Der Flughafenverband ACI Europe warnt die Europäische Kommission vor einem systemischen Kerosinmangel innerhalb der nächsten drei Wochen. Grund hierfür ist der drastische Rückgang des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus infolge des Konflikts zwischen den USA, Israel und dem Iran. Nur noch sieben Schiffe passierten das Nadelöhr innerhalb von 24 Stunden, während es vor dem Krieg rund 140 pro Tag waren.

Warnung vor Kerosinmangel

ACI Europe prognostiziert einen systemischen Treibstoffmangel in der EU innerhalb von drei Wochen, falls die Blockade der Straße von Hormus anhält.

Massiver Rückgang des Schiffsverkehrs

Die Anzahl der täglichen Schiffspassagen ist von durchschnittlich 140 auf lediglich 7 gesunken, was die Einfuhr von 40 % des EU-Kerosinbedarfs gefährdet.

Erste Rationierungen in Italien

An den Flughäfen Mailand, Venedig und Bologna gibt es bereits erste Beschränkungen bei der Flugzeugbetankung; strategische Reserven vieler EU-Staaten reichen nur für 30 Tage.

Verdopplung der Treibstoffpreise

Die Kerosinpreise sind auf 1.573 US-Dollar pro Tonne gestiegen, verglichen mit etwa 750 US-Dollar vor Ausbruch der Operation Epic Fury.

ACI Europe warnte die Europäische Kommission am 10. April davor, dass der Union innerhalb von drei Wochen ein „systemischer“ Mangel an Flugkraftstoff drohe, sofern der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus nicht wieder Normalmaß erreicht. Der anhaltende Konflikt unter Beteiligung der USA, Israels und des Irans hat die Schiffspassagen auf einen Bruchteil des Vorkriegsniveaus reduziert. Die Warnung erfolgte in einem Schreiben des Generaldirektors von ACI Europe, Olivier Jankovec, an Apostolos Tzitzikostas, den EU-Kommissar für nachhaltigen Verkehr und Tourismus. In den 24 Stunden vor Veröffentlichung des Briefes passierten lediglich sieben Schiffe die Meerenge, verglichen mit durchschnittlich 140 an einem typischen Tag vor dem Konflikt. Die EU bezieht rund 40 % ihres raffinierten Kerosins über diese Route; Schiffe mit diesem Treibstoff benötigen normalerweise einen Monat, um europäisches Territorium zu erreichen. Die Kerosinpreise haben sich seit Beginn des Konflikts bereits verdoppelt. Laut der Nachrichtenagentur Argus Media schlossen die Referenzpreise bei 1.573 US-Dollar pro Tonne und liegen damit deutlich über den rund 750 US-Dollar, die vor Ausbruch der Feindseligkeiten verzeichnet wurden.

Kerosinkrise: Wichtige Ereignisse: — ; — ; — ; —

Die Straße von Hormus gilt seit langem als der weltweit kritischste Engpass für Öl, da etwa ein Fünftel des globalen Öl- und Gasangebots hier transportiert wird. Die militärische Operation der USA und Israels gegen den Iran unter dem Namen „Operation Epic Fury“ begann am 28. Februar 2026 und führte zu einer drastischen Reduzierung des Schiffsverkehrs. Der Iran betont zwar, die Wasserstraße sei im Einklang mit einem Waffenstillstandsabkommen mit den USA wieder geöffnet worden, doch zeigen in den Quellen zitierte Schifffahrtsdaten, dass der Verkehr weit unter dem Vorkriegsniveau bleibt.

„„Sollte der Transit durch die Straße von Hormus innerhalb der nächsten drei Wochen nicht in signifikantem und stabilem Maße wieder aufgenommen werden, wird ein systemischer Kerosinmangel für die EU zur Realität werden.“” — Brief von ACI Europe via Financial Times

Italienische Flughäfen führen bereits Betankungsbeschränkungen ein – Sorge um Bestände im Mai wächst Obwohl in Europa noch kein flächendeckender Mangel verzeichnet wurde, hat sich die Lage vor Ort bereits zugespitzt. An mehreren italienischen Flughäfen, darunter Mailand, Venedig und Bologna, wurden Beschränkungen bei der Betankung eingeführt. Europäische Raffinerien arbeiten Berichten zufolge unter Vollauslastung, sodass kein Spielraum besteht, die geringeren Importe aus der Golfregion zu kompensieren. Laut einer Einschätzung, die auf drei EU-Quellen basiert und von Corriere della Sera sowie dem italienischen Medium Open zitiert wurde, könnten die bestehenden Kerosinvorräte – einschließlich der letzten Schiffsladungen aus dem Persischen Golf – zwischen der zweiten und dritten Maiwoche erschöpft sein. Nur zwei EU-Mitgliedstaaten sollen über strategische Reserven für 90 Tage verfügen, während die Mehrheit nicht länger als 30 Tage auskommen würde. Besonders exponiert seien einige osteuropäische sowie kleinere westliche Staaten. Asiatische Länder, darunter Vietnam, haben bereits mit der Rationierung von Kerosin begonnen – eine Entwicklung, die ACI Europe als Warnsignal für Europa anführt. Fluggesellschaften informieren Passagiere bereits über mögliche Flugstreichungen, sollte sich die Versorgungslage nicht bessern. Fatih Birol, Direktor der Internationalen Energieagentur, warnte in einem Interview mit dem Spiegel, dass Diesel und Kerosin in Europa bald knapp werden könnten. Er schlug vor, dass allein eine Geschwindigkeitsreduzierung um 10 km/h auf deutschen Autobahnen den nationalen Ölverbrauch um bis zu 6 % senken könnte.

Referenzpreis für Kerosin: Vor und nach dem Konflikt: Referenzpreis Kerosin (pro Tonne) (before: ~ 750 $ (vor dem Konflikt), after: 1.573 $ (3. April 2026)); Tägliche Schiffspassagen (Hormus) (before: ~ 140 (Vorkriegsdurchschnitt), after: 7 (letzte 24 Stunden)); Kerosin-Rationierung in der EU (before: Keine, after: Beschränkungen an den Flughäfen Mailand, Venedig, Bologna)

Trump kritisiert Irans Vorgehen trotz Berichten über Waffenstillstand US-Präsident Donald Trump erklärte, der Iran leiste „schlechte Arbeit“ bei der Wiederöffnung der Straße von Hormus, obwohl ein Waffenstillstand zwischen Washington und Teheran gemeldet worden war. Während der Iran beteuert, die Wasserstraße sei vertragsgemäß offen, zeichnen Schifffahrtsdaten ein anderes Bild. Diese Diskrepanz zwischen den Behauptungen Teherans und dem beobachteten Verkehr verstärkt die Unsicherheit in der europäischen Luftfahrt- und Energieplanung. Die weltweiten Ölpreise bleiben laut G4Media trotz Trumps Ankündigung einer zweiwöchigen Waffenruhe auf hohem Niveau. ACI Europe wies in dem Schreiben darauf hin, dass die EU derzeit über keinen gemeinschaftsweiten Mechanismus zur Erfassung oder Überwachung der Kerosinproduktion und -bestände verfügt – eine Lücke, die die Kommission dringend schließen müsse. Der Verband forderte Notfallmaßnahmen wie erleichterte Importe, die Prüfung gemeinsamer EU-Treibstoffkäufe und strengere inländische Raffinerieverpflichtungen. Zudem solle die Kommission die Anwendung von EU-Methanemissionsvorschriften klären, da diese externe Lieferanten vom europäischen Markt abschrecken könnten.

40% (der Kerosinimporte der EU) — werden durch die Straße von Hormus transportiert

Sommersaison und 851 Milliarden Euro schwere Wirtschaftsleistung gefährdet ACI Europe bezeichnete den Zeitpunkt eines potenziellen Mangels als besonders kritisch, da in wenigen Wochen die Hauptreisesaison beginnt, in der der Flugverkehr eine tragende Säule für die Tourismuswirtschaft vieler EU-Staaten ist. Eine Treibstoffkrise würde die europäische Wirtschaft erheblich treffen und den makroökonomischen Schaden durch die hohen Ölpreise weiter verschärfen. Laut einer ACI-Europe-Studie trägt der Luftverkehr jährlich 851 (Milliarden Euro) — als jährlichen Beitrag zum BIP bei und sichert etwa 14 Millionen Arbeitsplätze. Zudem werden 26% (des Wertes der europäischen Exporte) — über Flughäfen abgewickelt, was die Bedeutung des Sektors über den Passagiertransport hinaus unterstreicht. Der Verband forderte eine verstärkte Überwachung der Versorgungslage in der gesamten Union. Die Krise offenbare eine strukturelle Verwundbarkeit: die hohe Abhängigkeit von Kerosinimporten und das Fehlen eines Rahmens für strategische Energieautonomie im Luftverkehr. Während europäische Unternehmen laut RTBF noch Reserven für wenige Wochen besitzen, können Lieferanten Lieferungen für den Mai derzeit nicht garantieren. Das Schreiben gilt laut Il Sole 24 Ore als das bisher deutlichste Signal des Sektors hinsichtlich des Risikos, pünktlich zum Sommeranfang vor leeren Tanks zu stehen.

Jährlicher BIP-Beitrag (Mrd. €): 851, Geförderte Arbeitsplätze (Millionen): 14, Anteil an Exporten nach Wert (%): 26

Mentioned People

  • Apostolos Tzitzikostas — Komisarz Europejski ds. Zrównoważonego Transportu i Turystyki od 2024 roku
  • Donald Trump — 47. Prezydent Stanów Zjednoczonych
  • Olivier Jankovec — Dyrektor Generalny ACI Europe

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