Die vom Iran unterstützte Miliz Kataib Hisbollah hat die amerikanische Journalistin Shelly Kittleson sieben Tage nach ihrer Entführung in Bagdad wieder auf freien Fuß gesetzt. Berichten zufolge erfolgte die Freilassung am 7. April 2026 im Rahmen eines Gefangenenaustauschs zwischen der paramilitärischen Gruppe und der irakischen Regierung.

Freilassung nach einer Woche

Die US-Journalistin Shelly Kittleson wurde sieben Tage nach ihrer Entführung in Bagdad durch die Miliz Kataib Hisbollah freigelassen.

Gefangenenaustausch

Trotz offizieller Darstellung der Miliz als Geste der Wertschätzung berichten Sicherheitsquellen von einem Austausch gegen inhaftierte Milizmitglieder.

Regionale Dimension

Zeitgleich mit der Freilassung im Irak entließ der Iran zwei seit 2022 festgehaltene französische Staatsbürger.

Kataib Hisbollah, die vom Iran unterstützte irakische Miliz, hat die US-amerikanische freie Journalistin Shelly Kittleson am 7. April 2026 freigelassen. Kittleson war am 31. März im Zentrum von Bagdad entführt und sieben Tage lang festgehalten worden. In einer Erklärung des Sicherheitsbeauftragten der Miliz, Abu Mujahid al-Assaf, hieß es, die Freilassung sei eine Geste der Wertschätzung für die „patriotische Haltung“ des scheidenden irakischen Ministerpräsidenten Mohammed Shia al-Sudani. Unter Berufung auf zwei irakische Sicherheitsbeamte meldeten die New York Times und die Washington Post hingegen, Kittleson sei im Rahmen eines Gefangenenaustauschs freigekommen, bei dem die irakische Regierung mehrere Mitglieder der Kataib Hisbollah aus der Haft entließ. Al-Assaf warnte, dass sich ein solches Entgegenkommen „in den kommenden Tagen nicht wiederholen werde“, und wies Kittleson an, den Irak umgehend zu verlassen. Ein Video, das Kittleson zeigt, wie sie auf Englisch in die Kamera spricht, wurde von einem miliznahen Kanal in den sozialen Medien verbreitet; Reuters betonte jedoch, dass die Authentizität und der Zeitpunkt der Aufnahme nicht unabhängig überprüft werden konnten. Entführung am helllichten Tag nahe dem Palestine HotelDie 49-jährige Kittleson, eine in Rom ansässige und in Wisconsin geborene Journalistin, wurde auf der Al-Saadun-Straße im Zentrum Bagdads nahe dem Palestine Hotel verschleppt. Aufnahmen von Überwachungskameras zeigen, wie sich ein Fahrzeug näherte und zwei Männer sie auf den Rücksitz zwangen. Ein Freund der Journalistin gab gegenüber dem Komitee zum Schutz von Journalisten an, Kittleson habe etwa eine Stunde vor der Entführung mit ihm zusammengearbeitet, als die US-Botschaft sie telefonisch vor konkreten Drohungen irakischer Milizen warnte. Laut Alex Plitsas, Analyst für nationale Sicherheit bei CNN, stand ihr Name auf einer Liste der Kataib Hisbollah, und sie sei sich der Gefahr bewusst gewesen. Dylan Johnson, ein hochrangiger Beamter des US-Außenministeriums, bestätigte, Kittleson sei vor der Entführung vor „Drohungen gegen ihre Person“ gewarnt worden. Quellen der Washington Post zufolge wurde sie in Jurf al-Sakhar festgehalten, einer rund 60 Kilometer südlich von Bagdad gelegenen Hochburg der Miliz, wo sie mutmaßlich als menschliches Schutzschild zur Abwehr von US-Luftangriffen diente. Einem Regierungsvertreter zufolge, der mit der Situation vertraut ist, erfolgte ihre Freilassung nach verstärktem Druck der irakischen Regierung und einflussreicher schiitischer Führer auf die Miliz. „„In Anerkennung der nationalen Haltung des scheidenden Ministerpräsidenten haben wir beschlossen, die amerikanische Angeklagte Shelly Kittleson unter der Bedingung freizulassen, dass sie das Land unverzüglich verlässt.“” — Abu Mujahid al-Assaf via ANSA Miliz ruft Kriegszustand aus und spricht von einmaliger AusnahmeKataib Hisbollah stellte die Freilassung als Ausnahmefall innerhalb eines dauerhaften Konflikts dar. „„Wir befinden uns in einem Kriegszustand, den der zionistisch-amerikanische Feind gegen den Islam führt; in einer solchen Lage werden viele Erwägungen außer Acht gelassen.“” — Abu Mujahid al-Assaf via El País Die Miliz ist Teil der Volksmobilisierungskräfte und wurde von den USA bereits mehrfach für Drohnen- und Raketenangriffe auf diplomatische und militärische Einrichtungen im Irak verantwortlich gemacht. Das US-Außenministerium hatte bereits vor dem Bekenntnis der Miliz auf Kataib Hisbollah als mutmaßliche Entführer verwiesen. Während die irakische Regierung öffentlich erklärte, nicht in den Krieg der USA und Israels gegen den Iran hineingezogen werden zu wollen, wurde die Entführung weithin als Machtprobe gegenüber dem staatlichen Gewaltmonopol gewertet. Laut Corriere della Sera galt der Fall als Test für die Spannungen zwischen der Regierung und pro-iranischen Milizen im Kontext des Regionalkonflikts. Kittleson, die für Al-Monitor, Foreign Policy, BBC, Politico und ANSA über Konflikte in Afghanistan, Syrien und dem Irak berichtete, wird von der International Women’s Media Foundation als erfahrene Kennerin des Nahen Ostens beschrieben.Zuvor hatte Kataib Hisbollah die russisch-israelische Forscherin der Princeton University, Elizabeth Tsurkov, im März 2023 während einer Forschungsreise im Irak entführt. Tsurkov wurde 903 Tage lang festgehalten und erst im September 2025 nach intensiven Verhandlungen freigelassen. Nach Angaben des Komitees zum Schutz von Journalisten entfallen auf den Irak zehn Prozent der weltweit rund 90 vermissten Journalisten. Vor Kittlesons Entführung galten bereits zwei ausländische und sieben irakische Journalisten im Land als vermisst. Der letzte vor Kittleson entführte US-Journalist war Steven Sotloff, der 2013 in Syrien verschleppt und laut CPJ 2014 ermordet wurde. Iran lässt am selben Tag zwei französische Staatsbürger freiAm Tag von Kittlesons Freilassung ließ der Iran auch die französischen Staatsangehörigen Cécile Kohler und Jacques Paris frei, die seit Mai 2022 rund dreieinhalb Jahre in iranischer Haft verbracht hatten, wie Reuters und Corriere della Sera berichteten. Die zeitgleichen Freilassungen am 7. April erregten Aufsehen vor dem Hintergrund der laufenden Militäroperation der USA und Israels gegen den Iran. Reuters berichtete, dass die Franzosen den Iran verließen, während Frankreich einen gemäßigteren Ton in Bezug auf den Krieg einschlug. Beide Freilassungen – im Irak und im Iran – fanden vor dem Hintergrund wachsenden regionalen Drucks auf pro-iranische Akteure statt. Im Irak meldete die Zeitschrift Stern unterdessen einen Luftangriff in der südlichen Provinz Basra, bei dem am selben Tag drei Menschen getötet wurden. Die US-Botschaft hält die Reisewarnung der Stufe 4 für den Irak aufrecht; Regierungsvertreter Johnson forderte alle US-Bürger auf, das Land umgehend zu verlassen.7 (Tage) — Dauer von Kittlesons Gefangenschaft in BagdadEntführung und Freilassung von Shelly Kittleson: — ; — ; —

Mentioned People

  • Shelly Kittleson — Amerykańska niezależna dziennikarka mieszkająca w Rzymie, uprowadzona w Bagdadzie
  • Mohammed Shia' al-Sudani — Premier Iraku od 2022 roku i p.o. ministra obrony od 2026 roku
  • Cécile Kohler — Obywatelka Francji zatrzymana w Iranie w maju 2022 roku pod zarzutem szpiegostwa
  • Jacques Paris — Obywatel Francji i nauczyciel przetrzymywany w Iranie przez około trzy i pół roku
  • Abu Mujahid al-Assaf — Przedstawiciel ds. bezpieczeństwa wspieranej przez Iran milicji Kataib Hezbollah

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