Bei einem der umfangreichsten Luftangriffe des laufenden Jahres hat Russland in der Nacht zum Donnerstag zahlreiche ukrainische Städte mit Drohnen und Raketen beschossen. Behördenangaben zufolge kamen dabei mindestens 16 Menschen ums Leben, darunter ein zwölfjähriges Kind, während über 100 Personen verletzt wurden. Besonders schwer betroffen sind die Hauptstadt Kiew sowie die Hafenstadt Odessa und die Metropole Dnipro.
Massiver Luftangriff
Russland setzte über 700 Geschosse ein, darunter 659 Drohnen und 44 Raketen innerhalb eines Tages.
Hohe Opferzahlen in Wohngebieten
Mindestens 16 Zivilisten wurden getötet, besonders betroffen waren Kiew und Odessa.
Forderung nach Sanktionen
Präsident Selenskyj nutzt den Angriff als Beleg dafür, dass internationale Sanktionen nicht gelockert werden dürfen.
Gegenangriff auf Tuapse
Ein ukrainischer Drohnenangriff auf einen russischen Ölhafen forderte Berichten zufolge zwei Todesopfer.
Russland hat in der Nacht zum Donnerstag eine der bisher größten Drohnen- und Raketenwellen des Jahres gegen die Ukraine eingeleitet, wobei mindestens 16 Menschen in mehreren Städten getötet wurden, darunter ein zwölfjähriges Kind. Mehr als 100 weitere Personen erlitten Verletzungen. Die ukrainische Luftwaffe gab bekannt, dass Russland innerhalb eines 24-stündigen Zeitraums bis Donnerstag um 7:00 Uhr Kiewer Zeit insgesamt 659 (Drohnen) — Drohnen während des 24-Stunden-Angriffs sowie 44 Raketen abgefeuert habe, darunter 19 ballistische Geschosse. Die Luftverteidigung konnte nach eigenen Angaben 636 Drohnen und 31 Raketen abfangen; dennoch erreichten 20 Drohnen und 12 Raketen ihre Ziele. Die höchsten Opferzahlen wurden aus Kiew, Odessa und Dnipro gemeldet, wo Wohngebäude getroffen wurden und Brände bis in die Morgenstunden andauerten. France 24 bezeichnete den Angriff als eine der bisher schwersten Belastungen in diesem Kalenderjahr. Wohnblöcke in Kiew getroffen, Kind unter den TotenIn Kiew starben laut The Irish Times mindestens vier Menschen, darunter ein zwölfjähriger Junge; die Staatsanwaltschaft bezifferte die Zahl der Verletzten in der Hauptstadt auf 54. Bürgermeister Vitali Klitschko erklärte, eine im Tiefflug operierende Drohne sei in ein 18-stöckiges Wohngebäude eingeschlagen, während Raketentrümmer den sechsten Stock eines Mehrfamilienhauses im zentralen Bezirk Podil trafen. Im nördlichen Stadtteil Obolon brach ein Großbrand in einem Gebäude aus, zudem wurden vier Rettungskräfte bei einem Folgeschlag verletzt. Im Stadtzentrum retteten Einsatzteams eine Mutter und ihr Kind aus einem Gebäude, dessen Erdgeschoss schwer beschädigt wurde. Die 41-jährige Anwohnerin Olena Kapustian berichtete der New York Times, sie habe die Drohne vom Fenster ihrer Wohnung im 16. Stock aus beobachtet, kurz bevor diese einschlug. „Es war wie ein Komet” — Olena Kapustian via The New York Times, sagte sie. Das Gebäude war bereits im März 2025 von einem Brand nach einem Einschlag betroffen. „Wir beten jeden Tag für ein Ende. Wir wollen, dass unsere Kinder leben und das Leben sehen – nicht Schutzräume und Sirenen” — Olena Kapustian via The New York Times, so Kapustian. Odessa und Dnipro außerhalb der Hauptstadt am stärksten getroffenIn Odessa wurden laut Regionalvertretern, die von der Irish Times zitiert werden, neun Menschen getötet und 23 verletzt, als Geschosse ein Wohnhochhaus in der südlichen Hafenstadt trafen. Serhij Lyssak, Leiter der örtlichen Militärverwaltung, teilte via Telegram mit, die Stadt sei die gesamte Nacht über mehreren Wellen von Raketen- und Drohnenangriffen ausgesetzt gewesen, wobei Infrastrukturobjekte und Wohngebäude beschädigt wurden. Regionalbeamte bestätigten zudem Schäden an Hafenanlagen. Aus Dnipro meldete Oleksandr Ganscha, Leiter der Regionalverwaltung Dnipropetrowsk, zwei Tote und 27 Verletzte, nachdem russische Angriffe Brände in Wohngebäuden ausgelöst hatten. Im Internet veröffentlichte Bilder zeigten brennende Häuser. In Charkiw, der zweitgrößten Stadt im Nordosten, wurden laut Irish Independent zwei Personen durch Drohnenangriffe verletzt. Odessa: 9, Kiew: 4, Dnipro: 2, Charkiw: 0Russland führt seit Beginn des Überfalls im Februar 2022 regelmäßig großflächige Drohnen- und Raketenangriffe auf ukrainische Städte durch. Die Angriffe zielen wiederholt auf Wohngebiete, die Energieinfrastruktur und Hafenanlagen ab. Unmittelbar vor diesem Angriff hatte der russische Präsident Wladimir Putin eine vorübergehende 32-stündige Osterruhe angekündigt, deren Verletzung sich beide Seiten gegenseitig vorwarfen. Die Friedensverhandlungen befinden sich laut New York Times mittlerweile im fünften Jahr und stagnieren seit Februar 2026, was teilweise auf den US-israelischen Militäreinsatz gegen den Iran zurückgeführt wird. Selenskyj fordert härtere Sanktionen, Ukraine greift russischen Hafen anPräsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, das Ausmaß der nächtlichen Angriffe mache deutlich, dass es für Russland keinerlei Lockerungen der globalen Sanktionen oder eine Normalisierung des internationalen Status geben dürfe. „Es kann keine Normalisierung Russlands in seiner derzeitigen Form geben. Der Druck auf Russland muss wirken. Es ist entscheidend, dass jede Zusage für Hilfen an die Ukraine pünktlich erfüllt wird” — Volodymyr Zelensky via The Irish Times, so Selenskyj. Außenminister Andrii Sybiha forderte die internationale Gemeinschaft zu sofortigem Handeln auf und bezeichnete Verzögerungen bei Sanktionen und Hilfspaketen als gefährlich. „Die Verzögerung von Sanktionen gegen Russland oder von Unterstützungspaketen für die Ukraine ist unmoralisch, kontraproduktiv und gefährlich” — Andrii Sybiha via The Irish Times, betonte Sybiha. Der stellvertretende Ministerpräsident Oleksij Kuleba bestätigte, dass in allen betroffenen Städten Einsatzzentralen eingerichtet wurden, in denen Rettungskräfte und medizinische Teams arbeiten. Unterdessen meldeten russische Behörden in der Region Krasnodar einen ukrainischen Drohnenangriff auf den Hafen von Tuapse am Schwarzen Meer. Dabei seien laut Gouverneur Weniamin Kondratjew zwei Kinder im Alter von 5 und 14 Jahren getötet und ein Großbrand ausgelöst worden. Trümmerteile fielen auf Betriebsgelände im Hafengebiet. Die Ukraine gab laut Irish Independent zunächst keinen Kommentar zu dem Angriff auf Tuapse ab.
Mentioned People
- Vitali Klitschko — Mer Kijowa
- Volodymyr Zelenskyy — Prezydent Ukrainy
- Andrii Sybiha — Minister Spraw Zagranicznych Ukrainy
- Oleksandr Ganzha — Szef dniepropietrowskiej obwodowej administracji państwowej
Sources: 22 articles
- 'Everything flew': Ukrainians describe Russian attack on apartment block - video (The Guardian)
- Russian massive strikes kill at least 16 across Ukraine (France 24)
- Russian Strikes Kill at Least 15 in Ukraine in Biggest Attack in Months (The New York Times)
- Russian strikes kill at least 16 across Ukraine in worst attack this year (The Irish Times)
- Russian missiles kill 13 including child in Ukrainian cities; Ukrainian drone attack on Russia's Tuapse port kills two children, says governor (Irish Independent)
- Heavy Russian Attack on Ukraine's Major Cities Kills Civilians (Bloomberg Business)
- هجمات روسية مكثفة على كييف ومدن أوكرانية أخرى توقع قتلى وجرحى (France 24)
- Russian barrage kills several across Ukraine (Deutsche Welle)
- Ataques russos fazem pelo menos 13 mortes e dezenas de feridos na Ucrânia (SIC Notícias)
- Ukraine war latest: Child among 13 killed as Russia attacks Kyiv and other cities (The Independent)