Mehrere Reedereien an der Nord- und Ostseeküste passen ihre Ticketpreise an die gestiegenen Dieselkosten an. Insbesondere Reisende nach Sylt und Helgoland müssen seit Ende März mit zusätzlichen Gebühren rechnen, wobei die Aufschläge je nach Anbieter und Fahrzeugtyp variieren. Tim Kunstmann, Geschäftsführer von FRS Syltfähre, bestätigte diese vorübergehende Maßnahme gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.
Zuschläge auf Nord- und Ostseerouten
Reedereien wie FRS Syltfähre und Adler Schiffe führen aufgrund gestiegener Dieselpreise Treibstoffzuschläge ein.
Staffelung nach Fahrzeugtyp
Auf der Sylt-Route zahlen Fußgänger 50 Cent mehr, während für Fahrzeuge ein Aufschlag von 4 Euro fällig wird.
Ausnahme durch Vorausplanung
Die Wyker Dampfschiffs-Reederei verzichtet auf Zuschläge, da Treibstoffkontingente frühzeitig gesichert wurden.
Mehrere Fährbetreiber, die deutsche Inseln in der Nord- und Ostsee anlaufen, haben temporäre Treibstoffzuschläge eingeführt. Passagiere auf dem Weg nach Sylt müssen bereits seit dem 26. März mit höheren Preisen rechnen, wie Tim Kunstmann, Geschäftsführer der FRS Syltfähre, gegenüber der Deutschen Presse-Agentur erklärte. Die Zuschläge, die sich nach Betreiber und Strecke unterscheiden, spiegeln einen sprunghaften Anstieg der Dieselkosten wider. Laut den Unternehmen können diese Kosten nicht mehr intern aufgefangen werden, ohne sie an die Fahrgäste weiterzugeben. Die FRS Syltfähre kündigte die neuen Gebühren auf ihrer Webseite als vorübergehende Maßnahme an. Die Reederei bedient die Verbindung zwischen List auf Sylt und Havneby auf der dänischen Nachbarinsel Rømø. Betroffen sind alle Tickets, die ab dem 26. März erworben wurden. Differenzierte Tarife auf der Sylt-RouteDie FRS Syltfähre hat ihre Zuschläge nach Personengruppen gestaffelt. Fußgänger zahlen 50 Cent zusätzlich pro Ticket, während für Pkw, Motorräder, Busse oder Wohnmobile ein Aufschlag von 4 Euro fällig wird. Das Unternehmen bezeichnete diesen Schritt angesichts der Kostenentwicklung als unvermeidbar. „Aufgrund der kurzfristig deutlich gestiegenen Brennstoffkosten sehen wir uns leider gezwungen, vorübergehend einen Treibstoffzuschlag zu erheben.” — FRS Syltfähre via Deutsche Presse-Agentur Die Reederei äußerte die Hoffnung auf eine baldige Entspannung der Lage. „Wir hoffen sehr, dass sich die Situation bald wieder normalisiert, damit schnellstmöglich wieder der ursprünglich geplante Fahrpreis gelten kann.” — FRS Syltfähre via Deutsche Presse-Agentur Unabhängig davon erhebt auch die FRS Helgoline seit rund zwei Wochen einen Treibstoffzuschlag für Verbindungen nach Helgoland, wobei die Höhe vom jeweiligen Abfahrtsort abhängt. Hamburg: 3, Brunsbüttel: 2, Cuxhaven: 1.50 Adler Schiffe plant distanzabhängigen Zuschlag ab MaiDie Reederei Adler Schiffe, die unter anderem von Rügen aus operiert, wird spätestens zum 1. Mai einen entfernungsabhängigen Dieselzuschlag einführen. Ein Unternehmenssprecher erklärte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, dass die aktuellen Kostensteigerungen erheblich seien. Für Kurzfahrten wie Hafenrundfahrten wird ein Aufschlag von einem Euro erhoben, während längere Strecken – etwa nach Helgoland – mit zusätzlich 3 bis 4 Euro pro Strecke berechnet werden. Die Reederei kündigte an, die Zuschläge zu senken, sobald die Kraftstoffpreise nachgeben. Fahrten mit dem Elektroschiff „Adler nature“ in Wismar sind von den neuen Gebühren ausgenommen. Bei der FRS Weißen Flotte mit Sitz in Stralsund, die an der Ostseeküste und in der Boddenlandschaft tätig ist, steht eine Entscheidung über mögliche Zuschläge noch aus; ein Ergebnis wird im Laufe des Aprils erwartet. Die Elbfähre Glückstadt-Wischhafen hat bereits reagiert und erhebt seit dem 23. März auf alle Tickets einen Zuschlag zwischen 20 Cent und 1,80 Euro. Eine Reederei verzichtet dank vorausschauender Planung auf ErhöhungenNicht alle Fährgesellschaften geben die höheren Kosten an ihre Kunden weiter. Die Wyker Dampfschiffs-Reederei (W.D.R.) hält ihre Fahrpreise stabil, da sie Treibstoffkontingente bereits im Vorfeld gesichert hat. Ein Sprecher erklärte, dass man durch diesen frühzeitigen Einkauf vor kurzfristigen Marktschwankungen geschützt sei. „Die Wyker Dampfschiffs-Reederei hat ihren Kraftstoffeinkauf für den Schiffsbetrieb frühzeitig abgesichert und ist daher von kurzfristigen Preisschwankungen an den Energiemärkten weniger betroffen.” — Sprecher der Wyker Dampfschiffs-Reederei via Deutsche Presse-Agentur Das Unternehmen bedient die Inseln Föhr und Amrum sowie die Hallig Hooge. Der Sprecher bestätigte, dass dieser Planungsvorteil direkt an die Fahrgäste weitergegeben werde und man derzeit auf gesonderte Treibstoffzuschläge verzichte. Hintergrund des Preisanstiegs sind laut Berichten von N-tv unter anderem die Auswirkungen des laufenden Krieges im Iran, der die Dieselpreise in die Höhe treibt und nun den deutschen Fährsektor erreicht.
Mentioned People
- Tim Kunstmann — Dyrektor zarządzający FRS Syltfähre
Sources: 4 articles
- Teurer Treibstoff: Fährtickets kosten mehr - auch nach Sylt (stern.de)
- Teurer Treibstoff: Fährtickets kosten mehr - auch nach Sylt - WELT (DIE WELT)
- Hamburg & Schleswig-Holstein: Teurer Treibstoff: Fährtickets kosten mehr - auch nach Sylt (N-tv)
- Teurer Treibstoff: Fährtickets kosten mehr - auch nach Sylt (Süddeutsche Zeitung)
- Preise für Fähren auf Nord- und Ostsee steigen teilweise: Das sollten Fahrgäste beachten (Norddeutscher Rundfunk)