Der ehemalige französische Präsident Nicolas Sarkozy hat am 7. April 2026 vor dem Pariser Berufungsgericht jede Verantwortung im Fall der mutmaßlichen libyschen Wahlkampffinanzierung abgelehnt. Sarkozy, der im September 2025 in erster Instanz zu fünf Jahren Haft verurteilt worden war, bezeichnete sich als unschuldig und bestritt jegliche Korruptionshandlungen. Die Befragung des Ex-Präsidenten soll voraussichtlich drei bis vier Tage in Anspruch nehmen.

Sarkozy bestreitet alle Vorwürfe

Der Ex-Präsident weist jegliche libysche Finanzierung seines Wahlkampfs 2007 zurück und betont seine Unschuld gegenüber Korruptionsvorwürfen.

Bezugnahme auf UTA-Attentat

Zu Beginn der Befragung thematisiert Sarkozy das Leid der Angehörigen der Opfer des Anschlags von 1989, um den Vorwurf der Nähe zum Gaddafi-Regime zu entkräften.

Juristisches Risiko

Nach einer bereits verbüßten Kurzhaft von 20 Tagen im Jahr 2025 droht Sarkozy bei einer erneuten Verurteilung in der Berufung die Rückkehr ins Gefängnis.

Der ehemalige französische Präsident Nicolas Sarkozy ist am Dienstag, den 7. April 2026, vor dem Pariser Berufungsgericht in den Zeugenstand getreten. Er erklärte seine Unschuld im Fall der mutmaßlichen Finanzierung seines siegreichen Präsidentschaftswahlkampfs 2007 durch Libyen. Zu Beginn seiner Befragung wandte sich Sarkozy direkt an das Gericht und sprach über das Leid der Angehörigen der Opfer des Bombenanschlags auf den UTA-Flug 772 im Jahr 1989, bevor er zu seinem zentralen Dementi überging.

„„Die Wahrheit ist, dass in meinem Wahlkampf kein einziger Cent libyschen Geldes steckt“” — Nicolas Sarkozy via La Libre.be

Sarkozy bestritt zudem, jemals zugunsten von Abdallah Senoussi gehandelt zu haben, dem ehemaligen libyschen Geheimdienstchef, der nach seiner Verurteilung um Begnadigung oder Amnestie ersucht hatte. Der ehemalige Präsident erklärte vor Gericht, er sei „unschuldig“ und habe „weder mittelbar noch unmittelbar eine Korruptionshandlung begangen“. Seine Ehefrau, Carla Bruni-Sarkozy, nahm zum ersten Mal seit Beginn des Berufungsverfahrens Mitte März an der Anhörung teil. Die Vernehmung wird sich voraussichtlich über insgesamt drei bis vier Tage erstrecken.

Angehörige der UTA-Opfer kritisieren „Lügen“ der Angeklagten

Der Anschlag auf den UTA-Flug 772 ereignete sich am 19. September 1989, als ein DC-10-Flugzeug über dem Niger zerstört wurde; alle 170 Menschen an Bord, darunter 54 französische Staatsbürger, kamen ums Leben. Abdallah Senoussi, Schwager des libyschen Diktators Muammar al-Gaddafi und Direktor des libyschen Geheimdienstes, wurde 1999 in Paris in Abwesenheit zu lebenslanger Haft verurteilt, da er das Attentat angeordnet hatte. Der Fall der libyschen Finanzierung gegen Sarkozy konzentriert sich auf Vorwürfe, wonach enge Vertraute Ende 2005 geheime Treffen mit Senoussi in Libyen abhielten, bei denen über Wahlkampffinanzierung im Austausch für diplomatische, wirtschaftliche und juristische Gegenleistungen sowie eine Überprüfung von Senoussis rechtlicher Lage gesprochen worden sein soll.

Mehrere Angehörige der Opfer des UTA-DC-10-Anschlags sagten letzte Woche aus. Sie beschrieben, wie ihre Worte von jenen „erdrückt wurden, die Zugang zu Mikrofonen haben“, und prangerten das „Leugnen“ und die „Lügen“ der Angeklagten an. Sarkozy ging zu Beginn seiner Befragung direkt auf ihren Schmerz ein.

„„An der Stelle der Angehörigen der Opfer der UTA DC-10 hätte ich denselben Zorn, denselben Kummer verspürt“” — Nicolas Sarkozy via La Libre.be

Er fügte hinzu, dass die Antwort auf „unsagbares Leid“ die Wahrheit erfordere, betonte jedoch, dass man „Leid nicht mit einer Ungerechtigkeit wiedergutmachen kann“. Sarkozy verwies zudem auf seine Rolle beim Aufbau der internationalen Koalition, die 2011 zum Sturz des Gaddafi-Regimes beitrug, als Beweis für seine Unabhängigkeit vom libyschen Machthaber.

„„Gaddafi hatte weder finanziell noch politisch oder persönlich Einfluss auf mich“” — Nicolas Sarkozy via Ouest France

Erstinstanzliche Richter fanden keine Beweise für Geldfluss in Wahlkampfkasse

Die Anklage geht davon aus, dass enge Vertraute Sarkozys während seiner Zeit als Innenminister mit Senoussi verhandelten, um libysche Gelder für den Präsidentschaftswahlkampf 2007 zu erhalten. Im erstinstanzlichen Prozess entschieden die Richter, dass der Tatbestand der kriminellen Vereinigung erfüllt sei, obwohl kein direkter Beweis dafür vorlag, dass libysche Gelder tatsächlich in Sarkozys Wahlkampfkassen flossen. Die Richter der ersten Instanz bestätigten, dass Sarkozy seinen engsten Mitarbeitern, Claude Guéant und Brice Hortefeux, erlaubt hatte, die libyschen Behörden während jener geheimen Treffen im Jahr 2005 zu kontaktieren. Sarkozy wurde im September 2025 im Zusammenhang mit diesem Fall zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren wegen krimineller Vereinigung verurteilt. 5 (Jahre) — Gefängnisstrafe für Sarkozy in erster Instanz Er wurde daraufhin am 21. Oktober 2025 im Gefängnis La Santé inhaftiert und am 10. November 2025 wieder entlassen, nachdem er 20 Tage bis zur Berufung hinter Gittern verbracht hatte. Rechtsexperten wiesen darauf hin, dass eine erneute Verurteilung im Berufungsverfahren ein erhebliches Risiko für eine Rückkehr Sarkozys ins Gefängnis mit sich brächte.

Ehemalige Minister unter den Mitangeklagten, einer fehlt aus gesundheitlichen Gründen

Sarkozy steht gemeinsam mit neun Mitangeklagten vor dem Berufungsgericht, darunter die ehemaligen Minister Brice Hortefeux und Éric Woerth, die beide während seiner Präsidentschaft der Regierung angehörten. Claude Guéant, der ehemalige Generalsekretär des Elysée-Palastes und spätere Innenminister, fehlte bei der Anhörung am 7. April aus gesundheitlichen Gründen. Das Berufungsgericht Paris verhandelt den Fall seit Mitte März 2026, wobei Sarkozy bis zum Beginn seiner Befragung auffallend zurückhaltend geblieben war. Im erstinstanzlichen Prozess war er noch als wortreich und überschwänglich beschrieben worden – ein Gegensatz zu seinem nun gemesseneren Auftreten in der Berufung. Die Staatsanwaltschaft behauptete, dass die Zahlung von 6.5 (Millionen Euro) — Summe, die Libyen im Januar und November 2006 mutmaßlich transferierte belegt sei, wenngleich die Richter in erster Instanz die Verbindung zu Sarkozys Wahlkampf als unbewiesen ansahen. Henri Guaino, Sarkozys ehemaliger Redenschreiber, äußerte gegenüber Sud Radio sein „schwindendes Vertrauen“ in die französische Justiz in Bezug auf dieses Verfahren.

Wichtige Daten im Fall der libyschen Finanzierung von Sarkozy: — ; — ; — ; — ; — ; —

Mentioned People

  • Nicolas Sarkozy — Prezydent Republiki Francuskiej od 16 maja 2007 r. do 15 maja 2012 r.
  • Brice Hortefeux — Były minister spraw wewnętrznych i bliski współpracownik Nicolasa Sarkozy'ego
  • Claude Guéant — Były sekretarz generalny Pałacu Elizejskiego i minister spraw wewnętrznych
  • Carla Bruni-Sarkozy — Żona Nicolasa Sarkozy'ego i była pierwsza dama Francji
  • Abdallah Senoussi — Były wiceszef libijskiego wywiadu i szwagier Muammara Kadafiego
  • Muammar Gaddafi — Były przywódca Libii
  • Ziad Takieddine — Francusko-libański biznesmen zamieszany w sprawę libijskiego finansowania

Sources: 16 articles