Ein schwerer Windsturm hat am Sonntag, 29. März 2026, den Norden Kataloniens getroffen. In Portbou im Raum Alt Empordà wurden Böen von bis zu 168 Kilometern pro Stunde gemessen. Behörden sperrten mindestens sechs Straßen und setzten den Zugverkehr auf zwei Linien aus.

Rote Warnstufe für Girona und die Vorpyrenäen

Die Wetterbehörde Aemet aktivierte wegen orkanartiger Winde die höchste Warnstufe für Teile Kataloniens.

Straßen und Bahnverkehr eingeschränkt

Mindestens sechs Straßen wurden gesperrt, zwei Zuglinien vorübergehend unterbrochen.

Böen bis 168 Kilometer pro Stunde

In Portbou wurde der höchste Wert des Tages gemessen, weitere Stationen meldeten ebenfalls Extremwerte.

Rettungskräfte registrieren zahlreiche Einsätze

Bis zum Vormittag gingen 231 Anrufe bei 112 ein, die Feuerwehr meldete 170 Vorfälle.

Warnungen auch für Schnee und Seegang

Neben Wind galt in Teilen der Region auch Gefahr durch Schnee und hohe Wellen.

Die staatliche Wetterbehörde Aemet aktivierte für die Pyrenäen von Girona und die Vorpyrenäen von Barcelona die rote Warnstufe wegen orkanartiger Winde. Der Katastrophenschutz verschickte Es-Alert-Nachrichten an Mobiltelefone in sechs Landkreisen — Solsonès, Berguedà, nördliches Cerdanya, Ripollès, Garrotxa und Alt Empordà — und forderte die Einwohner auf, ihre Mobilität und Aktivitäten im Freien über den Tag hinweg einzuschränken. Der Meteocat aktualisierte seine Gefahrenkarten auf Stufe 5 von 6 für Wind, auf 4 von 6 für Seegang an der Nordküste und auf 3 von 6 für Schneefall in den westlichen Pyrenäen. Verletzte waren bis Sonntagmorgen nach Angaben von RTVE nicht gemeldet worden.

Böen erreichen an mehreren Stationen in Girona mehr als 160 Kilometer pro Stunde Messungen an automatischen Wetterstationen in der Region zeigten die Stärke des Sturms. In Portbou-Coll dels Belitres wurde 168 (km/h) — die höchste Böe in Portbou, Alt Empordà, gemessen. Am Heiligtum von Queralt im Berguedà wurden 154 Kilometer pro Stunde registriert, in Darnius im Alt Empordà 135 Kilometer pro Stunde, wie El País berichtete. An der Station Pantà de Darnius-Boadella wurden 133,9 Kilometer pro Stunde gemessen, in Tosa d'Alp 122,8 Kilometer pro Stunde und in Navata 115,9 Kilometer pro Stunde, wie La Vanguardia meldete. Auch Küstenorte, die solche Bedingungen seltener erleben, bekamen die Tramontane zu spüren. In Palamós wurden 100 Kilometer pro Stunde gemessen, in Banyoles 89,6 Kilometer pro Stunde. Meteocat warnte, dass an der Nordküste Kataloniens Wellen von mehr als zweieinhalb Metern erwartet würden und sich in den Pyrenäen bis zu 30 Zentimeter Schnee angesammelt hätten. Die Kombination aus Wind und Schnee könne dort zu Schneesturm-Bedingungen führen. Die Behörde sagte voraus, dass die intensivste Phase des Sturms um die Mittagszeit eintreten werde, wenn der Wind aus Norden wehe. „Der schwerste Teil des Sturms könnte bis 20:00 Uhr andauern.” — Inma Soler via RTVE

Portbou (Alt Empordà): 168, Heiligtum von Queralt (Berguedà): 154, Pantà de Darnius-Boadella: 133.9, Tosa d'Alp: 122.8, Navata: 115.9, Ulldeter (Girona): 110.5, El Perelló (Tarragona): 109.8, Palamós: 100

Sechs Straßen gesperrt, zwei Zuglinien im Raum Girona unterbrochen Umgestürzte Bäume zwangen den Servei Català de Trànsit, sechs Kreisstraßen in der Provinz Girona in beide Richtungen zu sperren, darunter die GI-502 in Darnius, die GI-505 in Vajol, die GIV-5132 in Fontcoberta, die GIV-5223 in Camprodon sowie die GIV-5265 in Vilallonga de Ter und Quart. Der Bahnkonzern Renfe setzte den Verkehr auf dem Abschnitt Figueres-Portbou der Linie R11 und auf dem Abschnitt Vic-Ripoll der Rodalies-Linie R3 mindestens bis 13:00 Uhr aus. Auch Schnee führte zu weiteren Einschränkungen: Auf der Straße N-260 in Montferrer i Castellbò durften keine Lastwagen fahren, auf den Straßen C-13, C-142b, C-147 und C-28 wurden Schneeketten zur Pflicht. Die Stadtverwaltung von Girona, die zwei Wochen zuvor bereits am stärksten von einem Sturm betroffen gewesen war, aktivierte ihren Wind-Notfallplan in der Alarmphase. Damit wurden Veranstaltungen im Freien abgesagt sowie Parks und Gärten geschlossen. Der Katastrophenschutz bat die Bewohner der betroffenen Landkreise, zwischen 08:00 und 20:00 Uhr auf unnötige Fahrten zu verzichten. Der Servei Català de Trànsit riet ausdrücklich von Fahrten in Alt Empordà, Ripollès, Berguedà und Solsonès ab. Wer keine Alternative habe, solle langsamer fahren, den Sicherheitsabstand vergrößern und auf Viadukten, in Tunneln und auf freiliegenden Straßenabschnitten besonders vorsichtig sein.

Rettungskräfte melden bis zum Vormittag 231 Anrufe und 170 Feuerwehrmeldungen Die Bombers de la Generalitat erhielten zwischen Samstag, 20:00 Uhr, und Sonntag, 10:30 Uhr, 170 Meldungen, davon 150 allein aus der Einsatzregion Girona, wie Europa Press berichtete. Zu den wichtigsten Vorfällen gehörten ein kleiner Waldbrand in l'Escala, der am Samstag um 21:42 Uhr gemeldet wurde, sowie das Herabstürzen von Bauteilen auf Autos in Vall-llobrega und Palamós am Sonntag um 10:28 Uhr. In der Einsatzregion Centre wurden 9 Meldungen registriert, darunter ein Fall vom Sonntag um 09:00 Uhr, bei dem das Dach eines kommunalen Feuerwehrdepots zum zweiten Mal abgerissen wurde. Die Notrufnummer 112 hatte bis Sonntag um 10:00 Uhr 231 (Anrufe) — insgesamt 231 notfallbezogene Anrufe wegen des Windereignisses erhalten. Daraus entstanden 161 Vorgangsakten. Die meisten Vorfälle wurden aus Castell-Platja d'Aro, l'Escala und Palamós gemeldet. Katalonien erlebt seit dem Herbst eine Serie schwerer Stürme. Ein starker Sturm im Februar 2026 führte nach Angaben von El País dazu, dass neun Menschen im Krankenhaus behandelt werden mussten und die Region großflächig beeinträchtigt wurde. Der aktuelle Sturm wurde als der zweite innerhalb von fünfzehn Tagen beschrieben. Das vorherige Ereignis hatte in denselben Gebieten mehrere Verletzte und Schäden verursacht, die nun erneut unter Alarm stehen. Die Tramontane und der Nordwind sind in Nordkatalonien wiederkehrende meteorologische Phänomene, die besonders den Alt Empordà und die Pyrenäen-Ausläufer treffen. Die stellvertretende Leiterin des Katastrophenschutzes, Inma Soler, sagte TVE's Canal 24 Horas, die 112-Leitstelle habe in der Nacht etwa 110 Anrufe registriert, ohne dass es einen größeren Vorfall gegeben habe. Der Sturm werde jedoch noch zunehmen, bevor er am Abend nachlasse. Die Regionalbehörden hatten zudem sowohl den Wind-Notfallplan VENTCAT als auch den Zivilschutzplan PROCICAT in der Alarmphase aktiviert. Abgedeckt seien damit Risiken durch Wind, hohen Seegang an der Costa Brava und Schnee an den nördlichen Hängen der Pyrenäen.

Mentioned People

  • Inma Soler — Zastępczyni dyrektora Obrony Cywilnej Generalitat Katalonii

Sources: 9 articles