Der Bundesrat hat am 27. März 2026 eine Änderung des Bundesjagdgesetzes gebilligt. Damit wird der Wolf erstmals in die Liste der jagdbaren Arten aufgenommen. Die Länder können nun in Regionen mit günstigem Erhaltungszustand eine Jagd auf Wölfe erlauben.
Bundesrat beschließt neue Regeln
Der Wolf wird erstmals als jagdbare Art eingestuft. Die Länder dürfen in bestimmten Regionen mit günstigem Erhaltungszustand eine Jagd erlauben.
Mecklenburg-Vorpommern sieht rechtliche Konflikte
Minister Till Backhaus hält die Änderung für ungeeignet und verweist auf Widersprüche zwischen Bundesjagdgesetz und Bundesnaturschutzgesetz.
Brandenburg drängt auf schnelles Handeln
Der Jagdverband fordert noch in diesem Jahr die rechtlichen Voraussetzungen für ein Wolfsmanagement. Naturschutzverbände lehnen die Jagd ab.
Germany's Bundesrat hat am Freitag, dem 27. März 2026, eine Änderung des Bundesjagdgesetzes gebilligt. Damit wird der Wolf erstmals in die Liste der jagdbaren Arten aufgenommen. Den Ländern wird es ermöglicht, in Regionen mit günstigem Erhaltungszustand eine Jagd auf Wölfe zu erlauben. Die vorgesehene Jagdzeit läuft vom 1. Juli bis zum 31. Oktober. Wölfe, die Nutztiere getötet oder verletzt haben, dürfen außerhalb dieses Zeitraums und unabhängig vom Erhaltungszustand geschossen werden. Die Länder können zudem bestimmte Gebiete wie Almen oder Deiche ausweisen, in denen die Jagd erlaubt ist, weil sich dort Nutztiere besonders schwer schützen lassen. Die finanzielle Unterstützung für Schutzmaßnahmen wie Zäune und Herdenschutzhunde soll nach dem neuen Rahmen weiterlaufen.
Mecklenburg-Vorpommern verweigert Zustimmung zum Gesetz Mecklenburg-Vorpommerns Umwelt- und Landwirtschaftsminister Till Backhaus hat der Änderung im Bundesrat nicht zugestimmt. Er hielt das Gesetz für ungeeignet, um wirksam gegen Wölfe vorzugehen. Backhaus verwies auf aus seiner Sicht widersprüchliche Regelungen zwischen dem Bundesjagdgesetz und dem Bundesnaturschutzgesetz. Nach seiner Darstellung ist nicht klar geregelt, welches Gesetz Vorrang hat. Er sagte, er rechne fest mit gerichtlichen Auseinandersetzungen. Trotz seiner Ablehnung kündigte Backhaus an, dass Mecklenburg-Vorpommern einen Wolfsmanagementplan für das Land vorbereiten werde. „Ob das je angewendet wird, bezweifle ich allerdings. Zumindest für diesen Sommer wird sich der Wolf in Deutschland wohl bald wieder sicher fühlen. Die Nutztierhalter aber nicht.” — Till Backhaus via N-tv Die Skepsis des Ministers verweist auf die weiter offene Frage, ob sich das neue Gesetz in der Praxis ohne weitere gesetzliche Klarstellung durchsetzen lässt.
Der Wolf war in Deutschland bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts ausgerottet worden. Seit Ende der 1990er Jahre kehrte die Art auf natürlichem Weg aus Polen zurück und hat sich seither schrittweise im Land ausgebreitet. Deutsche Gesetze gewährten Wölfen bislang strengen Schutz sowohl im nationalen Recht als auch im Rahmen der Europäischen Union. Jede Form tödlicher Regulierung war deshalb juristisch kompliziert. Mit steigenden Rudelzahlen in mehreren Bundesländern hat sich der Konflikt zwischen den Interessen der Nutztierhaltung und dem Wolfsschutz verschärft.
Wolfszahlen steigen in Mecklenburg-Vorpommern, Angriffe nehmen zu Daten des Schweriner Umweltministeriums zeigen das Ausmaß des Problems in Mecklenburg-Vorpommern. Das Land zählte 28 (Wolfsrudel) — 28 Wolfsrudel im Jahr 2025, nach 19 im Jahr 2024. Im Jahr 2025 wurden 77 Verdachtsfälle von Wolfsangriffen auf Weidetiere registriert. Dabei wurden 424 Tiere getötet und weitere 39 verletzt. Diese Zahlen erklären die Verärgerung von Nutztierhaltern und Jagdbefürwortern, die die bisherigen Schutzmaßnahmen für unzureichend halten. Die Regelung im Gesetz, wonach Wölfe, die Nutztiere angegriffen haben, zu jeder Jahreszeit geschossen werden dürfen, unabhängig vom Erhaltungszustand, ist genau auf solche Fälle zugeschnitten.
2024: 19, 2025: 28
Getötet: 424, Verletzt: 39
Brandenburger Jagdverband fordert vor dem Sommer Konsequenzen Der Landesjagdverband Brandenburg unter seinem Präsidenten Dirk-Henner Wellershoff begrüßte den Beschluss des Bundesrats und forderte die Brandenburger Landesregierung umgehend auf, noch vor Jahresende die rechtlichen Voraussetzungen für ein aktives Wolfsmanagement zu schaffen. „Die politischen Entscheidungen sind getroffen — nun darf keine Zeit mehr verloren werden. Jetzt ist entschlossenes Handeln gefragt.” — Dirk-Henner Wellershoff via Der Tagesspiegel Der Verband schätzt den Wolfsbestand in Brandenburg auf rund 1.500 Tiere, eine Zahl, die von den Behörden nicht bestätigt wurde. Das Landesamt für Umwelt zählt stattdessen Wolfsreviere und kommt für das Wolfsjahr 2024/25 auf 60 bestätigte Territorien, darunter 54 Rudel und 6 Paare. Das Landwirtschaftsministerium in Brandenburg erklärte, die Regelungen zur praktischen Umsetzung der Wolfsjagd würden derzeit noch abgestimmt. Naturschutzorganisationen und Wolfschutzverbände haben eine Jagd auf Wölfe abgelehnt.
Zahlen zum Wolfsbestand in Brandenburg: Schätzung des Landesjagdverbands Brandenburg (before: Keine offizielle Jagd erlaubt, after: Rund 1.500 Wölfe als Begründung für den Abschuss genannt); Offizielles Landesamt für Umwelt (2024/25) (before: Keine offizielle Jagd erlaubt, after: 60 bestätigte Territorien: 54 Rudel, 6 Paare)
Mentioned People
- Till Backhaus — Minister rolnictwa kraju związkowego Meklemburgia-Pomorze Przednie i członek landtagu od 1990 roku
- Dirk-Henner Wellershoff — Prezes Brandenburskiego Związku Łowieckiego
Sources: 7 articles
- Wolf: MV stimmt neuem Jagdgesetz im Bundesrat nicht zu - WELT (DIE WELT)
- Wolf: MV stimmt neuem Jagdgesetz im Bundesrat nicht zu (Süddeutsche Zeitung)
- Wolf: MV stimmt neuem Jagdgesetz im Bundesrat nicht zu (stern.de)
- Mecklenburg-Vorpommern: Wolf: MV stimmt neuem Jagdgesetz im Bundesrat nicht zu (N-tv)
- Jagdverband dringt auf rasche Regelung für Wolfsabschüsse - WELT (DIE WELT)
- Jagdverband dringt auf rasche Regelung für Wolfsabschüsse (stern.de)
- Jagd auf Wölfe: Jagdverband dringt auf rasche Regelung für Wolfsabschüsse (Der Tagesspiegel)
- Bundesrat macht Jagd auf Wölfe unter strengen Bedingungen möglich (tagesschau.de)
- Neues Jagdrecht beschlossen: Bundesrat erleichtert Abschuss von Wölfen zum Schutz von Weidetieren in Deutschland (N-tv)
- Wölfe können künftig leichter abgeschossen werden (Focus)