Das israelische Militär hat die Echtheit eines Fotos bestätigt, das einen Soldaten beim mutwilligen Beschädigen einer Jesus-Statue im libanesischen Dorf Debel zeigt. Die Aufnahmen lösten internationale Kritik aus und führten zu einer offiziellen Entschuldigung der israelischen Führung. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu verurteilte die Tat als kriminell.

Verifizierung durch IDF

Die israelische Armee bestätigt die Echtheit des Bildes und leitet Disziplinarmaßnahmen gegen den Soldaten ein.

Offizielle Entschuldigung

Benjamin Netanjahu und Gideon Sa'ar distanzieren sich öffentlich und bezeichnen die Tat als kriminell und wertefeindlich.

Lage in Debel

Das christliche Dorf ist trotz Waffenstillstand weiterhin von Reisebeschränkungen und militärischer Präsenz betroffen.

Das israelische Militär bestätigte die Echtheit einer Fotografie, die zeigt, wie einer seiner Soldaten mit einem Vorschlaghammer auf eine Statue von Jesus Christus im christlichen Dorf Debel im Südlibanon einschlägt. Der Vorfall löste Verurteilungen durch Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, Außenminister Gideon Sa'ar und internationale Vertreter aus. Das Bild, das am Wochenende in sozialen Netzwerken verbreitet wurde, zeigt einen Soldaten, der mit einem schweren Hammer auf den Kopf einer Kruzifix-Figur schlägt, die von ihrem Kreuz gefallen war. Reuters verifizierte den Aufnahmeort als Debel, ein maronitisches christliches Dorf etwa fünf Kilometer von der israelisch-libanesischen Grenze entfernt. Das Foto wurde zuerst von Younis Tirawi verbreitet, einem palästinensischen Journalisten, der bereits zuvor Bilder über mutmaßliches Fehlverhalten israelischer Soldaten im Gazastreifen veröffentlicht hatte. Laut Fadi Falfel, einem Priester in Debel, war das Kreuz Teil eines kleinen Schreins im Garten einer Familie am Dorfrand.

IDF leitet Untersuchung ein und kündigt Konsequenzen an Die IDF gab bekannt, dass eine vorläufige Untersuchung bestätigt habe, dass es sich bei der abgebildeten Person um einen ihrer im Südlibanon eingesetzten Soldaten handle. Das Militär betonte, man betrachte den Vorfall mit „großer Strenge“, da das Verhalten des Soldaten „vollkommen unvereinbar mit den Werten der Truppe“ sei. Die Untersuchung wurde dem Nordkommando der IDF übertragen und wird auf dem Dienstweg verfolgt. Die Armee erklärte zudem, dass „angemessene Maßnahmen gegen die Verantwortlichen ergriffen werden“, ohne weitere Einzelheiten zu nennen. Zusätzlich zur Untersuchung arbeitet die IDF nach eigenen Angaben mit der Gemeinde zusammen, um die Statue wieder an ihrem ursprünglichen Platz aufzustellen. Gemeindevertreter in Debel bestätigten gegenüber der AFP die Anwesenheit der Statue im Ort, konnten jedoch das genaue Ausmaß des Schadens noch nicht abschließend bestätigen.

Netanjahu spricht von „krimineller Tat“, Sa'ar bittet Christen um Entschuldigung Netanjahu erklärte, er sei „schockiert und betrübt“ gewesen, als er erfuhr, dass ein IDF-Soldat ein religiöses Symbol im Südlibanon beschädigt habe, und verurteilte die Tat scharf. „Gestern war ich, wie die meisten Israelis, erschüttert zu erfahren, dass ein Soldat der israelischen Verteidigungsstreitkräfte eine katholische religiöse Ikone im Südlibanon beschädigt hat. Ich verurteile diese Tat aufs Schärfste.” — Benjamin Netanyahu via Notícias ao Minuto Laut Berichten der Zeitung La Stampa bezeichnete Netanjahu den Soldaten zudem als „Kriminellen“ und kündigte an, dass die Militärbehörden mit „äußerster Härte“ vorgehen würden. Außenminister Gideon Sa'ar nannte die Tat „schwerwiegend und schändlich“ und bat direkt um Entschuldigung. „Diese beschämende Handlung steht im völligen Widerspruch zu unseren Werten. Israel ist ein Land, das unterschiedliche Religionen und ihre heiligen Symbole achtet sowie Toleranz und gegenseitigen Respekt zwischen den Glaubensrichtungen fördert. Wir entschuldigen uns für diesen Vorfall und bei jedem Christen, der sich verletzt fühlt.” — Gideon Sa'ar via ANSA Sa'ar zeigte sich zuversichtlich, dass die „notwendigen strengen Maßnahmen“ gegen den Verursacher dieser, wie er es nannte, „feigen Geste“ ergriffen würden. Der italienische Vize-Ministerpräsident und Außenminister Antonio Tajani bezeichnete den Vorfall als „Gewaltakt gegen Christen“.

Priester beschreibt die Belastungen durch die Besatzung Debel ist eines der wenigen Dörfer im Südlibanon, in dem die Einwohner trotz der israelischen Militäroffensive gegen die Hizbullah geblieben sind. Das Dorf zählt laut Reuters zu den zahlreichen Gemeinden im Südlibanon, die derzeit unter faktischer israelischer Besatzung stehen. Priester Fadi Falfel beschrieb die anhaltenden Schwierigkeiten der Bewohner selbst nach dem Erreichen eines Waffenstillstandsabkommens. „Wir haben alle Arten von Krisen. Wir dachten, der Waffenstillstand würde uns Erleichterung bringen, aber wir sind immer noch umzingelt und können die Stadt weder verlassen noch betreten. Zu einigen Häusern am Stadtrand wird uns der Zugang verwehrt.” — Fadi Falfel via Reuters Der Vorfall löste auch bei arabisch-israelischen Mitgliedern der Knesset scharfe Reaktionen aus. Ayman Odeh kommentierte ironisch, man warte nun darauf, dass „der Polizeisprecher erklärt, der Soldat habe sich von Jesus bedroht gefühlt“. Sein Kollege Ahmad Tibi schrieb auf Facebook, dass Soldaten, die religiöse Symbole zerstören und Bilder davon veröffentlichen, dies im Gefühl der Straffreiheit täten, und verwies auf dokumentierte Vorfälle in Moscheen und Kirchen im Gazastreifen und im Westjordanland. Der Vorfall rückte zudem ein breiteres Muster in den Fokus: Laut La Stampa und Angaben des palästinensischen Religionsministeriums haben Siedler im besetzten Westjordanland bereits 45 Moscheen beschädigt oder angegriffen.

Mentioned People

  • Benjamin Netanyahu — Premier Izraela od 2022 roku
  • Gideon Sa'ar — Minister spraw zagranicznych Izraela
  • Antonio Tajani — Wiceprezes Rady Ministrów i Minister Spraw Zagranicznych Włoch
  • Younis Tirawi — Palestyński dziennikarz, który pierwszy opublikował zdjęcie
  • Fadi Falfel — Ksiądz w wiosce Debel

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