US-Präsident Donald Trump hat am Mittwoch erklärt, dass das neue geistige Oberhaupt des Iran um einen Waffenstillstand gebeten habe. Gleichzeitig drohte er dem Land mit seiner Zerstörung, sollte die strategisch wichtige Straße von Hormus nicht wieder für den Schiffsverkehr geöffnet werden. Der seit fünf Wochen andauernde Konflikt hat laut Berichten der Associated Press bereits mehr als 3.000 Todesopfer gefordert.
Ultimatum zur Straße von Hormus
Trump verknüpft einen Waffenstillstand mit der sofortigen Öffnung der blockierten Schifffahrtsroute.
Drohung gegen NATO-Bündnis
Außenminister Rubio stellt die Allianz infrage, während Trump einen möglichen Austritt der USA anspricht.
Explosion der Ölpreise
Seit Beginn der Militäroperation am 28. Februar ist der Preis für Brent-Rohöl um über 40 Prozent gestiegen.
Strategische Ziele im Iran
Die US-Regierung prüft die Übernahme der Kontrolle über das iranische Ölexportzentrum auf der Insel Charg.
Präsident Donald Trump erklärte am Mittwoch, dass das neu ernannte geistige Oberhaupt des Iran um einen Waffenstillstand gebeten habe. Gleichzeitig drohte er damit, das Land „zurück in die Steinzeit“ zu katapultieren, falls die Straße von Hormus nicht wieder geöffnet werde. Trump bereitete zu diesem Zeitpunkt eine zur Hauptsendezeit geplante Ansprache an die Nation vor. Auf der Plattform Truth Social teilte Trump mit, dass der Sohn des verstorbenen Ajatollah Ali Chamenei – der in den ersten Angriffen des Konflikts getötet worden war – eine Einstellung der Feindseligkeiten gefordert habe. „Wir werden dies in Erwägung ziehen, wenn die Straße von Hormus offen, frei und passierbar ist. Bis dahin werden wir den Iran in die Vergessenheit oder, wie man sagt, in die Steinzeit zurückbomben“, schrieb Trump. Der Krieg, den die Vereinigten Staaten und Israel am 28. Februar unter dem Namen Operation Epic Fury begannen, hat nach Informationen der Associated Press bereits über 3.000 Menschen das Leben gekostet. Gegenüber Reuters erklärte Trump zudem am Mittwoch, die USA würden den Iran „ziemlich schnell verlassen“, könnten aber für gezielte Schläge zurückkehren, sofern dies erforderlich sei.
Rubio warnt vor Neuausrichtung des NATO-Bündnisses Außenminister Marco Rubio, der derzeit auch als amtierender Nationaler Sicherheitsberater fungiert, sagte am Dienstag, Washington könne die „Ziellinie“ des Konflikts sehen, mahnte jedoch, dass diese nicht sofort erreicht sei. In einem Interview mit der Sendung „Hannity“ auf Fox News erklärte Rubio, dass Botschaften zwischen dem Iran und den USA ausgetauscht würden und die Möglichkeit für ein direktes Treffen bestehe. Er sprach zudem eine deutliche Warnung zur Zukunft des transatlantischen Bündnisses aus und betonte, die USA müssten ihr Verhältnis zur NATO nach dem Krieg neu bewerten. Europäische Verbündete, darunter Frankreich und Italien, hatten die Unterstützung von Offensivoperationen verweigert und den USA Stationierungs- sowie Überflugrechte für Angriffe auf den Iran verwehrt. „Ich denke leider, dass wir prüfen müssen, ob dieses Bündnis, das dem Land lange Zeit gute Dienste erwiesen hat, diesen Zweck noch erfüllt. Oder ist es mittlerweile eine Einbahnstraße geworden, in der Amerika Europa verteidigt, uns aber die Verbündeten Rechte für Stützpunkte und Überflüge verweigern, wenn wir ihre Hilfe benötigen?” — Marco Rubio via Reuters Verteidigungsminister Pete Hegseth ergänzte am Dienstag separat, dass die Gespräche mit dem Iran andauerten und an Substanz gewönnen, die USA jedoch bereit seien, den Krieg fortzusetzen, sollte der Iran die Bedingungen nicht erfüllen.
Iran greift Tanker bei Katar an und bedroht US-Unternehmen Der Iran zeigte am Mittwoch keine Anzeichen für ein Einlenken. Laut Associated Press wurde am frühen Morgen ein Tanker vor der Küste Katars angegriffen sowie der internationale Flughafen von Kuwait getroffen. Israel reagierte unterdessen mit Angriffen im Libanon, bei denen in Beirut mindestens fünf Personen getötet wurden. Die iranischen Revolutionsgarden hatten am Dienstag damit gedroht, ab 20 Uhr Teheraner Zeit 18 große US-Unternehmen ins Visier zu nehmen, darunter Microsoft, Google, Apple, Intel, IBM, Tesla und Boeing. Trump tat diese Drohung ab und sagte über den Iran: „Ihnen bleibt nicht mehr viel, womit sie drohen könnten.“ General Dan Caine, Vorsitzender der Vereinigte Stabschefs, berichtete am Dienstag in Washington, dass die US-Streitkräfte wichtige iranische Produktions- und Forschungsstätten getroffen und über 150 iranische Seefahrzeuge zerstört hätten. Der iranische Außenminister Abbas Araghchi bestätigte gegenüber Al Jazeera erstmals einen direkten Kontakt zu Washington bezüglich eines Waffenstillstands durch den US-Sondergesandten Steve Witkoff, betonte jedoch, dass es sich dabei noch nicht um Verhandlungen handele.
40% (Anstieg) — Preisanstieg für Brent-Rohöl seit Kriegsbeginn am 28. Februar
2026-02-28: 74, 2026-04-01: 104
Trump fixiert iranische Ölreserven als Teil der Bedingungen Die diplomatische Lage blieb unübersichtlich. Die USA haben dem Iran einen 15-Punkte-Plan für einen Waffenstillstand vorgelegt, worauf Teheran mit einem 5-Punkte-Gegenvorschlag reagierte, der die Souveränität über die Straße von Hormus vorsieht. Trump deutete am Dienstag an, dass der Krieg auch ohne förmliches Abkommen enden könne, sofern der Iran nicht mehr in der Lage sei, zeitnah Atomwaffen zu erlangen. Er erklärte zudem, dass die USA nach dem Konflikt „nichts mehr zu tun haben werden“ mit der Straße von Hormus. Die Verantwortung für die Offenhaltung des Seewegs liege bei den Ländern, die auf die Energieimporte angewiesen seien. „Das ist nicht unsere Aufgabe. Das wird die Aufgabe von Frankreich sein oder von wem auch immer, der die Meerenge nutzt“, so Trump. Experten, die vom Guardian zitiert wurden, sehen in Trumps Haltung gegenüber den iranischen Ölressourcen eine Fortführung seiner langjährigen Ansichten. Der Präsident hatte gegenüber Reportern geäußert, er wolle „das Öl im Iran nehmen“, indem die Kontrolle über das Exportzentrum auf der Insel Charg übernommen werde. Gegenüber Reuters bestätigte Trump am Mittwoch zudem, dass er erwäge, in seiner Fernsehansprache einen möglichen Austritt der USA aus der NATO anzukündigen. Tausende Marineinfanteristen und Fallschirmjäger wurden bereits in die Region beordert, was Analysten als Vorbereitung für einen Angriff auf die Insel Charg werten. Ein solcher Vorstoß auf dem Seeweg würde jedoch das Durchqueren der Straße von Hormus erfordern, deren Verminung der Iran angedroht hat.
Die Straße von Hormus gilt seit langem als einer der kritischsten Engpässe für die weltweite Energieversorgung. In Friedenszeiten wird etwa ein Fünftel des globalen Ölangebots über diesen Wasserweg transportiert. Der Iran hat in Spannungsphasen mit den USA, insbesondere im Streit um sein Atomprogramm, wiederholt mit der Schließung der Meerenge gedroht. Der aktuelle Konflikt begann am 28. Februar 2026, als die USA und Israel die Operation Epic Fury starteten, bei der das damalige Oberhaupt Ali Chamenei getötet wurde. Sein Sohn Mojtaba Chamenei wurde am 9. März 2026 zu seinem Nachfolger ernannt.
Vorschläge für einen Waffenstillstand (Stand 1. April 2026): US-Plan (before: 15-Punkte-Vorschlag, after: Beinhaltet Forderung nach Wiedereröffnung der Straße von Hormus); Iranische Reaktion (before: 5-Punkte-Gegenvorschlag, after: Beinhaltet Beibehaltung der Souveränität über die Straße von Hormus)
Mentioned People
- Donald Trump — 47. prezydent Stanów Zjednoczonych
- Marco Rubio — 72. sekretarz stanu USA i pełniący obowiązki doradcy ds. bezpieczeństwa narodowego
- Mojtaba Khamenei — Najwyższy Przywódca Iranu od marca 2026 r.
- Pete Hegseth — 29. sekretarz obrony Stanów Zjednoczonych
Sources: 68 articles
- Gas-Turbine Prices Surge, Crimping Efforts to Power Data Centers (Bloomberg Business)
- Iran denies Trump's claim Iranian president requested ceasefire (Al Jazeera Online)
- Trump to give primetime address on Iran war as questions swirl over his next move (BBC)
- Trump says war in Iran will not end until Strait of Hormuz is reopened (POLITICO)
- Iran War Live News Updates: Trump Considers Leaving NATO; Tehran Says U.S. Isn't Serious About Diplomacy (The Wall Street Journal)
- Why Trump Bungled Oil and Gas (The Atlantic)
- 'Fossil-fuel imperialism': Trump's hankering for Iranian oil runs deep (The Guardian)
- US to leave Iran 'pretty quickly' and return if needed, Trump tells Reuters (Reuters)
- Trump claims to have achieved his Iran war aims. Has he? (The Irish Times)
- Trump Says US Will Consider Iran Ceasefire When Hormuz Is Open (Bloomberg Business)