Kurz vor Ablauf der Frist für den Abzug iranischer Kräfte aus der Straße von Hormuz hat Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif zur Deeskalation aufgerufen. Er schlug Präsident Donald Trump eine zweiwöchige Verlängerung des Ultimatums vor, um Raum für Diplomatie zu schaffen. Derweil warnte Trump den Iran über soziale Medien in drastischen Worten vor einem militärischen Schlag am Abend des 7. April 2026.

Vermittlungsversuch durch Pakistan

Premierminister Sharif bittet Trump um einen zweiwöchigen Aufschub des Ultimatums zur Öffnung der Straße von Hormuz.

Militärische Eskalation

Berichte über US-Angriffe auf die iranische Ölinsel Charg belasten die Lage; Trump droht mit der Zerstörung ziviler Infrastruktur.

Diplomatische Funkstille

Der Iran hat die direkte Kommunikation mit den USA eingestellt, zeigt sich aber offen für den pakistanischen Vorschlag.

Der pakistanische Premierminister Shehbaz Sharif hat US-Präsident Donald Trump um einen zweiwöchigen Aufschub des Ultimatums gebeten, das den Iran zum Ende der Blockade in der Straße von Hormuz auffordert. Die Bitte erfolgte nur wenige Stunden vor Ablauf der Frist am 7. April 2026 um 20:00 Uhr (EDT). Sharif veröffentlichte seinen Appell auf der Plattform X und rief Trump dazu auf, die Frist zu verlängern, während er den Iran gleichzeitig aufforderte, die Meerenge als Geste des guten Willens ebenfalls für zwei Wochen zu öffnen. Das Weiße Haus bestätigte, dass Trump über den Vorschlag informiert wurde und eine Antwort folgen werde; Pressesprecherin Karoline Leavitt gab eine entsprechende kurze Erklärung ab. Ein ranghoher iranischer Beamter sagte gegenüber Reuters, dass Teheran den pakistanischen Vorschlag wohlwollend prüfe. Der Vermittlungsversuch erfolgte zu einem Zeitpunkt, als Trump auf Truth Social eine seiner bisher schärfsten Warnungen aussprach: „Heute Nacht wird eine ganze Zivilisation sterben, die nie wieder zurückkehren wird“.

„„Um der Diplomatie ihren Lauf zu lassen, bitte ich Präsident Trump inständig, die Frist um zwei Wochen zu verlängern. Pakistan bittet die iranischen Brüder in aller Aufrichtigkeit, die Straße von Hormuz als Geste des guten Willens für einen entsprechenden Zeitraum von zwei Wochen zu öffnen.“” — Shehbaz Sharif via Reuters

„„Der Präsident wurde über den Vorschlag informiert, und eine Antwort wird folgen.“” — Karoline Leavitt via Reuters

Trump droht mit Zerstörung von Infrastruktur Trumps Ultimatum sah vor, dass der Iran die Blockade des Golf-Öls beendet oder mit der Zerstörung sämtlicher Brücken und Kraftwerke im Land rechnen müsse. Die Frist war auf 20:00 Uhr Washingtoner Zeit festgelegt, was 03:30 Uhr in Teheran entspricht. Während Trump auf Truth Social drohte, ließ er gleichzeitig die Möglichkeit einer diplomatischen Lösung offen und fügte hinzu, dass „vielleicht etwas revolutionär Wunderbares passieren kann“. Irans erster Vizepräsident Mohammad Reza Aref wies die Drohungen zurück; laut Wall Street Journal erklärte er, eine Zivilisation, die Jahrtausende überdauert habe, lasse sich von Trumps Rhetorik nicht erschüttern. Amir-Saeid Iravani, Irans Botschafter beim UN-Sicherheitsrat, bezeichnete Trumps Worte vor dem Rat laut Associated Press als „Anstiftung zu Kriegsverbrechen und potenziell Völkermord“. Der Iran brach zudem am Dienstag alle direkten Kommunikationswege mit den USA ab, wie das Wall Street Journal und die New York Times berichteten. Diplomaten zufolge wollte Teheran damit Protest und Widerstandsbereitschaft signalisieren. Indirekte Gespräche über Vermittler wurden zunächst fortgesetzt, obwohl die New York Times berichtete, Teheran habe Pakistan mitgeteilt, vorerst nicht mehr an Waffenstillstandsgesprächen teilzunehmen. Laut Stern.de hatte Trump sein Ultimatum bereits am 21. März gestellt und mehrfach verlängert; zudem forderte er vom Iran eine Verpflichtung zur Abkehr vom Atomprogramm.

Die militärische Kampagne der USA und Israels gegen den Iran, bekannt als Operation Epic Fury, begann am 28. Februar 2026 mit Angriffen, bei denen Ajatollah Ali Chamenei getötet wurde. Sein Sohn Mojtaba Chamenei wurde daraufhin im März 2026 zum Obersten Führer ernannt. Pakistan entwickelte sich in den Wochen nach Ausbruch der Feindseligkeiten zum wichtigsten Vermittler zwischen Washington und Teheran. Laut Stern.de hatte Pakistan zuvor einen 45-tägigen Waffenstillstand vorgeschlagen, den Trump als „wichtigen Schritt“, aber unzureichend bezeichnete. Berichten von Reuters zufolge drohten die Gespräche nach iranischen Angriffen auf saudi-arabische Industrieanlagen zu scheitern.

US-Angriffe auf Ölterminal der Insel Charg während laufender Gespräche US-Streitkräfte haben Berichten zufolge Dutzende militärische Ziele auf der Insel Charg im Persischen Golf angegriffen. Mehrere Medienberichte, unter anderem von N-tv und SRF News, bestätigten den Angriff auf das Verladezentrum für Rohöl. Zuvor hatte der Iran bereits Explosionen in dem Gebiet gemeldet. Die Angriffe ließen den Ölpreis zunächst steigen, bevor er nach Pakistans diplomatischer Initiative im späten Handel leicht ins Minus drehte. Der Geheimdienst der iranischen Revolutionsgarden drohte laut SRF News zudem mit Angriffen auf die israelischen Gasfelder Karisch und Tanin. Kreise berichteten Reuters am Dienstag, dass die US-iranischen Gespräche durch Teherans vorangegangene Angriffe auf Saudi-Arabien erheblich belastet seien.

Wall Street erholt sich dank Hoffnung auf Waffenruhe Die US-Finanzmärkte zeigten nach Bekanntwerden des pakistanischen Vermittlungsvorschlags Anzeichen der Erholung. Der Gesamtmarkt drehte nach anfänglichen Verlusten, die durch die Sorge vor dem Ablauf des Ultimatums ausgelöst worden waren, ins Plus. Der Dow Jones sank um 0,2 Prozent auf 46.584 Punkte, während der S&P 500 und der Nasdaq Composite jeweils um 0,1 Prozent zulegten. Marktstratege Paul Hickey von Bespoke Investment hatte zuvor gewarnt, dass Investoren vor Ablauf der Frist kaum größere Risiken eingehen würden.

„„Ohne Fortschritte auf diplomatischer Ebene wird es für Anleger schwierig sein, vor Ablauf der Frist des Präsidenten um 20:00 Uhr größere Risiken einzugehen.“” — Paul Hickey via N-tv

Der Ölpreis der Sorte WTI gab nach dem pakistanischen Vorstoß um 0,6 Prozent nach. Der Dollar-Index sank um 0,3 Prozent, da die Nachfrage nach sicheren Häfen nachließ, während Gold um 1,3 Prozent pro Feinunze stieg. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen fiel parallel zu den Ölpreisen um zwei Basispunkte auf 4,31 Prozent.

4.31 (Prozent) — Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen kurz vor Fristende

Dow Jones: -0,2, S&P 500: +0,1, Nasdaq Composite: +0,1

Mentioned People

  • Shehbaz Sharif — Premier Pakistanu
  • Donald Trump — 47. Prezydent Stanów Zjednoczonych
  • Karoline Leavitt — Rzeczniczka prasowa Białego Domu

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