Snap Inc. hat am 15. April 2026 den Abbau von rund 1.000 Vollzeitstellen angekündigt, was etwa 16 Prozent der Belegschaft entspricht. Die Restrukturierung folgt auf Druck durch aktivistische Investoren und zielt auf Kosteneinsparungen von über 500 Millionen US-Dollar ab.

Massiver Stellenabbau

Snap Inc. entlässt rund 1.000 Mitarbeiter bzw. 16 Prozent der Vollzeitbelegschaft im Rahmen einer Restrukturierung.

KI als Effizienztreiber

CEO Evan Spiegel begründet den Schritt mit dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz, die repetitive Aufgaben übernimmt und bereits 65 Prozent des Codes generiert.

Finanzielle Ziele

Das Unternehmen strebt Kostensenkungen von über 500 Millionen US-Dollar bis Ende 2026 an, bei erwarteten Restrukturierungskosten bis 130 Millionen US-Dollar.

Druck durch Investoren

Der aktivistische Investor Irenic Capital Management forderte zuvor eine Straffung des Geschäftsmodells und kritisierte die mangelnde Profitabilität.

Die Snap Inc. gab am 15. April 2026 bekannt, dass sie im Zuge einer ihrer bisher größten Umstrukturierungen rund 1.000 Mitarbeiter entlassen wird. Dies entspricht einem Anteil von 16 (Prozent der Vollzeitbelegschaft) — am Personalabbau von Snap bei der Umstrukturierung im April 2026. Firmenchef Evan Spiegel bestätigte die Kürzungen in einem internen Memo und kündigte zudem die Schließung von mehr als 300 offenen Stellen an, die das Unternehmen ursprünglich besetzen wollte. Spiegel begründete die Entscheidung mit den rasanten Fortschritten im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI), die es erlaube, repetitive Aufgaben zu reduzieren und mit kleineren Teams effizienter zu arbeiten. Durch die Restrukturierung plant Snap, die jährliche Kostenbasis bis zur zweiten Jahreshälfte 2026 um mehr als 500 Millionen US-Dollar zu senken. Die Märkte reagierten positiv auf die Ankündigung: Die Snap-Aktie stieg im frühen Handel am Mittwoch um etwa 9 bis 10 Prozent. Snap Inc. wurde am 16. September 2011 von Evan Spiegel, Bobby Murphy und Reggie Brown gegründet und hat seinen Sitz in Santa Monica, Kalifornien. Das Unternehmen hat bereits mindestens zwei größere Entlassungswellen hinter sich: 2022 wurden rund 20 Prozent der Belegschaft entlassen, was mit einem verlangsamten Wachstum der Werbeeinnahmen begründet wurde, und 2024 folgten weitere Kürzungen um 10 Prozent, von denen mehr als 500 Mitarbeiter betroffen waren. Zum Stand Dezember 2025 beschäftigte Snap 5.261 Vollzeitmitarbeiter. Für das Geschäftsjahr 2025 meldete das Unternehmen einen Nettoverlust von 460 Millionen US-Dollar – eine Verbesserung gegenüber dem Verlust von 698 Millionen US-Dollar im Vorjahr – bei einem Umsatz von 5,931 Milliarden US-Dollar.

Spiegel nennt KI als direkten Grund für Personalabbau Spiegel erklärte gegenüber der Belegschaft, das Unternehmen befinde sich an einem „kritischen Punkt“ und müsse ein effizienteres Betriebsmodell einführen, bei dem KI-Werkzeuge Teile der Betriebsabläufe übernehmen. Er wies darauf hin, dass kleine Teams KI bereits genutzt hätten, um Fortschritte bei Initiativen wie Snapchat+, der optimierten Werbeplattform und dem Snap-Lite-Infrastrukturausbau zu erzielen. In einem am selben Tag veröffentlichten Investoren-Update gab Snap bekannt, dass mittlerweile mehr als 65 Prozent des Codes durch KI generiert werden. „Obwohl diese Änderungen notwendig sind, um das langfristige Potenzial von Snap auszuschöpfen, glauben wir, dass die schnellen Fortschritte im Bereich der künstlichen Intelligenz es unseren Teams ermöglichen, repetitive Arbeit zu reduzieren, das Tempo zu erhöhen und unsere Community, Partner sowie Werbekunden besser zu unterstützen” — Evan Spiegel via The New York Times Spiegel fügte im Memo hinzu, dass KI kleinen, kreativen Teams die Fähigkeit gebe, Aufgaben zu erledigen, für die früher wesentlich größere Organisationen erforderlich gewesen seien. Er räumte auch die menschlichen Folgen ein und schrieb, dass „eine Veränderung in diesem Ausmaß und in diesem Tempo niemals leicht ist und nicht ohne Schwierigkeiten verlaufen wird“. Das Unternehmen kündigte an, den betroffenen Mitarbeitern in Nordamerika Abfindungen in Höhe von vier Monatsgehältern sowie Krankenversicherungsleistungen zu gewähren. Die nordamerikanischen Mitarbeiter wurden angewiesen, am Tag der Bekanntgabe von zu Hause aus zu arbeiten. Aktivistischer Investor Irenic forderte schnellere Profitabilität Die Entlassungen erfolgten wenige Wochen nachdem der aktivistische Investor Irenic Capital Management etwa 2,5 Prozent der Anteile an Snap erworben und das Unternehmen öffentlich aufgefordert hatte, die Betriebsabläufe zu optimieren. In einem an Spiegel gerichteten Brief bezeichnete Irenic es als „befremdlich“, dass Snap nach 15 Jahren Geschäftstätigkeit und trotz Hunderten Millionen monatlicher Nutzer weiterhin unprofitabel sei. Die Gesellschaft kritisierte zudem die Investitionen in Höhe von 3,5 Milliarden US-Dollar in die KI-gestützte Augmented-Reality-Brille „Specs“, die bisher keine nennenswerten Erträge geliefert habe, und drängte das Unternehmen, den Fokus auf Effizienzsteigerungen durch KI zu legen. Irenic merkte zudem an, dass ein Anleger, der beim Börsengang 2017 einen Dollar in Snap investiert hätte, heute nur noch einen Gegenwert von 23 Cent besäße. Die am Mittwoch angekündigte Umstrukturierung wurde vom Wall Street Journal als direkter Sieg für Irenic gewertet. Trotz der positiven Marktreaktion am Tag der Bekanntgabe lag der Aktienkurs von Snap laut New York Times seit Beginn des Jahres 2026 weiterhin mit mehr als 30 Prozent im Minus. Restrukturierungskosten von bis zu 130 Millionen US-Dollar erwartet Snap rechnet mit außerordentlichen Vorsteuerbelastungen zwischen 95 und 130 Millionen US-Dollar, die primär aus Abfindungen, Kosten für Vertragsbeendigungen und Wertminderungen resultieren. Das Unternehmen warnte, dass der Zeitpunkt des Stellenabbaus in den einzelnen Ländern von der jeweiligen nationalen Gesetzgebung abhänge, was den Prozess in einigen Märkten bis in das dritte Quartal 2026 oder darüber hinaus verzögern könnte. Auf der Umsatzseite prognostizierte Snap für das erste Quartal 2026 Gesamterlöse von etwa 1,529 bis 1,530 Milliarden US-Dollar, was einem Wachstum von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr entsprechen würde. Das bereinigte EBITDA soll für diesen Zeitraum bei rund 233 Millionen US-Dollar liegen. Snapchat erreichte im vierten Quartal 2025 946 Millionen monatlich aktive Nutzer, ein Anstieg von 6 Prozent im Jahresvergleich. Snap reiht sich damit in eine breitere Entlassungswelle im Technologiesektor ein: Laut Layoffs.fyi haben im Jahr 2026 bereits fast 90 Technologieunternehmen insgesamt mindestens 70.000 Stellen gestrichen, wobei Konzerne wie Amazon, Meta, Block, Pinterest und Atlassian ebenfalls die Einführung von KI als Faktor für den Personalabbau nannten. Snap plant, die vollständigen Ergebnisse für das erste Quartal 2026 am 6. Mai 2026 vorzulegen. Finanzielle Kennzahlen von Snap Inc.: Nettoverlust (Geschäftsjahr) (before: 698 Mio. USD (2024), after: 460 Mio. USD (2025)); Jahresumsatz (before: 5,35 Mrd. USD (2024, basierend auf 11% Wachstum), after: 5,931 Mrd. USD (2025)); Ziel der jährlichen Kostenbasis (before: Basiswert vor Restrukturierung, after: Reduzierung um 500 Mio.+ USD bis H2 2026) Die Daten von Layoffs.fyi unterstreichen, wie weit verbreitet dieser Trend im Jahr 2026 in der gesamten Branche geworden ist.

Mentioned People

  • Evan Spiegel — Amerykańsko-francuski biznesmen, współzałożyciel i dyrektor generalny Snap Inc.

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