Mit einem Durchschnittspreis von 34 Euro pro Nacht für eine Kleinfamilie bleibt Thüringen auch 2026 das preiswerteste Pflaster für Camper. Während die Kosten in Südeuropa oft das Doppelte betragen, verzeichnet der Freistaat trotz moderater Preiserhöhungen eine ungebrochene Nachfrage. Das Osterwochenende markierte mit Sonnenschein und hoher Auslastung einen erfolgreichen Saisonauftakt.
Preiswertestes Bundesland
Thüringen bietet mit durchschnittlich 34 Euro pro Nacht die günstigsten Camping-Tarife in ganz Deutschland an.
Südeuropa deutlich teurer
Im Vergleich zu Thüringen kosten Übernachtungen in Kroatien und Italien mit über 60 Euro oft das Doppelte.
Wetterabhängigkeit
Die Buchungslage ist sehr volatil; Prognosen über Unwetter führen regelmäßig zu kurzfristigen Stornierungen.
Thüringen hat sich als das kostengünstigste deutsche Bundesland für Campingurlaub etabliert. Eine Familie mit einem Kind zahlt hier in der Hauptsaison durchschnittlich 34 Euro pro Nacht – etwa die Hälfte dessen, was in populären südeuropäischen Destinationen fällig wird. Der ADAC berichtet, dass Übernachtungen in Kroatien und Italien im Schnitt mehr als 60 Euro und teils sogar über 70 Euro kosten. Trotz einer Preissteigerung von sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr behauptet Thüringen seinen Platz am Ende der deutschen Preistabelle. Das Osterwochenende läutete die Saison 2026 bei strahlendem Sonnenschein und voll belegten Plätzen im gesamten Freistaat erfolgreich ein. Nach Angaben des Thüringer Wirtschaftsministeriums verfügt die Region über fast 100 Campingplätze, ergänzt durch Reisemobil-Stellplätze und kleinere Übernachtungsmöglichkeiten. Das vielfältige Angebot aus Talsperren, Wäldern im Nationalpark und historischen Städten zieht Wassersportler, Wanderer und Kulturtouristen gleichermaßen an. Beliebter Platz an Talsperre für Mai-Feiertage bereits ausgebuchtDer Campingplatz am Stausee Hohenfelden, der als größter in Thüringen gilt, ist für die verlängerten Wochenenden um den 1. Mai, Christi Himmelfahrt und Pfingsten bereits ausgebucht. Jana Müller, Rezeptionsleiterin der Anlage, bestätigte die Buchungslage, wies jedoch darauf hin, dass sich für Kurzentschlossene in regulären Ferienzeiten meist noch Lücken finden ließen. Mit 48,50 Euro pro Nacht für zwei Erwachsene und ein Kind im Wohnmobil liegt Hohenfelden am oberen Ende des thüringischen Preisspektrums. Im Gegensatz dazu sind auf dem Campingplatz am Tor zum Hainich noch Kapazitäten für alle Wochenenden vorhanden, wenngleich das Personal mit großem Andrang zu Pfingsten und Himmelfahrt rechnet. „Ich habe noch nie jemanden weggeschickt” — Camping-Mitarbeiter via N-tv, so ein Mitarbeiter, der für die großen Feiertage dennoch einen vollen Platz erwartet. Der Kontrast zwischen beiden Anlagen verdeutlicht, wie stark der Buchungsdruck je nach Lage und Bekanntheit innerhalb des Landes variiert.Campingplatz Tor zum Hainich: 33, Camping Georgenthal: 33, Camping Saalburg Kloster: 34, Camping Paulfeld: 34.50, Stausee Hohenfelden: 48.50 Wetter und Sanitäranlagen entscheiden über kurzfristige AbsagenDie Betreiber in Thüringen berichten, dass Kurzzeitbuchungen stark von der Wettervorhersage abhängen; bei Unwetterwarnungen stornieren Gäste häufig. Jana Müller beschrieb die Dynamik: Bei angekündigtem Sturm sagen viele ab, während bei guten Aussichten die Nachfrage sprunghaft ansteigt. „Wir könnten dann 100 Plätze mehr haben” — Jana Müller via DIE WELT. Ein zweiter entscheidender Faktor für die Gäste sind laut Mitarbeitern des Campingplatzes am Tor zum Hainich die Sanitäreinrichtungen. „Wenn das ordentlich ist, dann bleiben viele Leute” — Camping-Mitarbeiter via DIE WELT. Daten des Wirtschaftsministeriums zeigen, dass Gäste in Thüringen durchschnittlich 2,7 Nächte bleiben, was etwas unter dem Wert aus der Zeit vor der Pandemie liegt. Die kurze Verweildauer unterstreicht Thüringens Funktion als Ziel für Wochenend- und Kurzreisen statt für ausgedehnte Urlaube. Camping-Boom nach der Pandemie führt zu über 830.000 ÜbernachtungenSeit dem Ende der pandemiebedingten Einschränkungen verzeichnet Thüringen einen stetigen Anstieg der Campingübernachtungen. Waren es im Jahr 2019 noch rund 700.000 Übernachtungen, stieg die Zahl im vergangenen Jahr auf etwa 830.000, wobei 2024 nochmals leichte Zuwächse registriert wurden. Die Region um den Nationalpark Hainich, die Bleiloch-Talsperre sowie der Thüringer Wald bleiben die Hauptanziehungspunkte für naturbegeisterte Besucher. Die jährliche Analyse des ADAC umfasste lediglich 15 der rund 100 thüringischen Plätze, weshalb der Durchschnittswert von 34 Euro auf einer Teilprobe basiert. Die Organisation rät Campern, für Hauptreisezeiten frühzeitig zu buchen und möglichst außerhalb der offiziellen Ferien zu reisen, da die Preise dann deutlich sinken können. Einige Thüringer Plätze verzichten gänzlich auf Saisonpreise und bieten ganzjährig Pauschalraten an – ein weiterer Vorteil für flexible Reisende, die Aufschläge in Spitzenzeiten umgehen möchten.34 (Euro) — durchschnittlicher Preis pro Nacht für eine Familie in der HauptsaisonCamping in Deutschland hat seit Beginn der 2020er Jahre einen deutlichen Bedeutungswandel erfahren und sich von einer reinen Budget-Option zum Breitensport entwickelt, nachdem Reisebeschränkungen den heimischen Tourismus befeuerten. Thüringen, gemessen an Einwohnerzahl und Fläche eines der kleineren Bundesländer, war touristisch historisch weniger präsent als etwa Bayern oder das Rheintal. Der am 31. Dezember 1997 gegründete Nationalpark Hainich bildet heute einen Anker des Naturtourismus. Die jährlichen Preisvergleiche des ADAC, Europas größtem Automobilclub, gelten als Maßstab für den deutschen Campingmarkt.
Mentioned People
- Jana Müller — Kierownik recepcji na kempingu nad zbiornikiem retencyjnym Hohenfelden
Sources: 4 articles
- So günstig ist Camping in Thüringen - WELT (DIE WELT)
- So günstig ist Camping in Thüringen (stern.de)
- Thüringen: So günstig ist Camping in Thüringen (N-tv)
- So günstig ist Camping in Thüringen (Süddeutsche Zeitung)