Am Dienstag haben drei bewaffnete Männer das Gelände nahe dem israelischen Konsulat im Istanbuler Finanzviertel Levent angegriffen. Ein Täter wurde bei dem etwa 15-minütigen Gefecht mit der Polizei getötet, während zwei weitere verletzt festgenommen wurden. Zum Zeitpunkt des Vorfalls befanden sich laut offiziellen Angaben keine israelischen Diplomaten im Gebäude.

Angriff im Finanzviertel

Drei bewaffnete Männer attackierten am Dienstagmittag den Bereich um das israelische Konsulat in Istanbul-Levent.

Täter und Opfer

Ein Angreifer wurde getötet, zwei verletzt festgenommen. Zwei Polizisten erlitten leichte Verletzungen.

Hintergründe der Täter

Die Verdächtigen reisten aus Izmit an; einer soll Verbindungen zu einer religiös-extremistischen Organisation (mutmaßlich IS) haben.

Diplomatische Lage

Das Konsulat ist seit Ende 2023 verwaist, da israelische Diplomaten die Türkei aufgrund des Gaza-Krieges verlassen haben.

Drei bewaffnete Männer haben am Dienstag das Gebiet nahe dem israelischen Konsulat im Istanbuler Finanzdistrikt Levent angegriffen und ein 10- bis 15-minütiges Feuergefecht mit der Polizei ausgelöst. Dabei wurde ein Angreifer getötet und zwei weitere verletzt in Gewahrsam genommen. Die Angreifer, die Tarnkleidung trugen und mit Langwaffen sowie Pistolen bewaffnet waren, eröffneten kurz nach Mittag Ortszeit das Feuer auf Polizisten, die in der Nähe des Konsulatsgebäudes stationiert waren. Zwei Polizeibeamte erlitten während des Schusswechsels leichte Verletzungen. Istanbuls Gouverneur Davut Gül bestätigte, dass sich zum Zeitpunkt des Angriffs kein israelisches diplomatisches Personal im Gebäude befand, und bezeichnete den Vorfall als „provokativen Schritt“. Bis Dienstagabend hatte keine Gruppe die Verantwortung für den Überfall übernommen. Angreifer reisten mit Mietwagen aus Izmit anDer türkische Innenminister Mustafa Ciftci, der seit dem 11. Februar 2026 im Amt ist, identifizierte die drei Angreifer und gab Details zu deren Hintergründen und Bewegungen bekannt. Er erklärte, die Männer seien aus Izmit, einer etwa 100 Kilometer östlich von Istanbul gelegenen Stadt, in einem Mietwagen angereist. Bei zwei der Angreifer handele es sich um die Brüder Onur Ç. und Enes Ç., die während des Gefechts verletzt und anschließend festgenommen wurden. Der dritte Angreifer, identifiziert als Yunus E.S., wurde im Schusswechsel mit der Polizei getötet. Ciftci merkte an, dass einer der Angreifer Verbindungen zu einer Organisation habe, die „Religion instrumentalisiert“ – eine Formulierung, die türkische Journalisten gemeinhin als Referenz auf den IS interpretieren. Einer der Brüder sei zudem bereits wegen Drogenhandels polizeibekannt gewesen. Ciftci gab zudem die Festnahme zweier weiterer Personen bekannt, die mit den Tätern in Verbindung stehen sollen. „„Die Identität der Terroristen wurde festgestellt. Es stellte sich heraus, dass sie aus Izmit kamen und mit einem Mietwagen in Istanbul eintrafen.“” — Mustafa Ciftci via ANSA Konsulat seit Ende 2023 ohne diplomatisches PersonalDas Konsulatsgebäude, das sich in einem der Glastürme im wichtigsten Finanzdistrikt Istanbuls zwischen Levent und Besiktas befindet, wird seit rund zweieinhalb Jahren nicht mehr von israelischem diplomatischem Personal genutzt. Die Diplomaten hatten die Türkei Ende 2023 nach dem Ausbruch des Krieges zwischen der Hamas und Israel im Gazastreifen verlassen. Dieser Konflikt hatte zu großen pro-palästinensischen Demonstrationen vor dem Konsulat und in der gesamten Türkei sowie zu einer diplomatischen Eiszeit geführt. Die Türkei rief ihren Botschafter aus Israel im November 2023 zurück; die Beziehungen bleiben faktisch ausgesetzt. Gouverneur Gül wies darauf hin, dass das Gebäude auch den Hauptsitz der türkischen Bank Yapı Kredi sowie weitere Büros beherbergt, was es zu einem belebten Ort mache. Die Schießerei ereignete sich am Mittag, als sich laut „The Irish Times“ tausende Angestellte in der Mittagspause befanden. Seit der Abreise der Diplomaten war eine starke Präsenz bewaffneter Polizeikräfte und gepanzerter Fahrzeuge um das Konsulat stationiert.Die militante Gewalt in der Türkei erreichte laut „The Irish Times“ zwischen 2015 und 2016 einen Höhepunkt, als islamistische, kurdische und linke Gruppen im Zuge des syrischen Bürgerkriegs eine Serie von Anschlägen verübten. In einem jüngeren Vorfall wurden drei türkische Polizisten und sechs Kämpfer des Islamischen Staates bei einem Schusswechsel in der Stadt Yalova im Nordwesten der Türkei getötet, als Zellen ausgehoben wurden, die Anschläge rund um Weihnachten und Neujahr geplant haben sollen. Die Türkei vertritt seit Oktober 2023 eine scharfe öffentliche Position gegen Israels Militäroperationen im Gazastreifen, im Libanon und im Iran. Erdogan verurteilt Angriff, Israel dankt türkischen SicherheitskräftenDer türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan verurteilte den Vorfall scharf als „abscheulichen Terroranschlag“, der die Sicherheit der Türkei nicht untergraben werde. Justizminister Akin Gürlek, ebenfalls seit dem 11. Februar 2026 im Amt, gab die Einleitung einer strafrechtlichen Untersuchung bekannt. Die Nachrichtenagentur Anadolu Agency berichtete über Gürleks Ankündigung. Das israelische Außenministerium dankte in einer Erklärung den türkischen Sicherheitskräften für ihr schnelles Eingreifen und bestätigte, dass kein Personal vor Ort war. Auch der US-Botschafter in der Türkei, Tom Barrack, verurteilte die Tat auf der Plattform X. Die Ermittlungen zu den genauen Umständen und möglichen weiteren Hintermännern dauerten laut Innenminister Ciftci bis Dienstagabend an. „„Dieser abscheuliche Terroranschlag wird das Vertrauen und die Sicherheit der Türkei nicht erschüttern.“” — Recep Tayyip Erdogan via The Irish Times

Mentioned People

  • Mustafa Çiftçi — Minister spraw wewnętrznych od 11 lutego 2026 roku
  • Akın Gürlek — Minister sprawiedliwości w 67. gabinecie Turcji od 11 lutego 2026 roku
  • Davut Gül — Obecny gubernator Stambułu
  • Recep Tayyip Erdoğan — Prezydent Turcji

Sources: 87 articles