Der 65-jährige Netflix-Mitbegründer wird sein Verwaltungsratsmandat im Sommer 2026 niederlegen. Trotz überdurchschnittlicher Quartalsgewinne von 5,28 Milliarden US-Dollar reagierte die Börse negativ auf die Ankündigung und einen verhaltenen Ausblick. Die Aktie des Streaming-Pioniers verlor im nachbörslichen Handel deutlich an Wert.

Rückzug von Reed Hastings

Der Netflix-Mitbegründer verlässt den Verwaltungsrat im Juni 2026 endgültig.

Quartalsergebnis Q1 2026

Der Gewinn stieg auf 5,28 Milliarden US-Dollar und übertraf damit die Erwartungen deutlich.

Marktreaktion

Trotz guter Zahlen sank die Aktie nachbörslich um 9,6 Prozent aufgrund eines schwachen Ausblicks.

Gescheiterte Übernahme

Ein geplatzter Deal mit Warner Bros. Discovery kostete das Unternehmen eine Gebühr von 2,8 Milliarden US-Dollar.

Reed Hastings, der 65-jährige Mitbegründer von Netflix, wird im Juni 2026 aus dem Verwaltungsrat des Unternehmens ausscheiden. Damit endet eine fast drei Jahrzehnte währende Ära bei dem Streaming-Giganten, den er von einem DVD-Versand zu einem weltweit führenden Unterhaltungskonzern aufbaute. Hastings gab bekannt, dass er sich bei der Jahreshauptversammlung nicht mehr zur Wiederwahl stellen wird. Diese Entscheidung wurde am Donnerstag zusammen mit den Finanzergebnissen des ersten Quartals veröffentlicht. Der Rückzug markiert das letzte Kapitel seiner offiziellen Tätigkeit für Netflix, nachdem er bereits im Januar 2023 seine Rolle als Co-Vorstandsvorsitzender abgegeben hatte. Die Co-CEOs Ted Sarandos und Greg Peters werden das Unternehmen weiterhin führen. Die Nachricht verunsicherte die Anleger: Die Netflix-Aktie fiel im nachbörslichen Handel an der Wall Street um 9.6 (%) — Kurseinbruch im nachbörslichen Handel, obwohl das Unternehmen Gewinne meldete, die die Prognosen der Analysten übertrafen.

Reed Hastings gründete Netflix im Jahr 1997 gemeinsam mit Marc Randolph als DVD-Verleih per Post und revolutionierte damit das Modell der Videotheken. Im Jahr 2007 startete das Unternehmen seine Streaming-Plattform und entwickelte sich zur dominierenden Kraft im Bereich Video-on-Demand. Marc Randolph verließ das Unternehmen bereits 2003, ein Jahr nach dem Börsengang, sodass Hastings zum maßgeblichen Architekten der strategischen Ausrichtung wurde. Im Jahr 2023 stellte Netflix seinen ursprünglichen DVD-Verleih ein, nachdem in 25 Jahren mehr als fünf Milliarden Discs verschickt worden waren. Zum Zeitpunkt der Ankündigung von Hastings' Rückzug belief sich der Marktwert des Unternehmens auf rund 455 Milliarden US-Dollar.

Starke Gewinne im ersten Quartal von schwachem Ausblick überschattet Netflix verbuchte im ersten Quartal 2026 einen Umsatz von 12.2 (Milliarden USD) — Umsatz Q1 2026, plus 16 % im Jahresvergleich, was einer Steigerung von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Der Nettogewinn erreichte 5,28 Milliarden US-Dollar und lag damit deutlich über den von Analysten erwarteten 3,29 Milliarden US-Dollar, wie aus einem Konsens von FactSet hervorgeht. Trotz der starken Quartalszahlen reagierten Investoren negativ auf den Ausblick für das zweite Quartal. Das Unternehmen prognostiziert lediglich einen Umsatz von 12,57 Milliarden US-Dollar und ein Ergebnis je Aktie, das hinter den Erwartungen der Wall Street zurückbleibt. Co-CEO Greg Peters versuchte die Anleger zu beruhigen und verwies auf die positiven Entwicklungen im ersten Quartal sowie verbleibende Chancen für das restliche Jahr. Netflix hielt an seiner Umsatzprognose für das Gesamtjahr zwischen 50,7 und 51,7 Milliarden US-Dollar fest, verglichen mit einem Umsatz von über 45,1 Milliarden US-Dollar im Vorjahr. Das Unternehmen weist keine vierteljährlichen Abonnentenzahlen mehr aus, doch Ende des vierten Quartals 2025 lag die Basis bei 325 (Millionen) — Netflix-Abonnenten Ende 2025.

2025: 45,1, 2026-Q1 hochgerechnet: 12,2

Gescheiterte Übernahme von Warner Bros. Discovery belastet Bilanz Hastings' Ausscheiden fällt in eine turbulente Phase für Netflix, zu der auch der gescheiterte Versuch gehörte, Warner Bros. Discovery zu übernehmen. Dieser Deal hätte Netflix wertvolle Franchises wie „Game of Thrones“ und „Friends“ gesichert. Netflix zog das Angebot im Februar 2026 zurück, was eine Trennungsentschädigung von 2,8 Milliarden US-Dollar zur Folge hatte. Die Aktien des Unternehmens hatten seit Anfang Dezember, als das Gebot für Warner Bros. abgegeben wurde, mehr als 18 Prozent an Wert verloren, konnten sich laut Irish Examiner nach dem Scheitern des Deals jedoch wieder um 21 Prozent erholen. Angesichts eines verlangsamten Umsatzwachstums und intensivem Wettbewerb erschließt Netflix derzeit neue Geschäftsfelder wie werbefinanzierte Inhalte, Live-Sport und Gaming. Kathleen Brooks, Forschungsdirektorin bei XTB, bezeichnete den Rückzug als unerwartet und betonte, dass Hastings als die Identität des Unternehmens gelte.

„„Dies war eine unerwartete Nachricht; Hastings wird als die DNA des Unternehmens angesehen.“” — Kathleen Brooks via Irish Examiner

Hastings hinterlässt ein Erbe der Disruption und eine fordernde Arbeitskultur In einem Schreiben zu den Quartalsergebnissen blickte Hastings auf seine Zeit im Unternehmen zurück und nannte die weltweite Expansion im Januar 2016 als seine schönste Erinnerung. Er beabsichtigt, sich nach seinem Ausscheiden aus dem Verwaltungsrat verstärkt philanthropischen Aktivitäten zu widmen. Hastings prägte bei Netflix eine markante interne Kultur, die er als Modell der „Verantwortung und Freiheit“ beschrieb. Dies erlaubte es Mitarbeitern, unbegrenzt Urlaub zu nehmen und weitreichende Entscheidungen ohne Zustimmung des Managements zu treffen, sofern sie die Leistungsstandards erfüllten. Diese Kultur stieß über die Jahre sowohl auf Bewunderung als auch auf Kritik, wobei ehemalige Angestellte die Leistungshürden teils als unangemessen hoch beschrieben. Co-CEO Ted Sarandos erinnerte sich daran, dass Hastings bereits bei ihrem ersten Treffen im Jahr 1999 davon sprach, ein Unternehmen aufzubauen, das ihn überdauern würde.

„„Als ich Reed 1999 zum ersten Mal traf, sagte er mir, er baue ein Unternehmen auf, das noch lange nach seinem Weggang Bestand haben werde.“” — Ted Sarandos via Franceinfo

Im inhaltlichen Bereich feierte Netflix zuletzt mit „KPop Demon Hunters“ einen Erfolg und gewann bei der jüngsten Verleihung den Oscar für den besten animierten Spielfilm. Das Unternehmen baut sein Angebot an Eigenproduktionen stetig aus, von „The Crown“ bis hin zu aktuellen Animationserfolgen. Mit Hastings' Abschied endet ein Kapitel, das mit einer per Post verschickten DVD aus Los Gatos begann und bei einem Konzern mit über 325 Millionen Abonnenten weltweit endet.

Mentioned People

  • Reed Hastings — współzałożyciel Netflixa, firmy świadczącej usługi streamingu
  • Marc Randolph — współzałożyciel Netflixa wraz z Reedem Hastingsiem w 1997 roku
  • Ted Sarandos — obecny współprezes Netflixa
  • Greg Peters — obecny współprezes Netflixa

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