US-Präsident Donald Trump hat am Montag ein 48-Stunden-Ultimatum für Angriffe auf Irans wichtigste Energieinfrastruktur verschoben. Er verwies dabei auf nach seiner Darstellung produktive Gespräche auf hoher Ebene. Teheran bestritt allerdings, dass es solche aussichtsreichen Gespräche gegeben habe.

Frist für Angriff verschoben

Trump verschob am Montag ein 48-Stunden-Ultimatum für Angriffe auf Irans Energieinfrastruktur und verwies auf Gespräche, die er als produktiv bezeichnete.

Teheran widerspricht der US-Darstellung

Iran bestritt, dass es die von Trump beschriebenen „sehr guten und produktiven“ Gespräche gegeben habe.

Neue Hinweise auf Ausweitung des Konflikts

Berichten zufolge prüften die Vereinigten Staaten auch eine Kontrolle über Kharg Island, Irans wichtigstes Ölexportterminal im Persischen Golf.

Straße von Hormus bleibt zentraler Konfliktpunkt

Die Meerenge ist für rund ein Fünftel des weltweiten Erdöls und Flüssigerdgases wichtig und seit Jahren ein Hebel in den Spannungen zwischen den USA und Iran.

US-Präsident Donald Trump hat am Montag ein 48-Stunden-Ultimatum für Angriffe auf Irans wichtigste Energieinfrastruktur verschoben. Er verwies dabei auf nach seiner Darstellung produktive Gespräche auf hoher Ebene. Teheran bestritt allerdings, dass es solche aussichtsreichen Gespräche gegeben habe. Trump hatte die Drohung am Wochenende von seinem Wohnsitz in Florida aus formuliert und auf Truth Social gewarnt, die Vereinigten Staaten würden Irans Kraftwerke „angreifen und vernichten“, beginnend mit dem größten, falls Teheran die Straße von Hormus nicht innerhalb von 48 Stunden vollständig wieder öffne. Die Ankündigung einer Verschiebung, die am Montagmorgen mit Börsenbeginn verbreitet wurde, stieß laut El Mundo international auf breite Skepsis und Spott.

Iran bestreitet die von Trump beschriebenen „aussichtsreichen“ Gespräche Trump erklärte, die Vereinigten Staaten und Iran hätten in den vorangegangenen zwei Tagen „sehr gute und produktive Gespräche über eine vollständige und totale Lösung unserer Feindseligkeiten im Nahen Osten“ geführt. Er habe das Kriegsministerium angewiesen, jeden militärischen Angriff auf iranische Energieinfrastruktur wegen des „Tenors und Tons“ dieser Gespräche zu verschieben. Er bezeichnete die Unterredungen als „tiefgehend, detailliert und konstruktiv“ und sagte, sie würden die ganze Woche über fortgesetzt. Iran bestritt jedoch kategorisch, dass es solche aussichtsreichen Gespräche oder Vereinbarungen gegeben habe. Die Differenz zwischen Trumps Darstellung und der Reaktion aus Teheran beförderte nach Darstellung von El Mundo „weiten Spott“ und „völliges Ungläubigsein auf allen Kontinenten“. Ein großer Teil der internationalen Gemeinschaft deutete den Schritt eher als Rückzug nach einer ersten Zuspitzung, als Manöver zur Zeitgewinnung oder sogar als Versuch, Finanzmärkte zu beeinflussen, denn als echten diplomatischen Durchbruch. Trump schien dennoch eine umfassendere Einigung denn je für möglich zu halten, nannte aber keine Einzelheiten dazu, wie ein solcher Deal aussehen könnte.

Trump grenzt die USA vom israelischen Angriff auf iranisches Gas ab Separat distanzierte Trump die Vereinigten Staaten von einem jüngsten israelischen Angriff auf iranische Gasinfrastruktur. Er erklärte, die USA hätten davon „überhaupt keine Kenntnis“ gehabt. Die Aussage fügte einer bereits angespannten Lage eine weitere Ebene hinzu. Amerikanische und israelische Militäreinsätze in der Region sind seit Beginn von Operation Epic Fury am 28. Februar 2026 eng miteinander verknüpft. Iran hatte nach Angaben von Suchergebnissen im Netz unterdessen mit der vollständigen Schließung der Straße von Hormus sowie mit Angriffen auf Kraftwerke und Entsalzungsanlagen auf Trumps Ultimatum reagiert gedroht. Die Einstellung der Schifffahrt und der Passage von Tankern durch die Meerenge führte Trump nach eigenen Angaben als direkten Auslöser für seine ursprüngliche 48-Stunden-Drohung an. Die Straße von Hormus ist seit Langem ein Brennpunkt der Spannungen zwischen den USA und Iran. Teheran droht immer wieder, die Wasserstraße als Hebel in geopolitischen Auseinandersetzungen zu schließen. Durch die Meerenge werden rund ein Fünftel des weltweiten Erdöls und des globalen Flüssigerdgases transportiert. Die aktuelle Konfrontation folgt auf die US-israelische Militäroperation, die Ende Februar 2026 begann und zum Tod von Oberstem Führer Ali Khamenei führte. Danach wurde sein Sohn Mojtaba Khamenei am 9. März 2026 zum Obersten Führer ernannt.

US-Regierung prüft offenbar Kontrolle über wichtige iranische Ölisland Über das Ultimatum und dessen Verschiebung hinaus erwogen die Vereinigten Staaten Berichten zufolge auch, die Kontrolle über Kharg Island, auf Persisch Jarg Island, zu übernehmen. Die Insel ist ein zentrales iranisches Ölexportterminal im Persischen Golf, wie El Mundo berichtete. Ein solcher Schritt würde eine deutliche Eskalation über Luftangriffe auf Energieinfrastruktur hinaus bedeuten und faktisch das physische Zentrum von Irans Ölexportkapazitäten ins Visier nehmen. Bereits Trumps Botschaften vom Wochenende auf Truth Social hatten weitreichende Behauptungen über militärische Erfolge mit der gleichzeitigen Mobilisierung zusätzlicher Truppen verbunden. Er hatte zudem eingeräumt, dass Drohnen, Raketen und Bombenboote Teheran weiter zur Verfügung stünden. El Mundo schrieb, Trumps öffentliche Haltung umfasse widersprüchliche Positionen: Er erkläre den Krieg praktisch für gewonnen, schließe einen Bodeneinsatz aber nicht aus. Zugleich verlange er die Beteiligung des NATO-Verbündeten an dem, wie er sagte, „einfachen“ und „risikofreien“ Einsatz, beleidige und ignoriere diese Partner aber gleichzeitig. Die Abfolge aus Ultimatum, Verschiebung und Reaktion der Märkte zeige, in welchem Maß Trumps Kommunikationsstrategie selbst zu einem Faktor im größeren Konflikt geworden sei.

Mentioned People

  • Donald Trump — 47. prezydent Stanów Zjednoczonych

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