Am Samstag, den 11. April 2026, haben Russland und die Ukraine unter Vermittlung der Vereinigten Arabischen Emirate insgesamt 350 Kriegsgefangene ausgetauscht. Jede Seite entließ 175 Militärangehörige in die Freiheit, zudem kehrten sieben Zivilisten aus der russischen Region Kursk zurück. Diese Geste erfolgte unmittelbar vor einer einseitig von Moskau ausgerufenen Osterruhe.

Umfangreicher Austausch

Insgesamt 350 Kriegsgefangene sowie sieben Zivilisten kehrten am 11. April in ihre Heimat zurück.

Vermittlung durch die VAE

Die Vereinigten Arabischen Emirate agierten erfolgreich als diplomatischer Vermittler zwischen Moskau und Kiew.

Osterruhe unter Vorbehalt

Wladimir Putin ordnete eine 32-stündige Waffenruhe an, die trotz vorangegangener Drohnenangriffe von der Ukraine unter Bedingungen akzeptiert wurde.

Russland und die Ukraine haben am Samstag, den 11. April 2026, jeweils 175 Kriegsgefangene ausgetauscht. An dem Austausch, der insgesamt 350 Militärangehörige umfasste, waren die Vereinigte Arabische Emirate als Vermittler beteiligt. Das russische Verteidigungsministerium bestätigte den Vorgang in einer Mitteilung auf dem Messenger MAX und gab an, dass 175 russische Soldaten aus Kiewer Kontrolle zurückgekehrt seien. Im Gegenzug wurden 175 ukrainische Gefangene freigelassen. Zudem überstellte Russland sieben Zivilisten aus dem Bezirk Sudschanski der Region Kursk, die in Gebieten lebten, die 2024 und 2025 zeitweise unter ukrainischer Kontrolle standen. Der Gouverneur der Region Kursk, Alexander Khinshtein, präzisierte, dass es sich um fünf Frauen und zwei Männer handele, wobei die älteste Person 91 Jahre alt sei. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj gab den Austausch über seine sozialen Kanäle bekannt und erklärte, dass neben den sieben Zivilisten auch 175 Angehörige der Streitkräfte, der Nationalgarde und des Grenzschutzes – darunter Gefreite, Unteroffiziere und Offiziere – heimgekehrt seien.

„„Unsere Soldaten kehren nach Hause zurück. 175 Militärangehörige. Soldaten der Streitkräfte, der Nationalgarde, des Grenzschutzes. Gefreite, Unteroffiziere und Offiziere. Und sieben Zivilisten.“” — Wolodymyr Selenskyj via Mediafax

Seit dem Beginn der großangelegten russischen Invasion im Februar 2022 haben beide Seiten wiederholt Gefangene ausgetauscht. Anfang Februar 2026 fand ein Austausch im Verhältnis „157 gegen 157“ statt, gefolgt von einem „200 gegen 200“-Austausch am 5. März sowie einem weiteren Austausch von jeweils 300 Personen am 6. März, an dem neben den VAE auch die USA beteiligt waren. Am 9. April übergab Russland zudem die sterblichen Überreste von 1.000 ukrainischen Soldaten und erhielt im Gegenzug 41 Leichname. Die Gefangenenaustausche gelten als einer der wenigen Bereiche konkreter Kooperation zwischen den Kriegsparteien, während politische Friedensverhandlungen weitgehend stagnieren.

Rückkehrer seit 2022 in Gefangenschaft und an mehreren Fronten im Einsatz Selenskyj betonte, dass der Großteil der freigelassenen ukrainischen Soldaten seit 2022 in Gefangenschaft gewesen sei. Unter den Heimkehrern befanden sich Soldaten, die Mariupol verteidigt oder am Kernkraftwerk Tschernobyl gekämpft hatten, sowie Einsatzkräfte aus den Regionen Donezk, Luhansk, Charkiw, Cherson, Saporischschja, Sumy, Kiew und Kursk. „„Unsere Soldaten haben die Ukraine an verschiedenen Fronten verteidigt – in Mariupol, am Kernkraftwerk Tschernobyl, in den Richtungen Donezk, Luhansk, Charkiw, Cherson, Saporischschja, Sumy, Kiew und Kursk. Einige von ihnen sind verwundet.“” — Wolodymyr Selenskyj via Berliner Zeitung Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, dass die 175 russischen Soldaten nach Belarus gebracht wurden, um dort medizinische und psychologische Unterstützung zu erhalten. Sowohl der ukrainische Menschenrechtsbeauftragte Dmytro Lubinez als auch die russische Menschenrechtsbeauftragte Tatjana Moskalkowa bestätigten den Austausch. Selenskyj dankte zudem den ukrainischen Einheiten, die für die Gefangennahme russischer Soldaten verantwortlich sind, und unterstrich die Bedeutung dieses „Austauschfonds“, um die Freilassung weiterer Ukrainer zu sichern.

Jüngste Gefangenenaustausche zwischen Russland und der Ukraine: — ; — ; — ; — ; —

Putin ordnet 32-stündige Osterruhe an – Drohnenangriffe in der Nacht Der Austausch fand nur wenige Stunden vor Beginn einer 32-stündigen orthodoxen Osterruhe statt. Diese wurde von Präsident Wladimir Putin angeordnet und sollte am Samstag um 16:00 Uhr Ortszeit beginnen und bis zum Ende des Sonntags, den 12. April, andauern. Der Kreml verkündete die Waffenruhe ohne vorherige Absprache mit Kiew oder Washington. Selenskyj bestätigte, dass die Ukraine die Ruhe einhalten werde, sofern Russland nicht zuerst angreife. „„Solange es keine russischen Angriffe aus der Luft, vom Land oder von See aus gibt, wird es von unserer Seite keine Reaktion geben.“” — Wolodymyr Selenskyj via Berliner Zeitung Er erneuerte zudem seinen Vorschlag, die temporäre Ruhe in einen dauerhaften Waffenstillstand umzuwandeln; eine entsprechende Initiative zur Verlängerung sei der russischen Seite übermittelt worden. Bereits 2025 hatten beide Seiten eine ähnliche Osterruhe verkündet und sich anschließend gegenseitig Verstöße vorgeworfen. Ungeachtet der Ankündigung kam es in der Nacht zu Drohnenangriffen: Russland startete laut ukrainischem Militär mindestens 160 Drohnen gegen die Ukraine, während die Ukraine 14 Drohnen gegen Ziele in Russland einsetzte, darunter eine Ölraffinerie in der Region Samara.

160 (Drohnen) — Russische Drohnenangriffe auf die Ukraine in der Nacht vor der Waffenruhe

Opfer in Odessa, Poltawa und Sumy; Tote im russisch kontrollierten Donezk Die nächtlichen Drohnenangriffe forderten auf beiden Seiten Opfer, noch bevor die Waffenruhe in Kraft trat. In der Ukraine starben nach Behördenangaben mindestens vier Menschen, 17 weitere wurden verletzt. In Odessa kamen zwei Personen bei einem Angriff auf ein Wohngebiet ums Leben. In der Region Poltawa wurden ein Geschäft und ein Café getroffen, wobei ein Mensch starb. In Sumy erlitten 14 Personen Verletzungen, darunter ein 14-Jähriger und ein 87-Jähriger. Auch aus den russisch kontrollierten Gebieten wurden Verluste gemeldet: In der Region Donezk starben zwei Menschen durch eine ukrainische Drohne. Angriffe in der südrussischen Region Krasnodar beschädigten ein Wohnhaus und führten zu einem Brand in einem Öllager. Laut dem russischen Verteidigungsministerium konnten 12 der 14 ukrainischen Drohnen abgefangen werden.

Russland (gegen Ukraine): 160, Ukraine (gegen Russland): 14, Abgeschossene ukrainische Drohnen: 12

Mentioned People

  • Volodymyr Zelenskyy — szósty prezydent Ukrainy
  • Alexander Khinshtein — gubernator obwodu kurskiego od września 2025 roku
  • Vladimir Putin — Prezydent Rosji
  • Dmytro Lubinets — ukraiński rzecznika praw obywatelskich
  • Tatyana Moskalkova — Rosyjska Komisarz Praw Człowieka od 22 kwietnia 2016 roku

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