Der griechische Außenminister Giorgos Gerapetritis reist am Samstag, 28. März 2026, nach Bengasi und will dort Marshal Khalifa Haftar treffen. Zugleich nimmt er an der Einweihung des neuen Gebäudes des griechischen Generalkonsulats in Bengasi teil. Für Athen ist der Besuch ein doppelter diplomatischer Schritt in einem politisch geteilten Land.

Treffen mit Haftar in Bengasi

Giorgos Gerapetritis reist am 28. März 2026 nach Bengasi und spricht dort mit Marshal Khalifa Haftar.

Einweihung des griechischen Konsulats

Auf derselben Reise nimmt der Außenminister an der Eröffnung des neuen Gebäudes des griechischen Generalkonsulats in Bengasi teil.

Weiterreise nach Tripolis

Für den 1. April 2026 sind Gespräche mit libyschen Vertretern in Tripolis geplant.

Der griechische Außenminister Giorgos Gerapetritis reist am Samstag, 28. März 2026, nach Bengasi in Libyen. Dort will er sich mit Marshal Khalifa Haftar treffen, dem Kommandeur der Libyschen Nationalarmee. Der Besuch, der am Freitag, 27. März, angekündigt wurde, gilt als wichtiges diplomatisches Signal zwischen Athen und Bengasi. Gerapetritis wird auf derselben Reise auch an der Einweihung des neuen Gebäudes des Generalkonsulats Griechenlands in Bengasi teilnehmen. Die doppelte Zielsetzung der Reise – Gespräche auf hoher militärischer und politischer Ebene sowie eine konsularische Zeremonie – zeigt, dass Griechenland seine diplomatischen Kanäle in der gespaltenen politischen Landschaft Libyens offenhalten will. Bestätigt wurde die Reise am Morgen des 27. März von den beiden griechischen Medien Nautical and Commercial News und SKAI.

Besuch in Tripolis folgt wenige Tage später am 1. April Nach dem Teil in Bengasi soll Gerapetritis am Mittwoch, 1. April 2026, nach Tripolis weiterreisen, um sich dort mit libyschen Vertretern zu treffen. Die beiden Besuche – im Osten in Bengasi und im Westen in Tripolis – spiegeln die geteilte Struktur der libyschen Verwaltung wider, in der unterschiedliche Behörden die Kontrolle über die Städte ausüben. Konkrete Namen von Vertretern in Tripolis wurden in den Quellen nicht genannt. Die unmittelbar aufeinanderfolgenden Besuche in beiden Machtzentren zeigen, dass Athen mit allen wesentlichen Akteuren in Libyen sprechen will. Griechenland unterhält diplomatische Beziehungen zu beiden Seiten der politischen Spaltung in Libyen, und die Einweihung des Konsulats in Bengasi unterstreicht ein konkretes institutionelles Engagement im Osten des Landes. Dass der Tripolis-Besuch nur vier Tage nach dem Treffen in Bengasi angesetzt ist, spricht eher für eine koordinierte diplomatische Initiative als für einzelne, voneinander getrennte Kontakte.

Haftar kontrolliert den Osten Libyens von Tobruk aus Khalifa Haftar, geboren am 7. November 1943, ist ein libyscher Militär und Politiker, der die Libysche Nationalarmee von ihrem Sitz in Tobruk im Osten Libyens aus führt. Seine Kräfte kontrollieren erhebliche Teile des östlichen und südlichen Libyens, womit er zu den einflussreichsten Figuren in der anhaltenden politischen Zersplitterung des Landes gehört. Ein Treffen mit dem griechischen Außenminister hat Gewicht, auch wegen Haftars Einfluss auf die maritime Sicherheit im zentralen Mittelmeer, einem Raum von unmittelbarer strategischer Bedeutung für Griechenland. Libyen ist seit dem Sturz von Muammar Gaddafi im Jahr 2011 zwischen rivalisierenden Regierungen gespalten, mit einer international anerkannten Regierung in Tripolis im Westen und den mit Haftar verbundenen Behörden im Osten. Griechenland hat im Mittelmeer Seegrenzen und überlappende Interessen mit Libyen, und beide Länder gerieten zeitweise wegen konkurrierender Ansprüche auf die Festlegung von Seegrenzen aneinander, besonders nach einem Memorandum zwischen der Türkei und der Regierung in Tripolis im Jahr 2019, das Griechenland als rechtswidrig ablehnte. Die diplomatische Einbindung beider libyscher Lager ist seit der Fragmentierung Libyens ein beständiger Bestandteil der griechischen Außenpolitik. Das griechische Interesse an stabilen Beziehungen zu Bengasi hängt auch mit Rechten zur Energieerkundung und mit Migrationsbewegungen über das zentrale Mittelmeer zusammen, die beide von den Bedingungen im Osten Libyens beeinflusst werden.

Griechenland bleibt im Konflikt mit Iran neutral, sagte Gerapetritis Die Besuche in Bengasi und Tripolis fallen in eine Phase, in der Gerapetritis an mehreren regionalen diplomatischen Fronten aktiv war. Am 16. März 2026 erklärte er, Griechenland habe nicht die Absicht, sich an der von den USA und Israel geführten Militäroperation gegen Iran zu beteiligen. Tage später, am 17. März, äußerte er sich besorgt über die Folgen des Konflikts für den Schiffsverkehr und sagte, separate Vereinbarungen für die Passage durch die Straße von Hormus seien aus griechischer Sicht nicht optimal, auch wegen des großen griechischen Schifffahrtssektors. Die Libyen-Reise fügt sich damit in ein breiteres Muster griechischer Diplomatie ein, das auf den Umgang mit regionaler Instabilität durch direkte Kontakte setzt. Gerapetritis ist seit Juni 2023 griechischer Außenminister; zuvor hatte er Ministerämter im Infrastrukturbereich und als Minister im Staatsrang inne. Sein Besuch in Libyen gehört zu den auffälligeren bilateralen Kontakten eines ranghohen griechischen Regierungsvertreters mit libyschen Behörden in der gegenwärtigen Phase.

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Mentioned People

  • Giorgos Gerapetritis — Grecki polityk, profesor i prawnik, minister spraw zagranicznych od czerwca 2023 r.
  • Khalifa Haftar — Libijski polityk i oficer wojskowy, dowódca Libijskiej Armii Narodowej (LNA) z bazy w Tobruku

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