In der Nacht vom 15. auf den 16. April 2026 hat Russland eine der schwersten Angriffswellen der letzten Wochen gegen ukrainisches Staatsgebiet geführt. Behörden melden mindestens 16 Todesopfer und über 100 Verletzte in Regionen wie Kiew, Odessa und Dnipropetrowsk. Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe wurden innerhalb von 24 Stunden insgesamt 703 Flugkörper registriert.
Massive Angriffswelle
Russland feuerte über 650 Drohnen und Raketen ab, was zu mindestens 16 Toten und über 100 Verletzten führte.
US-Sanktionen verschärft
Finanzminister Scott Bessent beendet die Ausnahme für russisches Rohöl auf See, um den Druck auf Moskau zu erhöhen.
Drohungen gegen Europa
Nach ukrainischen Rüstungsdeals stuft Russland Fabriken in mehreren EU-Staaten als potenzielle Angriffsziele ein.
Russland hat in der Nacht vom 15. auf den 16. April 2026 eine Serie massiver Luftangriffe gegen die Ukraine gestartet. Nach offiziellen Angaben aus Kiew, Odessa, Dnipropetrowsk und Charkiw kamen dabei mindestens 16 Menschen ums Leben, 107 weitere wurden verletzt. Die ukrainische Luftwaffe gab an, dass Russland innerhalb von 24 Stunden 659 Drohnen und 44 Raketen abgefeuert habe, vorwiegend während der Nachtstunden. Davon konnten die Verteidigungssysteme 636 Drohnen und 31 Raketen abfangen.
Besonders schwer getroffen wurden Kiew, Odessa und die Region Dnipropetrowsk. Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko bestätigte für die Hauptstadt vier Todesopfer, darunter ein zwölfjähriger Junge, sowie 45 Verletzte, zu denen auch medizinisches Personal zählt. In Odessa starben laut Serhij Lyssak, dem Leiter der dortigen Militärverwaltung, mindestens neun Menschen infolge mehrerer Angriffswellen. In der Region Dnipropetrowsk wurden drei weitere Todesopfer gemeldet, wie Regionalverwaltungsleiter Oleksandr Ganzha mitteilte.
659 (Drohnen) — Innerhalb von 24 Stunden gegen die Ukraine eingesetzte russische Drohnen
Odessa: 9, Kiew: 4, Dnipropetrowsk: 3
Seit Beginn der großangelegten Invasion im Februar 2022 greift Russland ukrainisches Territorium fast jede Nacht mit Raketen und Drohnen an. Laut AFP wurden die Luftschläge zuletzt auch verstärkt während der Tagesstunden durchgeführt. Seit Invasionsbeginn sind zehntausende Zivilisten getötet worden. Die Verhandlungen zwischen Moskau und Kiew stehen seit Wochen still; Beobachter sehen einen Grund darin, dass die Aufmerksamkeit Washingtons seit Ende Februar 2026 durch Angriffe der USA und Israels gegen den Iran gebunden ist.
Selenskyj fordert Beibehaltung der Sanktionen – USA verschärfen Öl-Bestimmungen Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj reagierte auf die Angriffe mit der Forderung nach anhaltendem internationalem Druck auf Moskau. „Wieder eine Nacht, die beweist, dass Russland keine Aufhebung der Sanktionen verdient. Russland setzt auf Krieg, und die Antwort muss entsprechend ausfallen – Leben müssen mit allen Mitteln geschützt und der Druck für einen Frieden muss ebenso mit allen Mitteln erhöht werden. Eine Normalisierung im Umgang mit Russland darf es in seiner jetzigen Form nicht geben.” — Wolodymyr Zelenskyj via BFMTV Selenskyj dankte zudem Deutschland, Norwegen und Italien für neue Verteidigungsabkommen und verwies auf Gespräche mit den Niederlanden über weitere Lieferungen. Patriot-Luftabwehrsysteme blieben jedoch Mangelware, warnte Selenskyj auf der Plattform X. Das Land benötige täglich Abwehrraketen, solange Russland seine Angriffe fortsetze.
Parallel dazu gab US-Finanzminister Scott Bessent am Mittwoch bekannt, dass die USA die Aussetzung der Sanktionen auf auf See gelagertes russisches Rohöl nicht verlängern werden. Diese Maßnahme war ursprünglich eingeführt worden, um die Preissteigerungen im Zuge des Nahostkonflikts zu dämpfen. EU-Ratspräsident Antonio Costa verurteilte die Angriffe scharf. „Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine ist gescheitert, weshalb das Land nun dazu übergeht, gezielt die Zivilbevölkerung zu terrorisieren.” — Antonio Costa via Courrier international
Russland droht europäischen Drohnenfabriken nach neuen Abkommen Kiews Die Luftschläge fielen zeitlich mit dem Abschluss einer Europareise Selenskyjs zusammen. Dabei unterzeichnete er zehn bilaterale Abkommen mit Deutschland, kündigte eine Drohnen-Partnerschaft mit Norwegen an und formalisierte die Rüstungszusammenarbeit mit der italienischen Ministerpräsidentin Giorgia Meloni. Die niederländische Verteidigungsministerin Dilan Yeşilgöz-Zegerius sagte zudem 248 Millionen Euro für die Drohnenproduktion zu. Russland reagierte mit einer expliziten Drohung: Das russische Verteidigungsministerium veröffentlichte eine Liste mit Drohnen-Produktionsstätten in Großbritannien, Deutschland, Dänemark, Lettland, Litauen, Spanien, Italien, den Niederlanden, Polen und Tschechien und stufte diese als potenzielle militärische Ziele ein. Dmitri Medwedew, stellvertretender Vorsitzender des russischen Sicherheitsrates, betonte den Ernst der Lage. „Die Liste europäischer Fabriken für Drohnen und andere Ausrüstung ist eine Liste potenzieller Ziele für die russischen Streitkräfte. Wann Angriffe Realität werden, hängt vom weiteren Verlauf der Ereignisse ab.” — Dmitri Medwedew via La Libre.be Ukraines Außenminister Andrij Sybiha bezeichnete den nächtlichen Angriff als gezielten Schlag gegen Zivilisten und forderte die Weltgemeinschaft auf, Kriegsverbrechen nicht als Normalität zu akzeptieren. Vize-Premierminister Oleksij Kuleba erklärte, dass in allen betroffenen Städten operative Einsatzzentren eingerichtet wurden.
Zwei tote Kinder in Russland – beide Seiten melden zivile Opfer Auf russischer Seite wurden laut dem Gouverneur der Region Krasnodar, Weniamin Kondratjew, zwei Kinder im Alter von 5 und 14 Jahren bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf ein Wohngebäude getötet. Das russische Verteidigungsministerium gab zudem an, in der Nacht 207 ukrainische Drohnen abgefangen zu haben. AFP-Journalisten in Kiew berichteten von schweren Detonationen während der Nacht und schwarzen Rauchsäulen über dem Stadtzentrum bei Tagesanbruch. Im Kiewer Bezirk Podilsk stürzte das Erdgeschoss eines Wohnhauses ein; laut Klitschko konnte ein Kind aus den Trümmern gerettet werden. Ein tieffliegendes Geschoss traf zudem ein achtzehnstöckiges Gebäude im selben Viertel. Die Angriffe dauerten nach Angaben des Bürgermeisters bis zum Donnerstagmorgen an. Die unter US-Vermittlung geführten Friedensgespräche zwischen Moskau und Kiew haben bisher zu keiner Annäherung geführt und verharren in einer Sackgasse.
Mentioned People
- Volodymyr Zelenskyy — Prezydent Ukrainy
- Vitali Klitschko — Mer Kijowa
- Oleksiy Kuleba — Wicepremier Ukrainy ds. odbudowy
- Antonio Costa — Przewodniczący Rady Europejskiej
- Scott Bessent — 79. Sekretarz Skarbu Stanów Zjednoczonych
- Dmitry Medvedev — Zastępca Przewodniczącego Rady Bezpieczeństwa Federacji Rosyjskiej
- Veniamin Kondratiev — Gubernator Kraju Krasnodarskiego
Sources: 15 articles
- Des frappes russes massives font au moins 16 morts à Kiev et Odessa | RTS (rts.ch)
- Ukraine: une dizaine de morts et de nombreux blessés après une "pluie" de drones et de missiles russes (RFI)
- Attaques de missiles et de drones russes en Ukraine : au moins 16 morts, " attaque atroce "... Ce que l'on sait (Ouest France)
- En situation délicate, la Russie menace l'Europe et fait un massacre en Ukraine : "Un nouvel acte de terreur délibéré contre la population civile" (La Libre.be)
- La Russie pilonne l'Ukraine: 659 drones et 44 missiles lancés en 24h (7sur7)
- Au moins 16 morts dans des frappes russes en Ukraine (Courrier international)
- La Russie a lancé 659 drones et 44 missiles sur l'Ukraine en 24 heures, au moins 16 morts dénombrés (BFMTV)
- Guerre en Ukraine : au moins 14 morts dans des frappes russes dans le pays, deux enfants tués en Russie (Le Parisien)
- Guerre en Ukraine : la Russie a lancé 659 drones et 44 missiles en 24h (La Libre.be)
- Au moins 14 morts en Ukraine après des centaines de frappes russes durant la nuit, deux enfants tués par un drone en Russie (Franceinfo)