In einem Interview mit dem Daily Telegraph bezeichnete US-Präsident Donald Trump das transatlantische Bündnis als bedeutungslos. Er begründete dies mit der mangelnden Unterstützung europäischer Partner im Konflikt mit dem Iran. Die Bundesregierung und weitere EU-Staaten reagierten besorgt auf die Äußerungen vom 1. April 2026.

Infragestellung der NATO-Mitgliedschaft

Donald Trump erwägt den Austritt der USA und kritisiert das Bündnis scharf als handlungsunfähig im Iran-Konflikt.

Kritik an europäischer Passivität

Trump und Rubio werfen europäischen Alliierten vor, die US-Militäroperationen sowie die Sicherung der Straße von Hormus nicht zu unterstützen.

Rechtliche Hürden für den Austritt

Ein US-Bundesgesetz verlangt für einen NATO-Austritt die Zustimmung einer Zwei-Drittel-Mehrheit im Senat oder einen entsprechenden Kongressbeschluss.

US-Präsident Donald Trump hat erklärt, er ziehe einen Austritt der Vereinigten Staaten aus der NATO ernsthaft in Erwägung. In einem am 1. April 2026 veröffentlichten Interview mit der britischen Zeitung The Daily Telegraph bezeichnete er das 77 Jahre alte Bündnis als „Papiertiger“. Trump betonte, die Frage der US-Mitgliedschaft stehe nun „außerhalb jeder Diskussion“. Er verwies dabei auf das Versagen der europäischen Verbündeten, militärische Maßnahmen der USA und Israels gegen den Iran zu unterstützen. Zudem gab er an, er habe „schon immer gewusst“, dass es der NATO an Glaubwürdigkeit fehle – eine Einschätzung, die laut Trump auch der russische Präsident Wladimir Putin teile.

„„Oh ja, ich würde sagen, das steht außerhalb jeder Diskussion. Ich habe mich von der NATO nie beeindrucken lassen. Ich wusste schon immer, dass sie ein Papiertiger sind, und das weiß Putin übrigens auch.“” — Donald Trump via Reuters

Die Äußerungen stießen in europäischen Hauptstädten auf sofortige Resonanz. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung beschrieb Trump als einen erneut ausbrechenden „Supervulkan“ und warnte, dass Europa angesichts eines „großrussischen Imperialismus“ weitgehend auf sich allein gestellt sei.

Rubio bestätigt formale Prüfung des NATO-Werts US-Außenminister Marco Rubio, der zugleich als amtierender Nationaler Sicherheitsberater fungiert, bekräftigte Trumps Position in einem separaten Gespräch mit Fox News. Rubio erklärte, die Vereinigten Staaten würden nach Abschluss des Iran-Konflikts den „Wert der NATO und dieses Bündnisses für unser Land neu bewerten“. Hintergrund der Kritik von Trump und Rubio ist die Weigerung europäischer NATO-Partner, US-Operationen im laufenden Krieg gegen den Iran aktiv zu unterstützen. Dies betrifft insbesondere die Straße von Hormus, die vom Iran blockiert wurde. Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez geriet spezifisch in die Kritik, nachdem er den USA die Nutzung militärischer Stützpunkte auf spanischem Staatsgebiet für Operationen gegen den Iran verweigert hatte. Der Analyst Konstantin Eggert merkte in der Deutschen Welle an, dass Rubios Aussage besonderes Gewicht habe, da der Außenminister bis vor Kurzem als einer der wichtigsten Atlantiker im Kongress gegolten habe. Der ehemalige US-Botschafter bei der NATO, Ivo Daalder, bezeichnete die aktuelle Situation als „die schwerste Krise in der Geschichte der NATO“. Er unterschied diese von früheren Differenzen mit dem Hinweis, dass der Bruch diesmal die kollektive Verteidigung – den Kernzweck des Bündnisses – und nicht lediglich politische Detailfragen betreffe.

Gesetzliche Hürden erschweren einen Austritt Ein formaler Austritt der USA aus der NATO stößt auf erhebliche rechtliche Hindernisse. Ein Gesetz, das unter der Regierung von Ex-Präsident Joe Biden verabschiedet wurde, verpflichtet Trump, die Zustimmung von zwei Dritteln des Senats oder einen Beschluss des Kongresses einzuholen, bevor die USA das Bündnis verlassen können. Analysten betonen in diversen Berichten, dass eine solche Mehrheit im Kongress nur schwer zu erreichen wäre. Artikel 13 des Nordatlantikvertrags sieht zwar ein freiwilliges Ausscheiden vor, doch blieb dieser Schritt in der über 80-jährigen Geschichte der Allianz bislang ohne Beispiel. Lediglich Frankreich zog 1966 seine Truppen aus der militärischen Kommandostruktur zurück, kehrte jedoch 2009 vollständig zurück. Experten weisen darauf hin, dass Washington auch ohne formalen Austritt über informelle Hebel wie Waffenlieferungen, Geheimdienstinformationen und logistische Unterstützung verfügt, um Druck auf Verbündete auszuüben. Einem Bericht der Deutschen Welle zufolge halten es Beobachter für möglich, dass Trump die NATO faktisch funktionsunfähig machen könnte, ohne sie rechtlich zu verlassen.

Die NATO wurde 1949 mit der Unterzeichnung des Nordatlantikvertrags in Washington gegründet. Bereits während seiner ersten Amtszeit bezeichnete Trump das Bündnis als „obsolet“ und drohte damit, Partnern den Schutz zu verweigern, die ihre Verteidigungsausgaben nicht erhöhen. Frankreichs teilweiser Rückzug unter Präsident Charles de Gaulle im Jahr 1966 gilt als wichtigster historischer Präzedenzfall für die Distanzierung eines Hauptmitglieds. Spanien trat der NATO 1982 bei; ein Referendum im Jahr 1986 bestätigte die Mitgliedschaft mit einer Mehrheit von 56,85 Prozent.

Trump kündigt Rede zum Iran-Krieg für Donnerstagmorgen an Für Donnerstag, den 2. April 2026, um 3:00 Uhr polnischer Zeit ist eine landesweite Fernsehansprache Trumps zum Iran-Krieg geplant. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung kommentierte, dass in dieser Nacht „im Kanzleramt die Lichter nicht ausgehen würden“, wenngleich unklar blieb, welche Ankündigungen der US-Präsident plant. Die Krise fällt in eine Zeit intensiver diplomatischer Bemühungen um die Straße von Hormus. Laut Wall Street Journal drängen die Vereinigten Arabischen Emirate auf eine multinationale Koalition – möglicherweise durch eine UN-Sicherheitsrat-Resolution legitimiert –, um die Wasserstraße gewaltsam zu öffnen. Innerhalb der NATO reagierten einige Beamte zurückhaltend auf die Drohungen. Sie vermuten, der Druck solle primär dazu dienen, eine stärkere Unterstützung der Alliierten für die US-Position im Iran zu erzwingen. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung resümierte dennoch, europäische Regierungen klammerten sich „fast schon verzweifelt an die Hoffnung, dass es bei den Republikanern noch genügend vernünftige Stimmen gebe“, um einen endgültigen Bruch zu verhindern.

Wichtige Ereignisse der NATO-Iran-Krise: — ; — ; — ; —

Mentioned People

  • Donald Trump — 47. prezydent Stanów Zjednoczonych
  • Marco Rubio — 72. sekretarz stanu USA i p.o. doradcy ds. bezpieczeństwa narodowego
  • Pedro Sánchez — Premier Hiszpanii od 2018 roku

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