Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Prognose für das weltweite Wirtschaftswachstum im Jahr 2026 auf 3,1 Prozent nach unten korrigiert. Als Hauptgrund nennt die Organisation den am 28. Februar 2026 ausgebrochenen Krieg im Nahen Osten nach Angriffen der USA und Israels auf den Iran. Damit revidiert der Fonds seine im Januar getroffene Schätzung von 3,3 Prozent deutlich.
Wachstumsprognose gesenkt
Der IWF korrigiert das globale Wachstum für 2026 aufgrund des Nahost-Konflikts von 3,3 % auf 3,1 %.
Inflationsrisiko durch Blockade
Die Sperrung der Straße von Hormus treibt die Energiepreise und lässt die globale Inflation auf 4,4 % steigen.
Spanische Sonderrolle
Trotz leichter Senkung bleibt Spanien mit 2,1 % Wachstum Spitzenreiter in der Eurozone, kämpft aber mit hoher Arbeitslosigkeit.
Forderung nach Neuausrichtung
US-Finanzminister Bessent drängt den IWF zur Rückkehr zu Kernaufgaben wie Finanzstabilität statt Klimapolitik.
Der IWF hat seine Prognose für das globale Wachstum im Jahr 2026 auf 3,1 Prozent gesenkt, nachdem im Januar noch 3,3 Prozent projiziert worden waren. Hintergrund ist der Krieg im Nahen Osten, der am 28. Februar 2026 mit Angriffen der Vereinigten Staaten und Israels auf den Iran begann. Die Revision markiert einen Rückschritt gegenüber der Expansion von 3,4 Prozent im Jahr 2025 und stellt eine deutliche Abkehr von der Entwicklung dar, die der Fonds vor Ausbruch des Konflikts verzeichnet hatte. Pierre-Olivier Gourinchas, Chefökonom des IWF, schrieb im vierteljährlichen Bericht zum World Economic Outlook, dass der Krieg eine Phase anhaltenden Wachstums unterbrochen habe. „Der Ausbruch des Krieges im Nahen Osten am 28. Februar 2026 hat die globalen Aussichten abrupt überschattet. Der Krieg beendete eine Phase ununterbrochenen Wachstums.” — Pierre-Olivier Gourinchas via The New York Times Der Bericht wurde anlässlich der Frühjahrstagung von IWF und Weltbank in Washington veröffentlicht. Die Veranstaltung, bei der eigentlich Handelsspannungen und künstliche Intelligenz im Fokus stehen sollten, wurde von den wirtschaftlichen Folgen des Konflikts dominiert. Inflation steigt durch Blockade der Straße von HormusDie globale Inflation wird für 2026 nun auf 4,4 Prozent prognostiziert, gegenüber 3,8 Prozent in der Januarschätzung und 4,1 Prozent im Jahr 2025. Ursache ist der Anstieg der Öl- und Gaspreise infolge der iranischen Blockade der Straße von Hormus. Das Basisszenario des IWF geht davon aus, dass der Konflikt relativ kurzlebig bleibt und die Störungen der Energiepreise in der zweiten Jahreshälfte 2026 nachlassen, wobei die Preise im Gesamtjahr moderat um 19 Prozent steigen. Gourinchas warnte auf einer Pressekonferenz, dass sich der Fonds derzeit an einem Zwischenpunkt zwischen dem Basisszenario und einer negativen Entwicklung befinde. „Mit jedem Tag, der vergeht und an dem wir weitere Energiestörungen erleben, rutschen wir näher an das ungünstigste Szenario heran.” — Pierre-Olivier Gourinchas via France 24 Der Fonds skizzierte zwei negativere Alternativen: Ein „ungünstiges“ Szenario, in dem das Wachstum auf 2,5 Prozent sinkt, und ein „schwerwiegendes“ Szenario, in dem sich die Energiekrise bis 2027 hinzieht. Dies würde die Zentralbanken zu Zinserhöhungen zwingen und das globale Wachstum in den Jahren 2026 und 2027 auf jeweils 2 Prozent drücken – ein Rückgang, der in seinem Ausmaß mit der Finanzkrise von 2008 und der Pandemie von 2020 vergleichbar wäre. Schwellenländer, die Rohstoffe importieren und bereits fiskalische Schwächen aufweisen, sind dem größten Risiko ausgesetzt; in der Region Nahost, Nordafrika und Zentralasien könnte sich das kollektive Wachstum in etwa halbieren. Die Prognose für Saudi-Arabien wurde um 1,4 Prozentpunkte auf 3,1 Prozent für 2026 nach unten korrigiert.Spanien: 2,1, Vereinigte Staaten: 2,3, Kanada: 1,5, Eurozone: 1,1, Deutschland: 0,8, Vereinigtes Königreich: 0,8, Frankreich: 0,9, Italien: 0,5, Japan: 0,7, Saudi-Arabien: 3,1 Spanien führt Eurozone-Wachstum an, Arbeitslosigkeit bleibt jedoch EU-weit am höchstenSpaniens Wachstumsprognose für 2026 wurde um 0,2 Prozentpunkte auf 2,1 Prozent gesenkt. Dennoch behält das Land die Spitzenposition unter den großen Volkswirtschaften der Eurozone und wächst mehr als doppelt so schnell wie der gesamte Währungsraum, für den der IWF 1,1 Prozent prognostiziert. Die spanische Regierung hob diese Differenz am Dienstag hervor und bezeichnete sie laut Berichten von ABC als Beleg für die Widerstandsfähigkeit der Wirtschaft und eine „bessere relative Leistung im Vergleich zum Rest der Eurozone in einem Umfeld hoher globaler Unsicherheit“. Für 2027 wird für Spanien ein Wachstum von 1,8 Prozent erwartet, was über dem Durchschnitt der Eurozone von 1,2 Prozent liegt, aber ein Zehntel unter der Januarschätzung. Der IWF prognostiziert für Spanien im Jahr 2026 eine Inflation von 3 Prozent. Dies liegt über dem von La Razón zitierten Eurozone-Durchschnitt von 2,6 Prozent und sechs Zehntel höher als die Januarschätzung des Fonds für Spanien. Die Arbeitslosenquote in Spanien wird jedoch voraussichtlich in den Jahren 2026 und 2027 bei 9,8 Prozent verharren – der höchste Wert in der Eurozone, wo der Durchschnitt voraussichtlich auf 6,2 Prozent sinken wird. Der IWF merkte zudem an, dass der Wachstumsvorteil Spaniens gegenüber der Eurozone beim Pro-Kopf-BIP deutlich geringer ausfällt, wenn das Bevölkerungswachstum herausgerechnet wird. Beide Werte würden sich 2026 bei 0,9 Prozent annähern, wobei Spanien 2027 unter den Durchschnitt der Eurozone fallen würde.Spanien BIP-Wachstumsprognose – Januar vs. April 2026: Spanien BIP-Wachstum 2026 (before: 2,3% (Januar-Prognose), after: 2,1% (April-Prognose)); Spanien BIP-Wachstum 2027 (before: 1,9% (Januar-Prognose), after: 1,8% (April-Prognose)); Weltweites Wachstum 2026 (before: 3,3% (Januar-Prognose), after: 3,1% (April-Prognose)); Globale Inflation 2026 (before: 3,8% (Januar-Prognose), after: 4,4% (April-Prognose)) Bessent drängt IWF zu Neuausrichtung während Krieg Frühjahrstagung dominiertUS-Finanzminister Scott Bessent nutzte den Auftakt der Frühjahrstagung, um den IWF aufzufordern, sich wieder auf seine Kernaufgabe zu besinnen: die Förderung der Finanzstabilität und den Abbau globaler Ungleichgewichte, statt Themen wie die Klimapolitik zu verfolgen. Bessent lobte die Weltbank dafür, von Klimazielen abzurücken und stattdessen die Kernenergie zu unterstützen. Er legte dem IWF nahe, „mit gutem Beispiel voranzugehen“. Die Gespräche, die sich ursprünglich auf Handelszölle und fiskalische Ungleichgewichte infolge der Agenda der Trump-Administration konzentrieren sollten, wurden stattdessen von den wirtschaftlichen Folgen des Iran-Konflikts beherrscht. „Vor dem Krieg bereiteten wir uns darauf vor, unsere Prognosen auf 3,4 % anzuheben.” — Pierre-Olivier Gourinchas via France 24 Die geschäftsführende Direktorin des IWF, Kristalina Georgieva, leitete eine Institution, deren Weltwirtschaft laut Gourinchas vor Kriegsausbruch eine überraschende Widerstandsfähigkeit gegenüber protektionistischer Handelspolitik gezeigt hatte – eine Stabilität, die nun durch den Konflikt stark belastet wird. Der Fonds betonte, dass selbst im besten Fall bereits Schäden für die Weltwirtschaft entstanden seien. Die Rückkehr zum Wachstumspfad vor dem Krieg hänge maßgeblich davon ab, wie schnell sich die Lage am Persischen Golf stabilisiere.3,7 (Prozent) — Historische durchschnittliche globale Wachstumsrate, 2000–2019
Mentioned People
- Pierre-Olivier Gourinchas — główny ekonomista Międzynarodowego Funduszu Walutowego od 2022 roku
- Kristalina Georgieva — dwunasta dyrektor zarządzająca Międzynarodowego Funduszu Walutowego od 2019 roku
- Scott Bessent — Sekretarz Skarbu Stanów Zjednoczonych
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