Das Pentagon verschärft seine Zugangsregeln für Medien unmittelbar nach einer Niederlage vor Gericht. Künftig dürfen sich Journalistinnen und Journalisten im Hauptgebäude nur noch in Begleitung autorisierten Personals bewegen, der bisherige Pressekorridor wird geschlossen. Eine Ersatzfläche in einem Nebengebäude ist angekündigt, ein Termin dafür fehlt.
Pentagon schließt Pressekorridor sofort
Der bisherige Arbeitsbereich für Medien im Hauptgebäude wird mit sofortiger Wirkung geschlossen. Journalistinnen und Journalisten dürfen sich auf dem Gelände nur noch in Begleitung autorisierten Personals bewegen.
Gericht erklärte frühere Regeln für verfassungswidrig
Bundesrichter Paul Friedman entschied am 20. März 2026, die Akkreditierungsrichtlinie vom Oktober 2025 verletze den First Amendment und verfassungsrechtliche Verfahrensgarantien. Sieben Reporter der The New York Times müssen ihre Ausweise zurückerhalten.
Neuer Pressebereich in Nebengebäude angekündigt
Nach Angaben des Pentagons soll außerhalb des Hauptgebäudes, aber auf dem Gelände, ein neuer Medienarbeitsbereich entstehen. Ein Zeitpunkt für die Fertigstellung wurde nicht genannt.
Große Medien lehnten 21-seitiges Regelwerk ab
Mehrere große US-Medien und Nachrichtenagenturen unterschrieben die Vorgaben vom Oktober 2025 nicht und verloren daraufhin den Zugang zum Gebäude. Das Pentagon verwies bei der Räumung von Büroräumen auf Platzmangel.
Presseverbände warnen vor Folgen für die Berichterstattung
Die Pentagon Press Association und der National Press Club sehen in den neuen Maßnahmen eine weitere Einschränkung unabhängiger Berichterstattung – gerade während des Kriegs der USA und Israels mit Iran.
Das Pentagon hat am Montag, dem 23. März 2026, angekündigt, den „Correspondents' Corridor“ – den fest zugewiesenen Arbeitsbereich für die Presse im Hauptgebäude – mit sofortiger Wirkung zu schließen. Zugleich teilte das Ministerium mit, dass sich Journalistinnen und Journalisten auf dem Gelände künftig jederzeit nur noch in Begleitung autorisierten Personals bewegen dürften. Die Anordnung erfolgte nur drei Tage, nachdem ein Bundesrichter die bisherigen Pressebeschränkungen des Hauses für verfassungswidrig erklärt hatte. Pentagon-Sprecher Sean Parnell veröffentlichte die Mitteilung auf X. Zur Begründung verwies er auf Sicherheitsrisiken. Zudem bestätigte er, dass ein neuer Arbeitsbereich für Medien in einem Nebengebäude außerhalb des Haupttrakts, aber weiterhin auf dem Pentagon-Gelände, eingerichtet werden solle. Wann dieser Bereich bereitstehen werde, teilte das Ministerium nicht mit. Die Maßnahme ist eine unmittelbare Reaktion auf eine Entscheidung von U.S. District Judge Paul Friedman vom Freitag, dem 20. März 2026. Der Richter kam zu dem Schluss, dass die Akkreditierungsrichtlinie des Pentagons vom Oktober 2025 gegen den First Amendment sowie gegen verfassungsrechtlich garantierte Verfahrensrechte verstößt. Das Gericht ordnete an, sieben Journalistinnen und Journalisten der The New York Times ihre Presseausweise zurückzugeben. Zudem erhielt das Ministerium eine Frist von einer Woche, um dem Gericht einen schriftlichen Bericht über die Umsetzung vorzulegen. Das Pentagon erklärte, es teile die Auffassung des Gerichts nicht und werde Berufung einlegen. Zugleich teilte das Haus mit, der Anordnung zur vorläufigen Wiedererteilung der Ausweise werde zunächst entsprochen.
Richter sieht gezielte Benachteiligung „unerwünschter Journalisten“ Richter Friedman urteilte, die Regelung vom Oktober 2025 sei aus mehreren Gründen verfassungswidrig. Nach seiner Auffassung informierte sie Journalistinnen und Journalisten nicht ausreichend im Voraus darüber, welche Arbeitsweisen zur Verweigerung, Aussetzung oder zum Entzug ihrer Akkreditierung führen würden. Er verwies auf aus seiner Sicht „unbestreitbare Belege“, wonach die Vorschriften dazu dienten, als unerwünscht angesehene Reporter auszusortieren und sie durch Journalisten zu ersetzen, die „bereit sind, der Regierung zu dienen“. Die Richtlinie hatte es dem Pentagon ermöglicht, Reporterinnen und Reportern die Akkreditierung zu verweigern, wenn sie Informationen ohne vorherige Zustimmung des Ministeriums veröffentlichten – selbst dann, wenn diese Informationen nicht als geheim eingestuft waren. Journalistinnen und Journalisten, die die Regeln nicht akzeptieren wollten, mussten ihre Dienstausweise abgeben und ihre Büros im Gebäude räumen. „Diejenigen, die den First Amendment (der Verfassung) formulierten, waren der Auffassung, dass die Sicherheit der Nation eine freie Presse und eine informierte Öffentlichkeit erfordert und dass diese Sicherheit durch staatliche Unterdrückung politischer Rede bedroht ist. Dieses Prinzip hat die Sicherheit der Nation fast 250 Jahre lang gewahrt. Es sollte jetzt nicht aufgegeben werden.” — Paul Friedman via Deutsche Welle Außerdem merkte der Richter laut Deutsche Welle an, angesichts des andauernden Kriegs der USA und Israels mit Iran sei der Zugang zu Informationen aus dem Verteidigungsbereich aus mehreren Perspektiven „wichtiger denn je“. Friedman wurde von Präsident Bill Clinton an ein Bundesgericht berufen.
Große Medienhäuser verweigerten ihre Unterschrift unter das 21-seitige Regelwerk Die Regelung vom Oktober 2025 hatte das Pressekorps im Pentagon bereits vor Einreichung der Klage gespalten. Große Medienorganisationen – darunter ABC, CBS, NBC, CNN, Fox News, NPR, The Washington Post, Associated Press und Agence France-Presse – weigerten sich, das 21 (pages) — 21-seitige restriktive Regelwerk des Pentagons für die Presse zu unterzeichnen. In der Folge verloren sie den Zugang zum Gebäude. Nach Angaben der Deutschen Welle räumte das Pentagon die fest zugewiesenen Büroräume von acht Medienhäusern, darunter The New York Times, The Washington Post, CNN, NBC und NPR. Das Ministerium verwies dabei auf Platzmangel. Das im Gebäude verbliebene Pressekorps bestand überwiegend aus konservativen Medien, die den neuen Bedingungen zugestimmt hatten. One America News war Berichten zufolge das einzige Medium, das die Vorschrift zunächst unterzeichnete. The New York Times reichte im Dezember 2025 Klage gegen das Pentagon und Verteidigungsminister Pete Hegseth ein. Die Zeitung argumentierte, die Akkreditierungsregeln verletzten die verfassungsmäßigen Rechte von Journalistinnen und Journalisten. Das Pentagon unterhält seit Jahrzehnten einen eigenen Arbeitsbereich für die Presse sowie ein Akkreditierungssystem für Journalistinnen und Journalisten, die über das US-Militär berichten. In der zweiten Amtszeit der Regierung Trump wurde das Department of Defense in Department of War umbenannt. Die Regelung vom Oktober 2025 wich deutlich von der bisherigen Praxis ab, weil sie den Zugang der Presse von einer vorherigen Genehmigung journalistischer Inhalte abhängig machte, selbst wenn es sich nicht um als geheim eingestufte Informationen handelte, und weil Journalistinnen und Journalisten eidesstattliche Erklärungen über ihre Einhaltung unterzeichnen mussten.
Presseverbände warnen während der Kriegsberichterstattung vor Abschreckungseffekt Journalistenorganisationen reagierten deutlich auf die Ankündigung vom Montag und werteten die Schließung des Correspondents' Corridor trotz der Gerichtsentscheidung als gezielte Verschärfung. „Die Schließung des „Correspondents' Corridor“ und die Einführung eines begleiteten Zugangs beeinträchtigen den unabhängigen Journalismus im Pentagon – zu einem Zeitpunkt, an dem die Öffentlichkeit klare und ungefilterte Informationen über das US-Militär benötigt.” — Mark Schoeff Jr. via Le Temps Die Pentagon Press Association erklärte, die Ankündigung stelle „einen klaren Verstoß gegen Wortlaut und Geist der Entscheidung der vergangenen Woche“ dar. Zugleich fragte der Verband, warum das Ministerium gerade in einem kritischen Moment der Verteidigungsberichterstattung die Pressefreiheit weiter einschränke. Der in Washington ansässige National Press Club äußerte ähnliche Bedenken und erklärte, die neue Regelung schränke Journalistinnen und Journalisten bei ihrer Arbeit ein. Parnell sagte, akkreditierte Medienvertreter behielten Zugang zum Pentagon für angesetzte Presseunterrichtungen, Pressekonferenzen und Interviews, die über die Pressestellen organisiert würden. Für jeden anderen Zugang sei jedoch eine Begleitung erforderlich. Mit der Berufung des Pentagons bleiben die neuen Zugangsregeln in Kraft, bis die Gerichte über die Anfechtung entschieden haben. Damit bleibt das Pressekorps für unbestimmte Zeit auf einen Anbau mit unklarem Fertigstellungszeitpunkt verwiesen.
Perspektywy mediów: Die Reaktion des Pentagons auf das Urteil kommt einer Vergeltungsmaßnahme gegen die freie Presse gleich und nutzt Sicherheitsargumente als Vorwand, um in Kriegszeiten politische Kontrolle über die Militärberichterstattung zu festigen. Das Pentagon hat ein legitimes Sicherheitsinteresse daran, den Zugang zu seinem Gebäude zu steuern und sicherzustellen, dass sensible Informationen nicht ohne angemessene Prüfung veröffentlicht werden, unabhängig von ihrem Geheimhaltungsstatus.
Mentioned People
- Pete Hegseth — 29. sekretarz obrony Stanów Zjednoczonych
- Paul L. Friedman — sędzia senior sądu okręgowego Stanów Zjednoczonych w U.S. District Court for the District of Columbia
- Sean Parnell — rzecznik Pentagonu
- Mark Schoeff Jr. — prezes National Press Club
- Donald Trump — 47. prezydent Stanów Zjednoczonych
Sources: 21 articles
- Pentágono obrigado por tribunal a emitir novas credenciais de imprensa após restrições a jornalistas (Jornal Expresso)
- Trump durcit encore la guerre contre les journalistes (Blick.ch)
- États-Unis : comment Hegseth et le Pentagone serrent la vis aux journalistes (SudOuest.fr)
- Pentagon verschärft Restriktionen für Journalisten trotz Gerichtsurteils (tagesschau.de)
- Le Pentagone durcit encore davantage les restrictions imposées aux journalistes - Le Temps (Le Temps)
- După ce a pierdut un proces pentru limitarea accesului presei, Pentagonul impune alte restricţii (G4Media.ro)
- Angebliche Sicherheitsrisiken: Pentagon verbannt Journalisten in einen Nebentrakt (N-tv)
- Pentágono endurece restricciones a la prensa en EE. UU. (Deutsche Welle)
- US: Pentagon tightens press restrictions despite ruling (Deutsche Welle)
- El Pentágono sacará a la prensa a un anexo tras la sentencia que declara inconstitucionales sus restricciones (ABC TU DIARIO EN ESPAÑOL)