Frankreichs Sozialisten und ihre Verbündeten haben in der zweiten Runde der Kommunalwahlen am 22. März 2026 die Kontrolle über Paris, Marseille, Lyon und Lille verteidigt. Das stärkt die gemäßigte Linke vor der Präsidentenwahl im kommenden Jahr. Besonders beachtet wurde Marseille, wo sich Amtsinhaber Benoît Payan klar gegen den RN-Kandidaten Franck Allisio durchsetzte.
Vier Großstädte bleiben links regiert
Die Sozialisten und ihre Verbündeten verteidigten Paris, Marseille, Lyon und Lille in der zweiten Runde der Kommunalwahlen vom 22. März 2026.
Grégoire und Payan setzen sich durch
Emmanuel Grégoire gewann in Paris mit 50 Prozent gegen Rachida Dati. Benoît Payan wurde in Marseille mit 54,7 bis 54,8 Prozent wiedergewählt.
Debatte über Bündnisse mit LFI
Die Resultate wurden auch als Test für Kooperationen zwischen PS und LFI gelesen. In mehreren Städten ohne Bündnis mit LFI blieb die Linke erfolgreich, während Verluste in Clermont-Ferrand und Brest innerparteilich kritisch bewertet wurden.
Lyon und Nantes gelten als Sonderfälle
In Lyon und Nantes gewannen linke Amtsinhaber trotz Bündnissen mit LFI. Beobachter werteten besonders Lyon wegen des schwachen Wahlkampfs des Herausforderers als Ausnahme.
Wahl mit Blick auf 2027
Die Kommunalwahlen gelten als letzter großer landesweiter Test vor der Präsidentenwahl 2027 und haben deshalb für alle politischen Lager besondere Bedeutung.
Frankreichs Sozialisten und ihre Verbündeten haben in der zweiten Runde der Kommunalwahlen vom 22. März 2026 die vier größten Städte des Landes gehalten: Paris, Marseille, Lyon und Lille. Das Ergebnis gilt als Rückenwind für die gemäßigte Linke vor der Präsidentenwahl im kommenden Jahr. Emmanuel Grégoire, Mitglied der Sozialistischen Partei und früherer erster stellvertretender Bürgermeister von Paris unter Anne Hidalgo, gewann die Bürgermeisterwahl in Paris mit 50 Prozent der Stimmen gegen die rechte Kandidatin Rachida Dati. In Marseille wurde Amtsinhaber Benoît Payan mit 54,7 bis 54,8 Prozent der Stimmen wiedergewählt und lag damit deutlich vor dem Kandidaten des Rassemblement national, Franck Allisio, der mit 40,1 Prozent auf den zweiten Platz kam. Das Resultat wurde weithin als Hinweis gewertet, dass sich die gemäßigte Linke behaupten kann, wenn sie Abstand zur weit linken Partei La France insoumise hält.
Marseille stemmt sich ohne Hilfe von LFI gegen die extreme Rechte Das Ergebnis in Marseille gehörte zu den am genauesten beobachteten des Abends, nachdem Allisio nach dem ersten Wahlgang nur zwei Punkte hinter Payan gelegen hatte. Martine Vassal, Kandidatin der Rechten und der Mitte, kam mit rund 5,2 Prozent der Stimmen auf einen weit abgeschlagenen dritten Platz. Der LFI-Kandidat Sébastien Delogu, der sich für die zweite Runde qualifiziert hatte, zog seine Liste vor der Abstimmung zurück, um das Risiko eines Sieges des Rassemblement national zu verringern. Payan, der eine Zusammenlegung seiner Liste mit derjenigen Delogus abgelehnt hatte, wertete das Ergebnis als gemeinschaftliche Botschaft der Wählerinnen und Wähler.
„"Ce soir c'est l'unité qui a prévalu sur ceux qui voulaient nous diviser."” (Heute Abend hat sich die Einheit gegen diejenigen durchgesetzt, die uns spalten wollten.) — Benoît Payan via Franceinfo
Der wiedergewählte Bürgermeister bezeichnete seinen Sieg als „klar und eindeutig“ und sagte, die Wähler hätten „eine Botschaft des Friedens, der Eintracht und der Einheit“ gesendet. Payans Liste trat unter dem Banner der Koalition Printemps marseillais an, in der sich die PS, Europe Écologie Les Verts und die Kommunistische Partei zusammengeschlossen haben.
PS-Generalsekretär zieht klare Lehre für Bündnisse mit LFI Auf nationaler Ebene ergab sich ein gemischtes Bild für Bündnisse zwischen der PS und LFI. In Städten, in denen sich sozialistische Amtsinhaber von der weit linken Partei fernhielten, also in Paris, Marseille und Lille, wurden linke Stadtregierungen ohne größere Schwierigkeiten bestätigt. In Lyon wurde der grüne Bürgermeister Grégory Doucet zwar wiedergewählt, obwohl er sich mit LFI verbündet hatte. Die BBC berichtete allerdings, dass sein rechter Herausforderer, der Unternehmer Jean-Michel Aulas, einen schwachen Wahlkampf geführt habe. Damit gilt Lyon als Sonderfall. In Nantes gewann auch Johanna Rolland, die ein Bündnis mit LFI eingegangen war, erneut gegen die Kandidatin oder den Kandidaten der Mitte-Rechts. Die PS verlor jedoch langjährige Hochburgen wie Clermont-Ferrand und Brest, wo Bündnisse mit LFI als belastend galten. Pierre Jouvet, Generalsekretär der Sozialistischen Partei, zog aus den Ergebnissen des Abends eine deutliche Schlussfolgerung.
„Mein Schluss aus diesem Abend ist, dass die LFI nichts gewinnt – und schlimmer noch: Die LFI führt zur Niederlage.” — Pierre Jouvet via BBC
Benoît Payan (DVG/PS): 54.7, Franck Allisio (RN): 40.1, Martine Vassal (DVD): 5.2
Aufstieg des RN „begrenzt“, Macron-Lager findet unerwarteten Zuspruch Der RN erzielte in einigen Städten Zugewinne, besonders in Nizza, wo ein Verbündeter von Marine Le Pen ein starkes Ergebnis erreichte, und in Roubaix, das an David Guiraud von LFI fiel. Auch Manuel Bompard von LFI verwies auf einen Sieg im ersten Wahlgang in Saint-Denis als Beleg für die Dynamik seiner Partei und erklärte, „das neue Frankreich werde die Welt Macrons hinwegfegen“. Der Erste Sekretär der PS, Olivier Faure, zeigte sich dagegen mit dem Gesamtergebnis ausgesprochen zufrieden.
„"Face à la désintégration du camp macroniste et à la fusion idéologique entre la droite et l'extrême droite, seule la gauche peut épargner à la France une régression à la fois réactionnaire et ultra-libérale. Et on voit que c'est possible."” (Angesichts des Zerfalls des macronistischen Lagers und der ideologischen Annäherung zwischen der Rechten und der extremen Rechten kann nur die Linke Frankreich vor einem zugleich reaktionären und ultraliberalen Rückschritt bewahren. Und man sieht, dass das möglich ist.) — Olivier Faure via BFMTV
BFMTV berichtete, auch Macrons zentristisches Lager habe trotz früherer Schwierigkeiten auf kommunaler Ebene Anlass, den Ergebnissen etwas Positives abzugewinnen. Die Wahlen galten als letzter großer Stimmungstest vor der Präsidentenwahl 2027. Dadurch bekamen die Resultate für alle Parteien, die ihre nationale Ausgangslage bewerten, besonderes Gewicht. Der frühere sozialistische Präsident François Hollande, der zu einem Boykott von LFI aufgerufen hatte, bedauerte, dass seine eigene Partei keine klareren Regeln für Bündnisse zwischen PS und LFI festgelegt hatte.
Kommunalwahlen finden in Frankreich alle sechs Jahre statt. Sie entscheiden über die Bürgermeisterämter und die Gemeinderäte in den rund 35.000 Kommunen des Landes. Die Kommunalwahlen 2020, die teilweise während der COVID-19-Pandemie abgehalten wurden, brachten den Grünen in Großstädten wie Lyon und Bordeaux einen deutlichen Durchbruch. Die PS hatte die französische Stadtpolitik über Jahrzehnte geprägt, ehe nach der Präsidentschaft von François Hollande von 2012 bis 2017 eine Phase des Niedergangs einsetzte. Die Wahlen 2026 fanden vor dem Hintergrund anhaltender nationaler Spannungen statt, darunter Auseinandersetzungen über das Verhalten und Äußerungen von LFI im Zusammenhang mit dem Konflikt im Nahen Osten.
Mentioned People
- Benoît Payan — mer Marsylii i członek koalicji Printemps marseillais
- Emmanuel Grégoire — członek Partii Socjalistycznej i były pierwszy zastępca mera Paryża
- Grégory Doucet — mer Lyonu i członek Europe Écologie Les Verts
- Johanna Rolland — mer Nantes i członkini Partii Socjalistycznej
- Rachida Dati — francuska polityczka i sędzia, była rzeczniczka Nicolasa Sarkozy’ego
- Franck Allisio — polityk Zjednoczenia Narodowego i były doradca ministerialny
- Martine Vassal — przewodnicząca rady departamentalnej Delta Rodanu
- Pierre Jouvet — sekretarz generalny Partii Socjalistycznej
- Sébastien Delogu — deputowany Francji Nieujarzmionej (LFI)
- Sophia Chikirou — deputowana Francji Nieujarzmionej (LFI)
- Jean-Luc Mélenchon — lider partii Francja Nieujarzmiona (LFI)
- Marine Le Pen — była przewodnicząca Zjednoczenia Narodowego
- Emmanuel Macron — prezydent Francji
Sources: 12 articles
- Benoît Payan confortablement élu à Marseille où le RN efface la droite (France 24)
- Triomphe du PS à Paris et Marseille, une montée du RN contenue et des regrets pour LFI et les Écologistes... Que retenir de ce second tour des municipales? (BFMTV)
- France's Socialists hold onto power in major cities in election boost for mainstream (BBC)
- Municipales 2026 à Marseille : Benoît Payan remporte la mairie face au RN, qui réalise un score " historique " (Le Figaro.fr)
- Municipales à Marseille : le maire sortant Benoît Payan bat largement l'extrême droite sans les voix de LFI (Le Monde.fr)
- Municipales 2026. " Soulagement, humilité et espoir " : Marseille dit non à l'extrême droite et reconduit la gauche (Ouest France)
- Réélu à Marseille, Benoit Payan estime que le "rassemblement l'a emporté face à celles et ceux qui voulaient nous diviser" (Franceinfo)
- Benoît Payan, un maire de Marseille enfin élu et triomphant face au RN (France 24)
- Municipales 2026 : Benoît Payan largement réélu à la tête de Marseille (LesEchos.fr)
- Autárquicas francesas: socialistas seguram Paris; extrema-direita falha eleição em Marselha (Publico)