Der französische Präsident Emmanuel Macron ist am Freitag, den 10. April 2026, zu seinem ersten Treffen mit Papst Leo XIV. im Vatikan zusammengetroffen. Das Gespräch dauerte mit 60 Minuten deutlich länger als üblich. Im Mittelpunkt des Austauschs standen die Krise im Nahen Osten sowie die prekäre Lage im Libanon.

Erstes Treffen mit US-Papst

Erste persönliche Begegnung zwischen Macron und dem ersten US-amerikanischen Papst Leo XIV. seit dessen Wahl 2025.

Fokus auf Libanon-Krise

Zentrale Forderung Macrons war die Ausweitung der Waffenruhe auf den Libanon; beide Führer mahnten eine dauerhafte Lösung an.

Symbolische Geschenke

Überreicht wurden ein Basketballtrikot, eine historische Karte des Entdeckers Jacques Marquette sowie Schriften von Georges Bernanos.

Der französische Präsident Emmanuel Macron ist am Freitag, den 10. April 2026, im Vatikan mit Papst Leo XIV. zusammengetroffen. Es war die erste persönliche Begegnung der beiden seit der Wahl des US-amerikanischen Pontifex vor knapp einem Jahr. Begleitet von seiner Ehefrau Brigitte Macron wurde der französische Staatschef im Apostolischen Palast empfangen. Die Privataudienz dauerte eine Stunde – eine Zeitspanne, die deutlich über die übliche Dauer päpstlicher Treffen hinausging. Laut Angaben des Élysée-Palastes lag der Schwerpunkt der Gespräche auf der Lösung der Krise im Nahen Osten, wobei der Libanon für beide eine besonders sensible Rolle einnahm. Es war Macrons vierte Papstaudienz während seiner zwei Amtszeiten, nachdem er zuvor dreimal von Papst Franziskus empfangen worden war, der im vergangenen Jahr verstarb.

Libanon-Waffenruhe bestimmt die Agenda Der Libanon prägte den diplomatischen Kern des Vatikan-Besuchs. Macron drängte darauf, die libanesische Front in den zweiwöchigen Waffenstillstand einzubeziehen, der zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran vereinbart worden war. Am Mittwoch hatte der Libanon trotz einer allgemeinen Beruhigung an anderen Fronten einen besonders verlustreichen Tag durch israelische Angriffe erlebt, was die Dringlichkeit von Macrons Anliegen unterstrich. Sowohl Macron als auch Leo XIV. hatten in den letzten Tagen ihren Ton gegenüber US-Präsident Donald Trump verschärft und forderten nach der Ankündigung der Waffenruhe, die Kampfpause in eine dauerhafte diplomatische Lösung zu überführen. Leo XIV. war im Herbst selbst für seine erste Auslandsreise als Pontifex in den Libanon gereist, was ihm einen unmittelbaren persönlichen Bezug zur Situation des Landes verschafft hat. Der Élysée beschrieb den Libanon als Thema „besonderer Aufmerksamkeit und Sensibilität des Papstes und des Präsidenten“. Macron traf sich zudem mit dem Vatikanischen Staatssekretär Kardinal Pietro Parolin zu einem Arbeitsessen in der französischen Botschaft beim Heiligen Stuhl.

Die Gemeinschaft Sant'Egidio, die Macron am Abend des 9. April besuchte, wurde 1968 von Andrea Riccardi gegründet und gilt als einer der aktivsten informellen diplomatischen Kanäle der katholischen Kirche, insbesondere bei Friedensvermittlungen und humanitären Fragen. Papst Leo XIV., gebürtig Robert Francis Prevost, wurde am 14. September 1955 in Chicago geboren und am 8. Mai 2025 zum ersten US-amerikanischen Oberhaupt der katholischen Kirche gewählt. Er folgte auf Papst Franziskus. Vor seinem Aufstieg in der Kirchenhierarchie war Leo XIV. zwischen 1985 und 1998 als Missionar in Peru tätig.

Basketballtrikot und eine Karte von 1673 unter den Präsenten Macron überreichte Leo XIV. eine Auswahl an Geschenken, die sowohl die persönlichen Interessen des Papstes als auch die kulturellen Bande zwischen Frankreich und der Kirche widerspiegelten. Der französische Präsident schenkte dem Pontifex ein signiertes Trikot der französischen Basketball-Nationalmannschaft, da Leo XIV. als gebürtiger Chicagoer als Sportbegeisterter mit einer Vorliebe für Basketball gilt. Zudem überreichte Macron ein gerahmtes Faksimile einer Karte des französischen Missionars Jacques Marquette aus dem 17. Jahrhundert. Das Original befindet sich in der Bibliothèque nationale de France und dokumentiert die Reise von 1673 entlang des Mississippi. Ein drittes Geschenk war die Textsammlung „Combat pour la liberté“ von Georges Bernanos aus dem Zweiten Weltkrieg, in der der Autor die Freiheit gegen den Totalitarismus verteidigt. Schließlich überreichte er ein Buch über den Wiederaufbau der Kathedrale Notre-Dame de Paris, illustriert mit Fotografien und Plänen der Handwerker und Architekten. „Macron ist ein Mann des Friedens – er kann viel tun, um die libanesischen Behörden zu unterstützen, sie dürfen nicht allein gelassen werden” — Andrea Riccardi via SudOuest.fr

Besuch bei Sant'Egidio am Vorabend der Audienz Am Abend des 9. April besuchte Macron die Gemeinschaft Sant'Egidio im römischen Viertel Trastevere. Dort sprach er mit deren Präsidenten Marco Impagliazzo und dem Gründer Andrea Riccardi über den Krieg im Nahen Osten und die Rolle Europas. Macron hielt sich etwa anderthalb Stunden bei der Gemeinschaft auf und besuchte auch die Basilika Santa Maria in Trastevere. Nach seinen Terminen im Vatikan standen für Macron am Nachmittag Besuche in der Villa Medici sowie in der Erzbasilika San Giovanni in Laterano auf dem Programm. Französische Beamte bezeichneten den Besuch zudem als Gelegenheit für Macron, sich mit dem Regierungsstil von Leo XIV. vertraut zu machen, der als nüchterner als der seines Vorgängers gilt.

Mentioned People

  • Emmanuel Macron — Francuski polityk, prezydent Francji i współksiążę Andory od 2017 roku
  • Pope Leo XIV — Głowa Kościoła katolickiego i suweren Państwa Watykańskiego, pierwszy papież urodzony w Stanach Zjednoczonych
  • Pietro Parolin — Włoski duchowny katolicki, Sekretarz Stanu Stolicy Apostolskiej od 2013 roku
  • Andrea Riccardi — Założyciel wspólnoty Sant'Egidio i były włoski minister
  • Marco Impagliazzo — Przewodniczący Wspólnoty Sant'Egidio
  • Brigitte Macron — Małżonka prezydenta Francji

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