphane Dujarric erklären, dass Angriffe unzulässig seien, wenn sie zu unverhältnismäßigen Schäden unter der Zivilbevölkerung führten – selbst wenn Infrastruktur als militärisches Ziel eingestuft werde. Der französische Außenminister Jean-Noël Barrot warnte auf France Info vor einer Eskalationsspirale, die die Weltwirtschaft schädigen würde. Die Juraprofessorin Rachel VanLandingham wies darauf hin, dass die Unterbrechung der Stromversorgung Krankenhäuser und Wasserwerke direkt treffen und zu Opfern führen würde. Das Gaskraftwerk Damavand bei Teheran versorgt laut Berichten von „Die Welt“ und „Zeit Online“ eine Metropolregion von rund 15 Millionen Menschen. Auch der neuseeländische Premierminister Christopher Luxon bezeichnete mögliche Bombardierungen von Brücken und Stauseen als „inakzeptabel“.
„Sie würden zweifellos eine neue Phase der Eskalation und Vergeltung auslösen, die die Region und die Weltwirtschaft in einen Teufelskreis ziehen würde, der besorgniserregend und vor allem schädlich für unsere eigenen Interessen wäre.” — Jean-Noël Barrot via The Independent
Hegseth droht Amtsenthebungsverfahren bei Ausweitung der Angriffe US-Verteidigungsminister Pete Hegseth, der Trump bei der Pressekonferenz begleitete, kündigte für Montag das bisher „größte Volumen an Angriffen“ an, wobei die Intensität am Dienstag weiter zunehmen solle. Die demokratische Abgeordnete Yassamin Ansari kündigte an, ein Amtsenthebungsverfahren gegen Hegseth einzuleiten, da dieser an einem illegalen Krieg mitwirke. Zudem forderte sie die Anwendung des 25. Verfassungszusatzes. Kritik kam auch von der Republikanerin Marjorie Taylor Greene, einer ehemaligen Trump-Verbündeten. Sie bezeichnete die Drohungen auf X als „boshaft“ und erklärte, die Zerstörung von Infrastruktur treffe genau die Menschen, die Trump angeblich befreien wolle. Chuck Schumer, der Minderheitenführer im Senat, warf Trump vor, Kriegsverbrechen anzudrohen und Verbündete zu verprellen. Währenddessen meldete Israel nächtliche Angriffe auf eine petrochemische Anlage in Schiras und Raketenstellungen im Nordwesten Irans. Ein Raketeneinschlag in einem Wohngebäude südlich von Teheran kostete laut „The Guardian“ bereits am Montag mindestens 13 Menschen das Leben.
„Trump eskaliert einen verheerenden, illegalen Krieg und droht mit massiven Kriegsverbrechen gegen zivile Infrastruktur. In den letzten 48 Stunden hat die Rhetorik jede Grenze überschritten. Pete Hegseth macht sich mitschuldig.” — Yassamin Ansari via The Independent
20 (%) — Anteil der weltweiten Ölversorgung, die in Friedenszeiten die Straße von Hormus passiert
Mentioned People
- Donald Trump — 47. prezydent Stanów Zjednoczonych
- Stéphane Dujarric — Rzecznik Sekretarza Generalnego Organizacji Narodów Zjednoczonych
- Jean-Noël Barrot — Francuski minister spraw zagranicznych
- Yassamin Ansari — Przedstawicielka USA z 3. okręgu wyborczego Arizony od 2025 roku
- Pete Hegseth — 29. sekretarz obrony Stanów Zjednoczonych sprawujący urząd od 2025 roku
- Alireza Rahimi — Sekretarz irańskiej Najwyższej Rady ds. Młodzieży i Nastolatków
- Masoud Pezeshkian — Dziewiąty prezydent Iranu urzędujący od 2024 roku
Sources: 23 articles
- Is the US about to commit war crimes in Iran? (Sky News)
- Iranians Voice Shock and Defiance in Face of Trump's Latest Deadline (The New York Times)
- Kriegsverbrechen? Trumps Drohungen Gegen Iranische Infrastruktur (20 Minuten)
- PM risks Trump's wrath as he 'refuses to allow US to use UK bases to strike Iran' (The Independent)
- Trump warns Iran 'a whole civilization will die tonight' as strikes deadline looms (The Independent)
- UK Signals It Won't Let US Use Bases for Strikes on Iran Energy (Bloomberg Business)
- ترامب: لدينا خطة بتدمير كل جسر في إيران ولست قلقا "على الإطلاق" بشأن جرائم حرب محتملة (France 24)
- Iran war live: Tehran rejects ceasefire deal as Trump's deadline to reopen Strait of Hormuz nears (Reuters)
- Donald Trump isn't concerned about his war crimes - is it too late to stop him? (The Independent)
- Israel warns Iranians their lives will be at risk if they use trains as Trump deadline looms (The Guardian)