US-Präsident Donald Trump hat Papst Leo XIV. via Truth Social und in einem Pressegespräch auf der Joint Base Andrews scharf kritisiert. Die Vorwürfe folgen kirchenseitigen Friedensappellen angesichts aktueller globaler Konflikte. US-Bischöfen zufolge ist die Konfrontation beispiellos für das Verhältnis zwischen Washington und dem Vatikan.

Scharfe Kritik an Leo XIV.

Donald Trump bezeichnete den Papst als schwach in der Kriminalitätsbekämpfung und kritisierte dessen Haltung zum Iran scharf.

Friedensappelle als Auslöser

Der Papst forderte im Vatikan ein Ende der Gewalt, was Trump als Einmischung in seine Außenpolitik wertete.

Spannungen wegen des Iran-Konflikts

Nach dem Beginn der Operation Epic Fury im Februar 2026 bleibt der Kurs gegenüber Teheran ein zentraler Streitpunkt zwischen Washington und dem Vatikan.

Reaktion der US-Kirche

Erzbischof Paul S. Coakley verteidigte den Papst als Stellvertreter Christi und wies die politische Instrumentalisierung zurück.

US-Präsident Donald Trump hat am Sonntag einen scharfen öffentlichen Angriff auf Papst Leo XIV. gestartet. In einem ausführlichen Beitrag auf seiner Plattform Truth Social bezeichnete er das in den USA geborene Kirchenoberhaupt als „schwach bei der Verbrechensbekämpfung und schrecklich in der Außenpolitik“. Diese Kritik wiederholte er später gegenüber Journalisten auf dem Rollfeld der Joint Base Andrews in Maryland. Trumps Äußerungen fielen als direkte Reaktion auf die Antikriegs-Erklärungen des Papstes, darunter eine Gebetswache am Samstag im Petersdom in Rom, bei der Leo XIV. die Staats- und Regierungschefs der Welt zum Ende der Feindseligkeiten aufgeforderte hatte. Die Konfrontation markiert eine der direktesten Auseinandersetzungen zwischen einem amtierenden US-Präsidenten und einem regierenden Papst in der jüngeren Geschichte und löste umgehende Missbilligung seitens hochrangiger katholischer Vertreter in den USA aus. Friedensaufrufe des Papstes lösten Präsidialkritik ausLeo XIV., der in Chicago geboren und im Mai 2025 als erster amerikanischer Papst gewählt wurde, hatte am Samstag im Vatikan einen eindringlichen Appell für den Frieden gehalten, ohne dabei spezifische Länder oder Anführer beim Namen zu nennen. „„Genug mit der Selbstvergötterung und dem Götzendienst des Geldes! Genug der Machtdemonstrationen! Genug des Krieges! Wahre Stärke zeigt sich darin, dem Leben zu dienen“” — Pope Leo XIV via La Libre.be Der Papst hatte zuvor bereits Trumps Drohungen zur Zerstörung der iranischen Zivilisation als „inakzeptabel“ bezeichnet, wie die Berliner Zeitung berichtete. Am Palmsonntag charakterisierte er Gott als jemanden, der die Gebete von Anführern mit „blutbefleckten Händen“ ablehne. Leo XIV. forderte zudem die Weltgemeinschaft auf, die „Souveränität“ Venezuelas nach der Gefangennahme von Präsident Nicolás Maduro zu garantieren – eine Position, die Trumps Zorn erregte. Die Äußerungen des Papstes am Samstag fielen zeitlich mit direkten US-Iran-Verhandlungen in Pakistan zusammen, die laut stern.de zu keiner Einigung führten. Der Iran-Krieg, der Ende Februar 2026 begann, stellt seit Beginn des Pontifikats von Leo XIV. einen zentralen Spannungspunkt zwischen dem Vatikan und Washington dar. Trump stellt Legitimität des Papstes in Frage und lobt dessen BruderIn seinem Truth-Social-Beitrag ging Trump über politische Meinungsverschiedenheiten hinaus und hinterfragte die Grundlage der Wahl von Leo XIV. Er behauptete, das Konklave habe gezielt einen Amerikaner gewählt, um den US-Präsidenten zu beeinflussen. „„Ich will keinen Papst, der es für okay hält, wenn der Iran eine Kernwaffe besitzt. Ich will keinen Papst, der es für schrecklich hält, dass die Vereinigten Staaten Venezuela angegriffen haben. Und ich will keinen Papst, der den Präsidenten der Vereinigten Staaten kritisiert, wenn ich genau das tue, wofür ich gewählt wurde“” — Donald Trump via El Mundo Trump erklärte Reportern auf der Joint Base Andrews, er sei „kein großer Fan von Papst Leo“. Er beschrieb ihn als „sehr liberale Person“, die „nicht an die Stoppung von Kriminalität glaubt“, und warf ihm vor, mit einem Land „herumzuspielen, das eine Atomwaffe will“. Er deutete zudem an, dass Leo XIV. ohne seine eigene Präsenz im Weißen Haus nicht im Vatikan wäre. Trump äußerte daraufhin eine Vorliebe für den Bruder des Papstes, Louis, den er als „absolut MAGA“ bezeichnete, und fügte hinzu: „Er versteht es, aber Leo nicht.“ Kurz nach der Veröffentlichung seiner schriftlichen Erklärung teilte Trump ein KI-generiertes Bild von sich selbst, auf dem er in einer weiß-roten Toga einer kranken Person auf einem Krankenhausbett die Hand auf die Stirn legt. Er ist dabei umgeben von betenden Menschen sowie Symbolen wie der US-Flagge, der Freiheitsstatue, Kampfjets und Adler im Hintergrund. US-Bischöfe verteidigen den Papst, Vatikan schweigtErzbischof Paul S. Coakley, der seit 2010 als Erzbischof von Oklahoma City und seit November 2025 als Präsident der US-Bischofskonferenz amtiert, zeigte sich laut Berichten von Associated Press „enttäuscht“ über Trumps Äußerungen. „„Er ist der Stellvertreter Christi, der aus der Wahrheit des Evangeliums und im Interesse der Seelsorge spricht“” — Paul S. Coakley via Berliner Zeitung Coakley betonte, dass der Papst „nicht sein Rivale“ und kein Politiker sei. Der Vatikan gab laut Reuters zunächst keinen Kommentar zu Trumps Aussagen ab. Die Beziehungen zwischen der Trump-Administration und dem Vatikan waren bereits unter dem Vorgänger von Leo XIV. angespannt. Papst Franziskus, der am 21. April 2025 verstarb, hatte Trumps Migrationspolitik bereits 2016 kritisiert und öffentlich dessen christlichen Glauben in Frage gestellt. Leo XIV. selbst hatte Trumps Migrationspolitik bereits vor seiner Wahl zum Papst im Mai 2025 kritisiert und bewahrt seit seinem Amtsantritt eine Haltung vorsichtiger, aber stetiger Kritik an bestimmten US-Entscheidungen, während die diplomatischen Kanäle offen bleiben. Die gescheiterten Verhandlungen in Pakistan, zu denen US-Vizepräsident JD Vance erklärte, die Gespräche seien produktiv gewesen, Teheran habe sich jedoch geweigert, auf Atomwaffen zu verzichten, verleihen dem öffentlichen Disput zwischen dem Weißen Haus und dem Heiligen Stuhl über die Ausrichtung der US-Außenpolitik weitere Brisanz.

Mentioned People

  • Donald Trump — 47. prezydent Stanów Zjednoczonych
  • Leo XIV — Papież Kościoła katolickiego od maja 2025 roku
  • Paul S. Coakley — Arcybiskup Oklahoma City i przewodniczący Konferencji Episkopatu USA
  • JD Vance — Wiceprezydent Stanów Zjednoczonych

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