Die Festnahme von Serigne Mbaye im Madrider Stadtteil Usera hat eine politische Auseinandersetzung zwischen Linksparteien und der Stadtregierung ausgelöst. Mbaye sprach am Morgen nach dem Vorfall von „purem und hartem Rassismus“. Die Stadt verteidigte dagegen das Vorgehen der Polizei und verwies auf die Gleichheit aller vor dem Gesetz.
Festnahme löst politische Kontroverse aus
Serigne Mbaye wurde nach einer Rangelei mit der Nationalpolizei festgenommen. Podemos sprach von Rassismus, die Stadt Madrid verteidigte die Beamten.
Stadtregierung weist Vorwürfe zurück
Vizebürgermeisterin Inmaculada Sanz betonte die Gleichheit vor dem Gesetz und nahm die Polizei gegen Kritik in Schutz.
Podemos und Más Madrid reagieren mit Initiativen
Beide Parteien wollen parlamentarische Schritte gegen ethnisches Profiling und für mehr Kontrolle von Polizeieinsätzen einbringen.
Serigne Mbaye, der Podemos-Sekretär für Antirassismus und frühere Regionalabgeordnete in der Madrider Versammlung, ist am Nachmittag des 26. März 2026 im Madrider Stadtteil Usera nach einer Rangelei mit Beamten der Nationalpolizei festgenommen worden. Bei dem selben Vorfall wurden sechs weitere Menschen festgenommen. Als Mbaye am folgenden Morgen die Polizeistation Usera verließ, bezeichnete er die Festnahme als „reinen und harten Rassismus” — Serigne Mbaye via Europa Press und als Verfolgung rassifizierter Menschen. Die Festnahme löste unmittelbar eine politische Konfrontation zwischen linken Parteien und der Madrider Stadtregierung aus. Dabei gab es unterschiedliche Darstellungen des Geschehens und von mehreren Seiten Forderungen nach gesetzgeberischem Handeln.
Vizebürgermeisterin verteidigt Beamte und verweist auf Gleichheit vor dem Gesetz Inmaculada Sanz Otero, Vizebürgermeisterin von Madrid und Delegierte für Sicherheit und Notfälle, verteidigte die beteiligten Beamten der Nationalpolizei und wies den Vorwurf zurück, das Gesetz sei ungleich angewendet worden. Von Valdebebas aus sprach sie den Beamten ihre Unterstützung aus und wünschte den Verletzten eine rasche Genesung. „Es gibt nicht ein Gesetz für alle Bürger und ein anderes für die Abgeordneten von Más Madrid und Podemos” — Inma Sanz via Europa Press Sie forderte außerdem den Regierungsbeauftragten in Madrid, Francisco Martín, auf, die Beamten zu unterstützen, statt ihr Vorgehen infrage zu stellen, und verwies dabei auf einen aus ihrer Sicht früheren Fall, in dem die Regierung die Polizei nicht unterstützt habe. Sanz betonte, der Respekt vor der Autorität müsse von allen eingehalten werden, besonders aber von Mandatsträgern.
Podemos macht Innenminister verantwortlich, vier Festgenommene reichen Verletzungsanzeigen ein Pablo Fernández, Organisationssekretär von Podemos, machte Innenminister Fernando Grande-Marlaska direkt für die Festnahme verantwortlich und kündigte ein Paket parlamentarischer Maßnahmen als Reaktion an. Fernández erklärte, vier der sieben Festgenommenen hätten Verletzungsanzeigen eingereicht und Polizeigewalt geltend gemacht. „Wir leben nicht in einer normalen und vollständigen Demokratie, wenn Durchsuchungen auf Grundlage ethnischer Merkmale und auch Vorfälle von Gewalt, von Polizeigewalt, jeden Tag vorkommen” — Pablo Fernández via Europa Press Er sagte, Podemos habe sich an die Regierungsdelegation in Madrid gewandt und die sofortige Freilassung von Mbaye und den anderen Festgenommenen gefordert; dies sei am Morgen des 27. März geschehen. Fernández bezeichnete den Vorfall als „absolut beschämend, absolut inakzeptabel und untragbar“ und verlangte Rechenschaft von jenen, die er für das verantwortlich machte, was er Polizeigewalt nannte. 4 (Personen) — Festgenommene, die Verletzungsanzeigen wegen angeblicher Polizeigewalt einreichten
Zwei Parteien legen getrennte Initiativen gegen ethnisches Profiling vor Sowohl Podemos als auch Más Madrid kündigten an, nach der Festnahme formelle Gesetzesinitiativen einzubringen. Podemos erklärte, man werde eine Reihe von Fragen im Kongress sowie eine Nichtlegislative Initiative im Unterhaus vorlegen. Darin werde eine unabhängige Untersuchung, Antirassismus-Schulungen für die Sicherheitskräfte des Staates und ein Ende jener Polizeieinsätze gefordert, die die Partei als nach ethnischen Merkmalen profilierend bezeichnete. Más Madrid registrierte separat eine PNL in der Vallecas-Kammer der Madrider Versammlung. Darin wird verlangt, dass Nationalpolizei und städtische Kräfte Formulare für Anhaltung, Identifizierung und Durchsuchung ausfüllen, damit aufgeschlüsselte Daten erhoben und diskriminierende Praktiken erkannt werden können. Die regionalistische Partei forderte außerdem gezielte Schulungen zu Menschenrechten und Antidiskriminierung für die örtliche Polizei und verlangte von der Regionalregierung eine ausdrückliche Verurteilung dessen, was sie als institutionelle Gewalt und strukturellen Rassismus bezeichnete. Die beiden Vorstöße, die von getrennten Parteien über unterschiedliche parlamentarische Wege eingebracht wurden, spiegeln einen breiteren Vorstoß der spanischen Linken wider, die Kontrolle des Polizeiverhaltens gegenüber migrantischen und rassifizierten Gemeinschaften zu formalisieren.
Serigne Mbaye Diouf wurde am 8. März 1975 in Kayar, Thiès, Senegal, geboren und besitzt die spanische Staatsangehörigkeit. Er war zwischen 2021 und 2023 Regionalabgeordneter für Unidas Podemos in der Madrider Versammlung und ist derzeit Antirassismus-Sekretär von Podemos. Der Stadtteil Usera in Madrid, in dem die Festnahme stattfand, hat einen hohen Anteil an Einwanderern und stand in der spanischen Hauptstadt schon oft im Zentrum von Debatten über Polizeiarbeit und ethnisches Profiling.
Mentioned People
- Serigne Mbaye — Senegalsko-hiszpański działacz społeczny i polityczny, były deputowany regionalny Unidas Podemos w Zgromadzeniu Madryckim oraz obecny sekretarz Podemos do spraw walki z rasizmem.
- Inma Sanz — Zastępczyni burmistrza Madrytu i delegatka ds. bezpieczeństwa i sytuacji nadzwyczajnych.
- Pablo Fernández — Sekretarz generalny Podemos Castilla y León oraz sekretarz organizacyjny i współrzecznik Podemos.
- Fernando Grande-Marlaska — Minister spraw wewnętrznych Hiszpanii.
Sources: 3 articles
- Más Madrid pone en duda a la Policía tras la detención de Mbayé: "Identificaciones por perfil racial" (La Razón)
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