Seit Samstagnachmittag schweigen die Waffen entlang der gesamten Frontlinie im russisch-ukrainischen Krieg. Die auf 32 Stunden angesetzte Feuerpause zu den orthodoxen Osterfeiertagen wurde von den Präsidenten beider Länder bestätigt. Begleitet wird die Waffenruhe von einem Austausch zahlreicher Kriegsgefangener.

32-stündige Waffenruhe

Die Feuerpause zum orthodoxen Osterfest begann am Samstag um 16 Uhr und soll bis Sonntagabend andauern.

Drohnenangriffe im Vorfeld

Kurz vor Inkrafttreten gab es schwere Angriffe mit über 160 russischen Drohnen und ukrainische Attacken auf ein Öllager.

Gefangenenaustausch

Parallel zur Waffenruhe wurden 175 Kriegsgefangene zwischen beiden Nationen ausgetauscht.

Am Samstag um 16:00 Uhr Ortszeit (13:00 Uhr MEZ) trat eine 32-stündige Feuerpause zwischen Russland und der Ukraine entlang der gesamten Frontlinie in Kraft. Die Unterbrechung der Kampfhandlungen zum orthodoxen Osterfest geht auf einen Vorschlag des russischen Präsidenten Wladimir Putin zurück, den der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj annahm. Verteidigungsminister Andrej Beloussow und Generalstabschef Waleri Gerassimow erhielten den Befehl, die Operationen in allen Abschnitten bis Sonntagabend einzustellen. Selenskyj bestätigte, dass die Ukraine die Waffenruhe respektieren werde, richtete jedoch eine deutliche Warnung an Moskau.

„Die Ukraine wird die Feuerpause respektieren, aber auf jede russische Verletzung sofort reagieren.” — Wolodymyr Selenskyj via Courrier international

Die Waffenruhe trat zur angekündigten Stunde in Kraft, nachdem sich beide Seiten bereits in der Vergangenheit gegenseitig des Bruchs ähnlicher Vereinbarungen beschuldigt hatten.

Tödliche Drohnenangriffe auf beiden Seiten kurz vor Inkrafttreten In den Stunden unmittelbar vor Beginn der Feuerpause führten beide Kriegsparteien massive Angriffe durch. Russland setzte in der Nacht von Freitag auf Samstag mindestens 160 (Drohnen) — russische Drohnen, die vor der Waffenruhe auf die Ukraine abgefeuert wurden gegen ukrainisches Territorium ein. Nach Angaben aus Kyjiw wurden dabei im Osten und Süden des Landes vier Personen getötet. Zwei Todesopfer wurden aus der Region Odessa gemeldet, wo nach Behördenangaben ein Wohngebiet getroffen und zivile Infrastruktur beschädigt wurde. Russische Bombardements verletzten zudem 14 Menschen in der nordöstlichen Region Sumy sowie zehn weitere Personen in Kramatorsk im Gebiet Donezk. Auf russischer Seite führten ukrainische Drohnenangriffe in der Region Krasnodar zu einem Brand in einem Öllager und Schäden an Wohnhäusern. Laut den von Moskau eingesetzten Behörden in der Region Donezk starben zudem zwei Menschen bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf russisch kontrolliertes Gebiet.

Austausch von 175 Gefangenen bei stockenden diplomatischen Bemühungen Flankierend zur Feuerpause fand am Samstag, dem 11. April, laut France 24 ein Austausch von 175 (Kriegsgefangenen) — Kriegsgefangenen, die am Samstag zwischen Russland und der Ukraine ausgetauscht wurden statt. Die Waffenruhe erfolgt vor dem Hintergrund stagnierender diplomatischer Bemühungen unter Führung der USA. Washingtons Fokus hat sich zuletzt Richtung Iran verschoben, was den Friedensprozess laut Courrier international weiter verlangsamt. Moskau fordert von Kyjiw territoriale und politische Zugeständnisse, die Selenskyj ablehnt. Der ukrainische Präsident hatte zuvor bereits selbst eine ähnliche Kampfpause vorgeschlagen und darauf hingewiesen, dass umfassendere Gespräche durch den Konflikt im Nahen Osten erschwert worden seien.

Bereits zu Ostern 2025 wurde eine vergleichbare Waffenruhe angekündigt, doch warfen sich beide Seiten zahlreiche Verstöße vor. Auch eine einseitige Feuerpause Wladimir Putins zum Jahrestag des Sieges über Nazi-Deutschland im Mai 2025 wurde laut Berichten beider Kriegsparteien nicht vollständig eingehalten. Der Krieg dauert seit Februar 2022 an. Anfang 2026 wurden Friedensgespräche nach Verhandlungsrunden in Florida und Paris als weit fortgeschritten bezeichnet, wobei eine Koalition aus 35 Staaten Sicherheitsgarantien für die Ukraine in Aussicht stellte.

Gegenseitiges Misstrauen überschattet bisherige Versuche Die Glaubwürdigkeit der aktuellen Vereinbarung wird durch frühere Erfahrungen getrübt. Seit Beginn der Invasion haben sich Kyjiw und Moskau bei jeder ähnlichen Gelegenheit gegenseitig des Wortbruchs bezichtigt. Selenskyjs Warnung vor einer unmittelbaren Reaktion verdeutlicht, dass die Ukraine Verstöße in diesem Fall nicht passiv hinnehmen will. Das Fest der Orthodoxen Ostern besitzt in beiden Kulturen eine hohe symbolische Bedeutung. Dennoch betrachten Beobachter die aktuelle Vereinbarung eher als kurze humanitäre Pause und weniger als Schritt zu einem dauerhaften Waffenstillstand. Der Befehl an den Generalstab unter Gerasimov und Beloussow umfasst erstmals alle Frontabschnitte gleichzeitig; die tatsächliche Umsetzung bleibt jedoch von der Lagebeurteilung der Kommandeure vor Ort abhängig.

Mentioned People

  • Vladimir Putin — Prezydent Rosji sprawujący urząd od 2012 roku
  • Volodymyr Zelenskyy — Szósty prezydent Ukrainy urzędujący od 2019 roku
  • Andrey Belousov — Minister obrony Federacji Rosyjskiej od maja 2024 roku
  • Valery Gerasimov — Szef Sztabu Generalnego Sił Zbrojnych Federacji Rosyjskiej i pierwszy wiceminister obrony od 2012 roku
  • Maryna Kumeda — Francusko-ukraińska była dziennikarka służąca obecnie w armii ukraińskiej

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