Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz gab am Montag bekannt, dass israelische Streitkräfte den Petrochemie-Komplex South Pars in Assaluyeh angegriffen haben. Die Anlage ist Schätzungen zufolge für die Hälfte der iranischen Petrochemie-Produktion verantwortlich. Laut Katz sei die Einrichtung nach dem Angriff nicht mehr funktionsfähig.

Produktionsstopp in South Pars

Israel meldet die Zerstörung bedeutender Infrastruktur, die für 50 Prozent der iranischen Petrochemie-Produktion verantwortlich ist.

Ultimatum der USA

Präsident Trump fordert die Öffnung der Straße von Hormus bis Mittwoch unter Androhung von Angriffen auf zivile Ziele.

Zivile Auswirkungen

Experten warnen, dass der Angriff primär die Gasversorgung der iranischen Bevölkerung gefährdet statt direkt das politische Regime.

Israel hat zum zweiten Mal den petrochemischen Komplex South Pars in Assaluyeh angegriffen. Verteidigungsminister Israel Katz erklärte am Montag, der Angriff habe eine Anlage getroffen, die für rund 50 Prozent der iranischen Petrochemie-Produktion verantwortlich sei. Die staatlichen iranischen Medienagenturen Fars und Irna berichteten von mehreren Explosionen vor Ort. Katz bezeichnete die Operation als „mächtigen Angriff“, der die Anlagen betriebsunfähig hinterlassen habe, und wertete dies als schweren wirtschaftlichen Schlag gegen Teheran in Höhe von mehreren zehn Milliarden Dollar. Iranische Behörden erklärten unter Berufung auf die National Petrochemical Company of Iran, die Situation sei unter Kontrolle und es seien keine Opfer in South Pars zu beklagen. Ein zweiter Komplex in Marvdasht nahe Schiras wurde am selben Tag getroffen; örtliche Stellen meldeten jedoch nur geringfügige Schäden und unter Kontrolle gebrachte Brände. Die Revolutionsgarden bestätigten unterdessen den Tod ihres Geheimdienstchefs, General Majid Jademi, bei einem israelischen Angriff im Morgengrauen des 6. April. Israel meldet Ausfall von 85 Prozent der petrochemischen ExporteDie Angriffe vom 6. April folgten auf eine gemeinsame israelisch-amerikanische Operation gegen den Standort Bandar-e Mahshahr am 4. April, bei der laut France 24 fünf Menschen getötet wurden. Katz gab an, dass die beiden betroffenen Komplexe zusammen 85 Prozent der iranischen Petrochemie-Exporte ausmachen und nun außer Betrieb seien. Die Agentur Fars berichtete, dass insbesondere die Unternehmen Mobin und Damavand getroffen wurden, welche die Anlagen in Assaluyeh mit Strom, Wasser und Sauerstoff versorgen, wodurch die gesamte Produktion zum Erliegen kam. Die Pars Petrochemical Company gab an, nicht direkt beschädigt worden zu sein, betonte jedoch, dass die Energieversorgung bis zum Abschluss der Reparaturen unterbrochen bleibe. Premierminister Benjamin Netanjahu hob die finanzielle Dimension hervor.„Heute haben wir die größte petrochemische Anlage im Iran zerstört. Mit anderen Worten: Wir zerstören systematisch die Geldmaschine der Revolutionsgarden.” — Benjamin Netanyahu via France 2485 (%) — Anteil der iranischen Petrochemie-Exporte, die laut Israel nun ausfallen Trump setzt Ultimatum für die Straße von HormusDie Angriffe erfolgten wenige Stunden nach einem neuen Ultimatum von US-Präsident Donald Trump. Er setzte eine Frist bis Mittwoch, den 8. April 2026, 00:00 Uhr GMT, für die Wiederöffnung der Straße von Hormus. Trump drohte mit Angriffen auf zivile Infrastruktur wie Brücken und Kraftwerke, sollte die Frist verstreichen. Auf seiner Plattform Truth Social schrieb er: „Öffnet die verdammte Meerenge, ihr wahnsinnigen Bastarde, oder ihr werdet in der Hölle leben.” — Donald Trump via France 24 Die iranischen Revolutionsgarden reagierten mit der Erklärung, der Status in der Meerenge werde „niemals in den vorherigen Zustand zurückkehren, insbesondere nicht für die USA und Israel“. Teheran kündigte zudem „verheerendere“ Vergeltungsmaßnahmen an. Die Blockade hat die Ölpreise sowie die Preise für Erdgas und Düngemittel weltweit steigen lassen. Laut RFI hatte Trump das Ultimatum zuvor zweimal verschoben.Der aktuelle Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran begann am 28. Februar 2026 mit einem israelisch-amerikanischen Angriff. In der Folge sperrte der Iran die Straße von Hormus. Israel hatte South Pars bereits am 18. März 2026 angegriffen, woraufhin der Iran Energieanlagen in anderen nahöstlichen Staaten attackierte. Trump hatte damals erklärt, Israel werde South Pars nicht erneut angreifen, warnte jedoch, US-Reaktionen würden folgen, sollte der Iran Infrastruktur in Katar angreifen. Experten warnen vor Folgen für die ZivilbevölkerungDer South-Pars-Komplex ist essentiell für die iranische Energieversorgung. Das Land leidet bereits unter Strommangel. Bernard Hourcade vom Forschungszentrum CNRS kritisierte das israelische Vorgehen: „Dieser Schlag trifft absolut nicht das Regime oder dessen Ressourcen, sondern im Gegenteil die Gasversorgung der iranischen Bevölkerung.” — Bernard Hourcade via RFI Der Petrochemie-Sektor exportiert Grundstoffe wie Ethylen und Methanol an Abnehmer wie China, Indien und die Türkei. Der Konflikt forderte seit Februar Tausende Opfer. In Israel bargen Rettungskräfte am Sonntag vier Leichen aus einem durch iranischen Raketenbeschuss getroffenen Wohnhaus in Haifa.

Mentioned People

  • Israel Katz — Izraelski polityk, członek Knesetu z partii Likud, pełniący funkcję ministra obrony i członka gabinetu bezpieczeństwa
  • Donald Trump — Amerykański polityk i biznesmen, 47. prezydent Stanów Zjednoczonych
  • Majid Jademi — Szef wywiadu IRGC zabity w izraelskim ataku

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