Emmanuel Grégoire hat die Bürgermeisterwahl in Paris am 22. März mit Grégoires Stimmenanteil in Paris gewonnen. Der Sozialist setzte sich in der zweiten Runde der französischen Kommunalwahlen 2026 gegen Rachida Dati durch. Zugleich veränderten die Wahlen das politische Kräfteverhältnis in zahlreichen Städten des Landes, mit Zugewinnen für Rechte und Rechtsaußen.

Grégoire gewinnt Paris deutlich

Emmanuel Grégoire setzte sich in Paris mit 53,1 Prozent gegen Rachida Dati durch, die 38,1 Prozent erhielt.

Bayrou verliert seine Hochburg Pau

François Bayrou unterlag in Pau dem Sozialisten Jérôme Marbot mit einem Abstand von 344 Stimmen.

Rechte gewinnt mehrere Großstädte

Das rechte Lager eroberte unter anderem Brest, Clermont-Ferrand, Besançon und Bordeaux von linken oder grünen Amtsinhabern.

Rechtsextreme regieren 61 Gemeinden

Nach einer Auswertung von Le Parisien führen RN und Verbündete nun 61 Gemeinden und zwei Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern.

Linke behauptet wichtige Metropolen

Marseille und Lyon blieben in linker Hand, obwohl die Linke landesweit auch Rückschläge hinnehmen musste.

Der Sozialist Emmanuel Grégoire hat die Bürgermeisterwahl in Paris am 22. März mit 53.1 (%) — Grégoires Stimmenanteil in Paris der Stimmen gewonnen. In der zweiten Runde der französischen Kommunalwahlen 2026 setzte er sich gegen die konservative Herausforderin Rachida Dati durch, die auf 38,1 Prozent kam. Grégoire, Mitglied der Sozialistischen Partei und früherer erster Stellvertreter der scheidenden Bürgermeisterin Anne Hidalgo, fuhr nach Bekanntgabe des Ergebnisses mit dem Fahrrad durch Paris. Auf dem Weg zum Hôtel de Ville wurde er von Anhängern begrüßt. Dati hatte ihr Amt als Kulturministerin niedergelegt, um ihren Wahlkampf zu führen. Sie hatte versucht, das rechte Lager zu bündeln, indem sie Unterstützer des Zentristen Pierre-Yves Bournazel und der rechtsextremen Kandidatin Sarah Knafo ansprach. Beide hatten sich nach dem ersten Wahlgang zurückgezogen. Grégoire wiederum lehnte Bündnisangebote von La France Insoumise ab und trat mit einer geeinten linken Liste ohne die Mélenchonisten an. Hidalgo, die nicht für eine dritte Amtszeit kandidierte, feierte vor dem Rathaus mit einem Glas Champagner und sagte, das Ergebnis belege, dass gelungen sei, was zuvor als unmöglich gegolten habe.

„Paris a décidé de rester fidèle à son histoire.” (Paris hat beschlossen, seiner Geschichte treu zu bleiben.) — Emmanuel Grégoire via ANSA

„Je n'ai pas réussi à convaincre suffisamment que le changement était non seulement possible, mais surtout nécessaire.” (Es ist mir nicht gelungen, genügend Menschen davon zu überzeugen, dass ein Wandel nicht nur möglich, sondern vor allem notwendig ist.) — Rachida Dati via ANSA

Paris wird seit 2001 von der Linken regiert. Damals wurde Bertrand Delanoë zum ersten sozialistischen Bürgermeister der Hauptstadt in der modernen Zeit gewählt. Anne Hidalgo folgte ihm 2014 nach und wurde 2020 wiedergewählt. Die Wahlen von 2026 waren die ersten seit einem Vierteljahrhundert, in denen die Sozialisten die Stadt ohne einen erneut antretenden Amtsinhaber verteidigen mussten. Dadurch wurde der Wettbewerb zur offensten Pariser Bürgermeisterwahl seit Jahrzehnten.

Bayrou verliert Pau mit nur 344 Stimmen Das symbolisch aufgeladenste Ergebnis außerhalb von Paris kam aus Pau. Dort verlor der frühere Premierminister François Bayrou seine langjährige Hochburg an den sozialistischen Kandidaten Jérôme Marbot mit einem Vorsprung von nur 344 (votes) — Bayrous Rückstand in Pau. Marbot erhielt 42,45 Prozent der Stimmen und beendete damit Bayrous Dominanz in der südwestfranzösischen Stadt. Die Niederlage folgte rund sechs Monate nach dem Sturz von Bayrous Regierung im September 2025. Damals brachte die Entscheidung der Sozialistischen Partei, einen Misstrauensantrag zu unterstützen, seine Regierung zu Fall, woraufhin Sébastien Lecornu zum Premierminister ernannt wurde. Auch in anderen Städten legte die Linke zu: In Roubaix gewann der LFI-Abgeordnete David Guiraud mit 53,19 Prozent gegen den bisherigen rechten Bürgermeister Alexandre Garcin. In La Courneuve gewann der LFI-Abgeordnete Aly Diouara die Stadt mit 51,53 Prozent gegen den Sozialisten Oumarou Doucouré. Im Département Rhône nahm LFI den Kommunisten außerdem Vénissieux mit einem Vorsprung von 25 Stimmen ab. In Nîmes eroberte die Linke die Stadt von Les Républicains zurück; dort gewann der Kommunist Vincent Boutet mit 40,97 Prozent vor der Liste des Rassemblement national.

Emmanuel Grégoire (PS): 53.1, Rachida Dati (LR): 38.1

Rechte gewinnt Brest, Clermont-Ferrand und Bordeaux von der Linken Die Rechte erzielte in mehreren großen Städten, die zuvor von der Linken oder den Grünen regiert worden waren, deutliche Zugewinne. Kandidaten aus dem Mitte-rechts-Spektrum und dem Umfeld der Les Républicains gewannen Brest, Clermont-Ferrand und Besançon, die zuvor links regiert worden waren. In Bordeaux siegte der dem Macron-Lager angehörende Abgeordnete Thomas Cazenave mit 50,95 Prozent und nahm die Stadt dem grünen Bürgermeister Pierre Hurmic ab, der sie 2020 in einer landesweiten Hochphase ökologischer Politik gewonnen hatte. Édouard Philippe wurde in Le Havre mit 47,71 Prozent als Bürgermeister wiedergewählt. Aufseiten der Linken wurden Benoît Payan als Bürgermeister von Marseille und Grégory Doucet als Bürgermeister von Lyon wiedergewählt. Payan setzte sich gegen den rechtsextremen Herausforderer Franck Allisio vom Rassemblement national durch. Sophie Joissains wurde in Aix-en-Provence ebenfalls im Amt bestätigt und setzte damit eine politische Familiendynastie in der Stadt fort. In Saint-Etienne gewann der Sozialist Régis Juanico mit 44,13 Prozent und wehrte damit eine rechtsextreme Liste ab.

Rechtsextreme regieren 61 Gemeinden, darunter zwei Großstädte Das Rassemblement National und verbündete rechtsextreme Parteien regieren nach einer von Le Parisien ausgewerteten Datengrundlage nun 61 Gemeinden in ganz Frankreich. Damit werden in den kommenden sieben Jahren etwa eineinhalb Millionen Französinnen und Franzosen unter rechtsextremen Bürgermeistern leben. Das rechtsaußen Lager führt nun in zwei Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern, also in einer mehr als nach der Wahl von 2020. Marine Le Pen sprach von einem „immense victory“ für ihre Partei und verwies auf „dozens of municipalities“, die in der zweiten Runde gewonnen worden seien, sowie auf „thousands of municipal councilors“, die landesweit gewählt worden seien. Dem RN gelang es jedoch nicht, Marseille zu gewinnen, das als möglicher Durchbruch der Partei in einer Großstadt gegolten hatte. Auch in Toulon und Nîmes unterlag die Partei. Nach Angaben von Franceinfo regiert die Linke nun 22 Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern, nach 24 im Jahr 2020. Die Rechte führt 12 große Städte, das Zentrum sechs. Die Wahlbeteiligung in der zweiten Runde lag nach Angaben von ANSA bei rund 57 Prozent. Höher lag sie zuletzt nur im Vergleich zur Abstimmung von 2020, die während der Pandemie stattfand.

Far-right control of large French cities: Cities with over 100,000 inhabitants governed by far right (before: 1 (after 2020 elections), after: 2 (after 2026 elections)); Left-governed cities with over 100,000 inhabitants (before: 24 (after 2020), after: 22 (after 2026)); Center-governed large cities (before: 5 (after 2020), after: 6 (after 2026))

Mentioned People

  • Emmanuel Grégoire — socjalistyczny polityk i nowo wybrany mer Paryża
  • Rachida Dati — francuska polityczka i była ministra kultury
  • Anne Hidalgo — ustępująca mer Paryża
  • François Bayrou — były premier Francji (grudzień 2024 – wrzesień 2025)
  • Sébastien Lecornu — premier Francji od września 2025 roku
  • Édouard Philippe — były premier Francji i mer Le Havre
  • Benoît Payan — mer Marsylii
  • Grégory Doucet — mer Lyonu
  • Marine Le Pen — liderka Rassemblement National

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