Ein stark geschwächter Buckelwal liegt in der Wismar-Bucht erneut im Flachwasser. Das Tier hatte sich in der Nacht zwar zunächst von einer Sandbank befreit, war aber rund 800 Meter weiter bei Redentin wieder auf Grund gelaufen. Fachleute sprechen von einer kritischen Lage.

Wal in kritischem Zustand

Burkard Baschek sagte, die Prognose für den Buckelwal sehe insgesamt nicht gut aus.

Rettung ohne schwere Technik

Die Einsatzkräfte setzten auf ein kleines Boot und vermieden einen erneuten Eingriff mit schwerem Gerät.

Debatte um Robert Marc Lehmann

Minister Till Backhaus kündigte ein persönliches Gespräch an und betonte die Zusammenarbeit mit den Fachleuten.

Ein kritisch geschwächter Buckelwal blieb am Sonntag, dem 29. März, in der Wismar-Bucht in flachem Wasser liegen, nachdem er sich in der Nacht zunächst von einer Sandbank befreit hatte, nur um rund 800 Meter weiter bei Redentin an der deutschen Ostseeküste erneut auf Grund zu laufen. Der Meeresforscher Burkard Baschek, Direktor des Deutschen Meeresmuseums in Stralsund, sagte am Sonntagnachmittag bei einer Pressekonferenz in Wismar, der Zustand des Tieres habe sich seit Samstag deutlich verschlechtert. „Die Prognose sieht insgesamt nicht gut aus” — Burkard Baschek via Norddeutscher Rundfunk Der Wal, der etwa 12 bis 15 Meter lang ist, lag in ungefähr zwei Meter tiefem Wasser — also technisch in einer Tiefe, aus der er sich nach Baschek hätte befreien können. Das Tier unternahm jedoch keine entsprechenden Versuche. Der Meeresbiologe Thilo Maack von Greenpeace, der sich dem Wal mit einem Schlauchboot näherte, berichtete, das Tier sei extrem geschwächt, und seine Haut sei „extrem beschädigt“. „Der Wal muss jetzt sehr schnell frei kommen, damit er überhaupt noch eine Chance hat” — Thilo Maack via Der Tagesspiegel

Sanftes Anstupsen statt Bagger: Rettung setzt auf Zurückhaltung Die Einsatzkräfte entschieden sich am Sonntag für ein vorsichtiges Vorgehen mit möglichst geringer Belastung und verzichteten auf schwere Technik. Stattdessen wurde der Wal mit einem kleinen Boot behutsam angestoßen, um ihn in tieferes Wasser zu bewegen. Die Greenpeace-Sprecherin Daniela von Schaper sagte der Bild, das ohnehin geschwächte Tier müsse vor zusätzlichem Stress geschützt werden. Die Entscheidung unterschied sich deutlich von der Methode, die Tage zuvor an der Timmendorfer Strand gewählt worden war. Dort hatte ein schwimmender Bagger einen Kanal durch eine Sandbank gegraben, sodass der Wal frei schwimmen konnte. Fachleute wiesen darauf hin, dass die aktuelle Sandbank in der Wismar-Bucht deutlich kleiner sei, weshalb ein solcher Eingriff nicht nötig gewesen sei. Stefanie Groß vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung sagte, der Wal sei deutlich weniger aktiv gewesen und habe kaum reagiert, als man sich ihm mit dem Schlauchboot näherte. Beobachter berichteten zudem, die Laute des Wals hätten schwach und klagend gewirkt, in manchen Fällen fast wie Husten. Ein NDR-Reporter an der Wendorfer Mole bemerkte, ein vorbeifahrender Frachter habe den Stress des Tieres zusätzlich erhöht, weil der Unterwasserlärm in der Schifffahrtsstraße erheblich gewesen sei.

Mehrere Strandungen prägen die Ostsee-Woche des Wals Der Wal hatte bereits seit Anfang März an der deutschen Ostseeküste für Sorge gesorgt. Damals tauchte er erstmals im Hafen von Wismar auf und verfing sich in einem Netz, aus dem Einsatzkräfte und Tierschützer von Sea Shepherd ihn befreiten. Zunächst wurde er fälschlich als Finnwal eingeordnet, bevor die Bestimmung später auf Buckelwal korrigiert wurde. Danach strandete das Tier auf einer Sandbank vor der Timmendorfer Strand, wo es mehrere Tage blieb, während Helfer versuchten, es mit Lärm — Hupen, Trommeln und Rufen — wieder in Bewegung zu bringen. In der Nacht zum Freitag befreite es sich dann unerwartet durch den von dem Bagger ausgehobenen Kanal. Anschließend schwamm es von der Lübecker Bucht aus etwa mehrere Dutzend Kilometer ostwärts in Richtung Mecklenburg und blieb dabei küstennah, bevor es am Samstagmittag erneut in der Wismar-Bucht strandete, südlich der unbewohnten Vogelschutzinsel Walfisch. Der steigende Wasserstand in der Nacht ermöglichte ihm zwar noch einmal die Befreiung, doch statt nordwestlich in Richtung Nordsee und offenen Atlantik weiterzuziehen, bewegte sich der Wal nach Südosten und lief bei Redentin erneut auf Grund, etwa 800 Meter von seiner vorherigen Position entfernt.Buckelwal-Strandungen — Ostsee, März 2026: — ; — ; — ; — ; —

Minister reagiert auf Ausschlussdebatte und verweist auf Zusammenarbeit Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschafts- und Umweltminister Till Backhaus äußerte sich am Sonntag in einer Pressekonferenz sowohl zum Zustand des Wals als auch zu einer öffentlichen Kontroverse um den Rettungseinsatz. Backhaus bestätigte, dass das Land eine formale vertragliche Zusammenarbeit mit dem Meeresmuseum in Stralsund und mit ITAW als wissenschaftlichen Hauptpartnern unterhalte. Im Mittelpunkt der Debatte stand Robert Marc Lehmann, ein deutscher Meeresbiologe und Social-Media-Influencer, der sich an früheren Hilfseinsätzen in Niendorf in der Lübecker Bucht beteiligt hatte, im aktuellen Einsatz in der Wismar-Bucht aber nicht eingebunden worden war. Backhaus versuchte, die Lage zu entschärfen. Er sagte, er wolle persönlich mit Lehmann sprechen, und das Land suche die Zusammenarbeit mit ihm. „Wir haben niemanden ausgeschlossen, und auf dem, was ich online gehört und gesehen habe, beruhend, habe ich mich entschieden, mit ihm ein persönliches Gespräch zu führen. Wir suchen die Zusammenarbeit” — Till Backhaus via tagesschau.de Backhaus lobte zudem alle an dem Einsatz Beteiligten. Das Umweltministerium erklärte, man gehe weiterhin davon aus, dass der Wal ostwärts unterwegs sei. Fachleute wiesen jedoch darauf hin, dass das Tier, um wieder in Richtung Nordsee und Atlantik zu gelangen, nach Norden schwimmen müsste — also in die entgegengesetzte Richtung zu seinem bislang beobachteten Bewegungsmuster.

Mentioned People

  • Till Backhaus — Minister rolnictwa kraju związkowego Meklemburgia-Pomorze Przednie od listopada 1998 roku
  • Burkard Baschek — Dyrektor Niemieckiego Muzeum Oceanograficznego w Stralsundzie
  • Thilo Maack — Biolog morski Greenpeace
  • Robert Marc Lehmann — Niemiecki biolog morski, fotograf, operator kamery, ekolog, youtuber i autor
  • Stefanie Groß — Ekspertka z Institute for Terrestrial and Aquatic Wildlife Research (ITAW)

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