Der saudi-arabische Staatsfonds PIF bereitet laut Branchenberichten das Ende seiner massiven finanziellen Unterstützung für die LIV-Golf-Tour vor. Die Nachricht fällt zusammen mit technischen Ausfällen beim Turnier in Mexiko-Stadt und Berichten über verzögerte Zahlungen an die Profis.
Finanzstopp droht
Der saudi-arabische PIF bereitet den Rückzug als Hauptsponsor von LIV Golf vor, um sich auf heimische Wirtschaftsprojekte zu konzentrieren.
Betriebsunterbrechungen
Das Turnier in Mexiko war von massiven Sendeausfällen und Stromproblemen im Medienzentrum betroffen.
Zahlungsverzug bei Spielern
Berichten zufolge wurden Quartalszahlungen an Profis verspätet geleistet, was Sorgen über die Liquidität der Tour schürt.
Der Public Investment Fund (PIF) Saudi-Arabiens plant offenbar, seine milliardenschwere Unterstützung für LIV Golf einzustellen. Dies erfuhr The Athletic aus Kreisen der Golfbranche, was die Zukunft der abtrünnigen Tour massiv infrage stellt. Die Nachricht wurde am selben Donnerstag bekannt, an dem das Turnier in Mexiko-Stadt von Übertragungsproblemen und Berichten über Zahlungsverzögerungen an Spieler überschattet wurde. Zeitgleich veröffentlichte der PIF eine neue Fünfjahresstrategie, die den Fokus auf die heimische Wirtschaftstransformation legt, ohne LIV Golf namentlich zu erwähnen. Das sechste Turnier der Saison 2026 im Club de Golf Chapultepec begann zwar planmäßig, doch die Übertragung auf YouTube und der Fox Sports App brach rund fünf Minuten nach dem Start um 15:15 Uhr (Ortszeit) ab. Die Zuschauer sahen lediglich eine Fehlermeldung; bis 17:00 Uhr blieb der Stream offline. LIV, Fox und die Produktionsfirma EverWonder Studio lehnten Stellungnahmen ab. CEO beschwört Stabilität, schweigt aber zu 2027LIV-CEO Scott O'Neil verschickte am Mittwoch, den 15. April, eine interne Nachricht an die Mitarbeiter, um Zuversicht zu verbreiten. Doch die Auslassungen in dem Schreiben sorgten für ebenso viel Aufsehen wie der Inhalt. O'Neil schrieb, die Saison verliefe „genau wie geplant, ununterbrochen und mit voller Kraft“. Die aktuellen Unruhen bezeichnete er als typisch für ein disruptives Start-up. „„Das Leben einer Start-up-Bewegung wird oft durch solche Momente unter Druck definiert. Wir haben uns darauf eingelassen, weil wir an die Aufbrechung des Status quo glauben.“” — Scott O'Neil via The Irish Times Der PIF wurde in der E-Mail nicht erwähnt, Verpflichtungen über die Saison 2026 hinaus fehlten ebenso wie eine Reaktion auf die Berichte über den Rückzug des Fonds. Eine Quelle der DP World Tour bezeichnete die Nachricht gegenüber Telegraph Sport als „reine Ablenkung und Prahlerei“, so der Irish Independent. O'Neil wiederholte diese Aussagen am Mittwochabend in einem Treffen mit den Kapitänen der LIV-Teams, konnte die Verunsicherung jedoch nicht entkräften. Hochrangige LIV-Führungskräfte sollen laut The Athletic bereits an Plänen für das Ende der Liga arbeiten oder selbst nach neuen Stellen suchen. PIF setzt auf Inlandsmarkt und verkauft Al-Hilal-AnteileDer Zeitpunkt der neuen PIF-Strategie unterstreicht die Verschiebung der saudischen Investitionsprioritäten. Kronprinz Mohammed bin Salman genehmigte den Plan für 2026 bis 2030, der sich laut einer Erklärung des Fonds darauf konzentriert, „wettbewerbsfähige heimische Ökosysteme zu schaffen, strategische Vermögenswerte voll auszuschöpfen und die wirtschaftliche Transformation Saudi-Arabiens voranzutreiben“. Am selben Donnerstag veräußerte der PIF eine 70-prozentige Beteiligung am Club Al-Hilal der Saudi Pro League an die Kingdom Holding Company von Prinz Alwaleed Bin Talal. „„Die heutige Ankündigung steht im Einklang mit der PIF-Strategie, Erträge zu maximieren und Kapital innerhalb der heimischen Wirtschaft neu zu investieren.“” — Yazeed A. Al-Humied via The New York Times Der Anteil ausländischer Investitionen im PIF-Portfolio war bereits von 30 Prozent im Jahr 2020 auf 19 Prozent Ende 2024 gesunken. Eine Quelle mit Regierungsverbindungen erklärte gegenüber dem Guardian, der Kurswechsel stelle den Versuch dar, die Sportindustrie Saudi-Arabiens zu privatisieren, statt sie dauerhaft zu subventionieren. 5bn (Milliarden USD) — geschätzte PIF-Investitionen, die LIV Golf seit der Gründung verbraucht hatLIV Golf startete im Juni 2022 und warb Top-Spieler der PGA Tour mit hohen Garantiesummen und einem neuen Format ab — ursprünglich 54 Löcher über drei Runden ohne Cut. Daraus leitet sich der Name ab, da LIV die römische Zahl für 54 ist. Für die Saison 2026 wechselte die Tour zu 72 Löchern. Seit der Gründung soll LIV laut Irish Times und Guardian mehr als 5 Milliarden Dollar an PIF-Geldern verbraucht haben. Saudi-Arabiens Gesamtausgaben für Sport in den letzten fünf Jahren werden konservativ auf über 10 Milliarden Dollar geschätzt und umfassen Fußball, Boxen, Motorsport, Tennis, E-Sport sowie MMA.2020: 30, 2022: 23, 2024: 19 Zahlungsverzögerungen verunsichern SpielerDie Profis in Mexiko-Stadt sahen sich einer Ungewissheit gegenüber, die das institutionelle Chaos widerspiegelte. Eine mit der Angelegenheit vertraute Person berichtete dem Wall Street Journal, dass LIV eine vertraglich vereinbarte Quartalszahlung an die Spieler Anfang der Woche verspätet geleistet habe. Viele Spieler erhalten ihre Vergütung in Raten, wodurch sie direkt von der finanziellen Stabilität der Tour abhängig sind. Sergio Garcia, Masters-Sieger von 2017, sagte dem Wall Street Journal, er habe keine offiziellen Informationen erhalten. „„Wir haben nichts gehört. Sie wissen ja, wie das mit Gerüchten ist. Davon gibt es immer viele.“” — Sergio Garcia via The Wall Street Journal Die Irish Times berichtete, dass Insider erwarten, der PIF werde versuchen, eine höhere Gewalt geltend zu machen, um Verträge über 2026 hinaus zu beenden. Das Medienzentrum im Club de Golf Chapultepec war bereits am Dienstag wegen Stromausfällen geschlossen worden. Sportlich gab es in Mexiko-Stadt trotz der Probleme einen Höhepunkt: Joaquin Niemann, Nummer fünf der LIV-Rangliste, erzielte in der Eröffnungsrunde das 16. Hole-in-one der Ligageschichte.
Mentioned People
- Scott O'Neil — Amerykański menedżer sportowy, dyrektor generalny LIV Golf
- Mohammed bin Salman — Następca tronu i premier Arabii Saudyjskiej
- Joaquin Niemann — Profesjonalny golfista grający w lidze LIV Golf
- Jon Rahm — Profesjonalny golfista, który dołączył do LIV Golf w 2023 roku
- Bryson DeChambeau — Profesjonalny golfista i kapitan jednej z drużyn LIV Golf
- Brooks Koepka — Profesjonalny golfista, pięciokrotny zwycięzca turniejów wielkoszlemowych
- Sergio Garcia — Profesjonalny golfista, zwycięzca turnieju Masters z 2017 roku
Sources: 20 articles
- Saudi Arabia and sports: What it owns, how much it has invested, and what now? (The New York Times)
- LIV CEO claims 'business as usual' amid reports of demise (Reuters)
- Saudi cash deadline leaves LIV facing fight for survival (The Telegraph)
- LIV Golf stream goes down mid-tournament amid rumored financial trouble (The New York Times)
- They Sold Their Careers to LIV Golf. These Players Have No Idea What's Next. (The Wall Street Journal)
- LIV golf stars face career limbo with Saudi investment expected to end in 2026 (The Irish Times)
- Jaque mortal a LIV Golf: el Fondo Soberano Saudí estudia retirar la financiación a la Liga (EL PAÍS)
- LIV and let die: golf rebels count cost of Saudi cutbacks and other sports fear worst | Matt Hughes (The Guardian)
- What PIF pulling funding for LIV Golf would mean for Newcastle United and its Saudi ownership (The New York Times)
- LIV Golf chief tells staff that season won't be disrupted amid funding questions (The New York Times)