Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif hat US-Präsident Donald Trump aufgefordert, das Ultimatum zur Beendigung der Seeblockade in der Straße von Hormus um zwei Wochen zu verlängern. Da die ursprüngliche Frist am Dienstagabend ohne Einlenken Teherans verstrichen ist, bemüht sich Islamabad um eine Deeskalation des seit Wochen andauernden Konflikts. Die US-Regierung bestätigte den Empfang des Vorschlags, während die globalen Ölmärkte bereits massiv unter Druck stehen.
Sharifs Diplomatie-Offensive
Pakistans Premierminister bittet Trump um zwei Wochen Aufschub für das Ultimatum gegen den Iran.
Ultimatum verstrichen
Die Frist für den Iran endete am Dienstag ohne Anzeichen auf eine Beendigung der Blockade der Straße von Hormus.
Wirtschaftliche Verwerfungen
Der Ölpreis ist um über 50 Prozent gestiegen, US-Benzinpreise erreichen Höchststände seit 2022.
Gefahr der Eskalation
Iranische Angriffe auf saudi-arabische Anlagen könnten den regionalen Konflikt durch bestehende Verteidigungspakte ausweiten.
Der pakistanische Premierminister Shehbaz Sharif hat US-Präsident Donald Trump am Mittwoch gebeten, die von ihm gesetzte Frist für den Iran zur Beendigung der Blockade der Straße von Hormus um zwei Wochen zu verlängern. Das ursprüngliche Ultimatum lief am Dienstag, den 7. April, um 20 Uhr EDT ab, ohne dass Anzeichen für ein Einlenken des Irans erkennbar waren. Sharif veröffentlichte den Appell auf der Plattform X und forderte Trump auf, der Diplomatie mehr Zeit zu geben. Gleichzeitig appellierte er an den Iran, die Meerenge als Geste des guten Willens ebenfalls für zwei Wochen zu öffnen. Die Pressesprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, bestätigte, dass Trump über den pakistanischen Vorschlag informiert wurde und eine Antwort folgen werde, nannte jedoch keine Einzelheiten. Trump hatte zuvor gedroht, die Vereinigten Staaten würden jede Brücke und jedes Kraftwerk im Iran zerstören, sollte die Frist nicht eingehalten werden; er warnte, dass „heute Nacht eine ganze Zivilisation untergehen wird“. Der Konflikt, der am 28. Februar 2026 mit Angriffen der USA und Israels auf den Iran begann, dauert nun schon den zweiten Monat an, ohne dass ein Waffenstillstand in Sicht ist oder die diplomatischen Bemühungen nennenswerte Entlastung bringen. Pakistans Vermittlerrolle durch iranische Angriffe auf Saudi-Arabien belastetPakistan fungiert in diesem Konflikt als primärer Vermittler zwischen Washington und Teheran. Dennoch berichteten zwei pakistanische Quellen mit Kenntnis der Gespräche der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag, dass bisher kein Kompromiss erzielt wurde. Ein hochrangiger pakistanischer Sicherheitsbeamter erklärte, nächtliche iranische Angriffe auf saudi-arabische Industrieanlagen, die mit US-Firmen in Verbindung stehen, drohten die Gespräche vollständig zum Scheitern zu bringen. Sollte Saudi-Arabien zurückschlagen, wäre der Dialog beendet. Der Beamte wies darauf hin, dass eine pakistanische Reaktion Islamabad aufgrund des Verteidigungspakts mit Riad ebenfalls in den Konflikt hineinziehen könnte. Eine weitere pakistanische Quelle sagte, der Iran bewege sich auf „dünnem Eis“ und die nächsten drei bis vier Stunden seien entscheidend für die Zukunft des Dialogs. Ein hochrangiger iranischer Informant teilte Reuters mit, dass Teheran den Vorschlag für einen befristeten Waffenstillstand abgelehnt habe. Man bestehe darauf, dass Friedensgespräche erst beginnen könnten, wenn die USA und Israel ihre Angriffe beenden, eine Garantie gegen deren Wiederaufnahme geben und Entschädigungszahlungen leisten. Sharif drängte alle Kriegsparteien zu einem zweiwöchigen Waffenstillstand und bezeichnete die diplomatischen Bemühungen als „stetig und kraftvoll voranschreitend“. „„Um der Diplomatie ihren Lauf zu lassen, bitte ich Präsident Trump inständig, die Frist um zwei Wochen zu verlängern. Pakistan bittet die iranischen Brüder in aller Aufrichtigkeit, die Straße von Hormus als Geste des guten Willens für denselben Zeitraum von zwei Wochen zu öffnen.“” — Shehbaz Sharif via ReutersDie US-israelische Militärkampagne gegen den Iran mit dem Codenamen „Operation Epic Fury“ begann am 28. Februar 2026 mit Angriffen, bei denen der damalige Oberste Führer Ali Chamenei getötet wurde. Sein Sohn, Mojtaba Chamenei, wurde am 9. März 2026 zum Nachfolger ernannt. Als Reaktion blockierte der Iran die Straße von Hormus, über die etwa 20 Prozent des weltweiten Ölhandels abgewickelt werden. Die Blockade dauert seit Anfang April 2026 fünf Wochen an. Der Preis für die Sorte Brent Rohöl lag kurz vor Konfliktbeginn bei etwa 70 Dollar pro Barrel und ist seither auf rund 109 Dollar gestiegen – ein Zuwachs von über 50 Prozent.Ölschock belastet Weltwirtschaft und IndustrieproduktionDie wirtschaftlichen Folgen der fünfwöchigen Blockade reichen weit über die Finanzmärkte hinaus. Unternehmen von Kalifornien bis Indien berichten von massiven Störungen. In den USA stieg der durchschnittliche Benzinpreis bis Dienstag laut GasBuddy-Daten auf einen 4.14 (USD pro Gallone) — landesweiten Durchschnittspreis, den höchsten Stand seit August 2022. Die U.S. Energy Information Administration prognostizierte für April einen monatlichen Spitzenwert von 4,30 Dollar pro Gallone. Patrick De Haan, Analyst bei GasBuddy, warnte gegenüber Reuters, dass die Preise innerhalb weniger Wochen auf über 5 Dollar steigen könnten, sollte kein Plan zur Öffnung der Meerenge vorliegen. Die Dieselpreise stiegen noch stärker; hier erwartet die EIA im April einen Durchschnitt von 5,80 Dollar, knapp unter dem Rekordwert von Juni 2022. In Indien führten Versorgungsengpässe zur Schließung Dutzender Aluminiumwerke, während Landwirte in Großbritannien aufgrund explodierender Preise ihren Dünger rationieren mussten. Ein kalifornischer Kunststoffhersteller erklärte gegenüber Reuters, er müsse aufgrund von „höherer Gewalt“ (Force Majeure) Aufträge stornieren, nachdem die Kosten für Kunststoffharz binnen Wochen von 45 Cent auf 85 Cent pro Pfund gestiegen waren. Goldman Sachs hob das Risiko für eine US-Rezession auf 30 Prozent an. Brent-Rohöl notierte am Dienstag bei rund 109 Dollar pro Barrel und verharrt seit über drei Wochen im Bereich der 100-Dollar-Marke.2026-02-27: 70, 2026-03-17: 100, 2026-04-07: 109Dallas Fed warnt vor Inflationsanstieg auf 4 ProzentUntersuchungen der Dallas Federal Reserve Bank warnten am Dienstag davor, dass eine anhaltende Störung des Ölhandels die US-Inflation bis Jahresende auf über 4 Prozent treiben könnte. Ein Arbeitspapier skizziert Szenarien basierend auf der Dauer der Blockade: Ein dreimonatiger Stopp könnte die Inflation im März auf annualisierter Basis um 5,2 Prozentpunkte erhöhen. Eine neunmonatige Blockade würde den Ölpreis von aktuell 115 Dollar auf 167 Dollar treiben. Im Januar lag die Inflationsrate bei 2,8 Prozent, über dem Ziel der Federal Reserve von 2 Prozent. Die Forscher stellten fest, dass es bisher kaum Anzeichen dafür gibt, dass höhere Benzinpreise auf die Kerninflation durchschlagen oder die langfristigen Inflationserwartungen destabilisieren. An den kurzfristigen Kreditmärkten weitete sich der Spread für kommerzielle Wertpapiere jedoch leicht aus. Die EIA mahnte zur Vorsicht: Die vollständige Wiederherstellung der Schiffsverbindungen durch die Meerenge werde selbst nach einem Ende der Kämpfe Monate dauern. Die Unsicherheit werde die Ölpreise bis Ende 2026 über dem Vorkriegsniveau halten – was Trumps Versprechen einer sofortigen Entlastung an den Tankstellen direkt widerspricht.
Mentioned People
- Shehbaz Sharif — Premier Pakistanu od 2024 roku
- Donald Trump — 47. prezydent Stanów Zjednoczonych
- Karoline Leavitt — 36. rzeczniczka prasowa Białego Domu od 2025 roku
Sources: 73 articles
- Oil prices plummet and stocks surge after Trump suspends attacks on Iran (The Independent)
- Investor reactions to Trump agreeing to two-week ceasefire with Iran (Reuters)
- Oil prices slide after Trump agrees to conditional two-week Iran ceasefire (BBC)
- Oil Slumps After Pakistan Seeks Last-Minute Iran Extension (Bloomberg Business)
- US short-term credit market shows early signs of stress as Iran war persists (Reuters)
- Oil Prices Surge Amid Escalating Middle East Tensions | in.gr (in.gr)
- Brent Oil Slides as Pakistan Urges Iran to Open Strait of Hormuz (Bloomberg Business)
- Iran War may boost inflation, but not expectations, per Dallas Fed research (Reuters)
- MidEast Crude Output Seen Dropping by 9 Million Barrels a Day (Bloomberg Business)
- Fuel prices could keep rising for months after Hormuz reopens, US EIA says (Reuters)