Nach der angekündigten Frist von US-Präsident Donald Trump für die Wiederöffnung der Straße von Hormus sind die Ölpreise am Dienstag auf über 111 US-Dollar pro Barrel gestiegen. Die globalen Märkte reagieren mit großer Unsicherheit auf die drohende Eskalation des seit sechs Wochen andauernden Konflikts.

Ölpreise steigen massiv

Rohöl der Sorte Brent kletterte auf über 111 US-Dollar, da ein US-Ultimatum gegen den Iran abläuft.

Militärische Drohungen

Präsident Trump droht mit der Zerstörung der gesamten iranischen Brücken- und Kraftwerksinfrastruktur bis Mitternacht.

Wirtschaftliche Folgen

Die Inflation zieht weltweit an; Erwartungen für Zinssenkungen im Jahr 2026 wurden faktisch revidiert.

Die Ölpreise stiegen am Dienstag auf über 111 US-Dollar pro Barrel, während ein von US-Präsident Donald Trump gesetztes Ultimatum für den Iran zur Wiederöffnung der Straße von Hormus näher rückte. Die globalen Märkte sind von Ungewissheit geprägt, ob der sechs Wochen alte Konflikt noch vor Mitternacht drastisch eskalieren wird. Trump setzte eine Frist bis Dienstag, 20:00 Uhr Eastern Time – Mittwoch, Mitternacht Greenwich Mean Time –, bis zu der Teheran einem Abkommen zur Beendigung des Krieges und zur Wiederherstellung der freien Schifffahrt durch die Meerenge zustimmen muss. Der Iran lehnte einen von Pakistan vermittelten US-Waffentillstandsvorschlag ab und forderte stattdessen ein dauerhaftes Ende des Krieges sowie die Aufhebung der Sanktionen. Die Terminkontrakte für die Sorte Brent stiegen um 1,6 % auf 111,51 US-Dollar pro Barrel, während die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) laut RTE um 3,1 % auf 115,86 US-Dollar kletterte. Die New York Times berichtete, dass Brent seit Kriegsbeginn am 28. Februar um etwa 52 % gestiegen ist, während WTI im selben Zeitraum ein Plus von über 60 % verzeichnete.

2026-02-28: 73, 2026-04-07: 111.51

Der Krieg der USA und Israels gegen den Iran begann am 28. Februar 2026 mit der „Operation Epic Fury“, bei der der damalige Oberste Führer Ali Chamenei in ersten Angriffen getötet wurde. Iranische Streitkräfte sperrten als Reaktion auf diese Angriffe faktisch die Straße von Hormus und kappten damit eine Wasserstraße, über die normalerweise etwa ein Fünftel des weltweiten Öl- und Erdgasangebots transportiert wird. Die Schließung hat weltweit zu sprunghaft ansteigenden Energiepreisen geführt und die Exporte mehrerer Golf-Produzenten unterbrochen. Trump hat dem Iran in den letzten Wochen bereits mehrfach Fristen gesetzt und verlängert, doch die Rhetorik verschärfte sich in den Tagen vor dem Ultimatum am Dienstag deutlich.

Trump droht mit Zerstörung von Brücken und Kraftwerken bis Mitternacht Trump warnte am Montag, dass der Iran „ausgeschaltet“ werden könnte, sollte er die Frist am Dienstagabend nicht einhalten. Er erklärte, das US-Militär könne „jede Brücke im Iran bis morgen Nacht um 12 Uhr“ zerstören, falls keine Einigung erzielt werde. Zudem drohte er laut Bloomberg damit, iranische Kraftwerke in Brand zu setzen und dauerhaft unbrauchbar zu machen. Bedenken, dass Angriffe auf zivile Infrastruktur Kriegsverbrechen darstellen könnten, wies er zurück. Trump bezeichnete die Freiheit der Schifffahrt durch die Straße von Hormus als „sehr hohe Priorität“ und äußerte die Vermutung, dass einige iranische Führer in „gutem Glauben“ verhandelten, wenngleich der Ausgang ungewiss bleibe. Der Iran reagierte mit der Warnung, eigene Angriffe auf die Energieinfrastruktur im Persischen Golf zu verstärken, falls seine zivile Infrastruktur angegriffen werde. Saudi-Arabien gab am Dienstag bekannt, sieben ballistische Raketen abgefangen zu haben, die auf die östliche Region des Landes abgefeuert worden waren. Trümmerteile fielen laut RTE in der Nähe von Energieanlagen nieder. Auch in der syrischen Hauptstadt Damaskus und Umgebung waren Explosionen zu hören, die laut syrischem Staatsfernsehen durch israelische Abfangmanöver iranischer Raketen verursacht wurden.

„Jegliche Umsetzung der Drohungen gegen die iranische Strominfrastruktur würde eine erhebliche Eskalation bedeuten und das Risiko von Vergeltungsmaßnahmen erhöhen, die die Energieanlagen am Golf weiter stören könnten.” — Vasu Menon via Reuters

Märkte vor Ablauf des Countdowns in Wartestellung Die weltweiten Aktienmärkte schwankten am Dienstag, da sich die Anleger vor Ablauf der Frist weitgehend zurückhielten. Der MSCI-Index für den asiatisch-pazifischen Raum außerhalb Japans lag 0,4 % im Plus, während der japanische Nikkei frühe Gewinne abgab und laut Reuters 0,2 % tiefer notierte. US-Aktienfutures gaben um 0,55 % nach, während europäische Futures auf eine etwas festere Eröffnung hindeuteten, nachdem die Märkte in der Region am Freitag und Montag feiertagsbedingt geschlossen waren. Eine Rekordprognose für den Quartalsgewinn von Samsung Electronics gab den asiatischen Märkten kurzzeitig Auftrieb, bevor die Auswirkungen des Energieschocks wieder überwogen. Die Goldpreise stabilisierten sich, wobei Spot-Gold leicht um 0,1 % auf 4.640,93 US-Dollar pro Unze nachgab. Anleger wogen dabei die traditionelle Rolle von Gold als Inflationsschutz gegen die dämpfende Wirkung höherer Zinssätze auf unverzinste Anlagen ab. Ilya Spivak, Leiter der Abteilung für globale Makroökonomie bei Tastylive, erklärte, die Märkte befänden sich bis zum Ausgang von Trumps Ultimatum in einer Warteposition.

„Alle befinden sich in einem Modus, in dem wir auf den Ausgang dieser Tiraden warten, die der Präsident in den letzten Tagen von sich gegeben hat.” — Ilya Spivak via Reuters

„Wir befinden uns wieder in einem von Trump auferlegten Countdown, und es gibt keine Möglichkeit, mit einiger Sicherheit vorherzusagen, was passieren wird.” — Kyle Rodda via Reuters

Inflationssorgen wachsen, Fed-Vertreter schließen Zinssenkungen aus Die anhaltende Blockade der Straße von Hormus hat Schockwellen durch die Weltwirtschaft gesandt. Am Montag veröffentlichte Daten zeigten, dass sich das Wachstum des US-Dienstleistungssektors im März verlangsamte, während die von Unternehmen für Vorleistungen gezahlten Preise so stark stiegen wie seit über 13 Jahren nicht mehr. Die Präsidentin der Fed von Cleveland, Beth Hammack, und der Präsident der Fed von Chicago, Austan Goolsbee, nannten die Inflation als weitaus größere Sorge als die Beschäftigungslage, was die Erwartungen an eine straffere Geldpolitik verstärkte. Laut dem von Reuters zitierten CME FedWatch-Tool rechnen die Märkte für das Jahr 2026 mit keinerlei Zinssenkungen der Fed mehr. Die europäischen Erdgaspreise stiegen ebenfalls leicht an; der niederländische Frontmonat-Future – der europäische Gas-Benchmark – notierte bei 50,80 Euro pro Megawattstunde, was laut Bloomberg einem Anstieg von über 55 % seit Kriegsbeginn entspricht. Die US-Benzinpreise stiegen am Montag auf einen landesweiten Durchschnitt von 4,12 US-Dollar pro Gallone, ein Plus von 38 % seit Beginn der Kampfhandlungen, wie die New York Times unter Berufung auf den Autoclub AAA berichtete. Es wurde erwartet, dass der UN-Sicherheitsrat am Dienstag über eine Resolution zum Schutz der Handelsschifffahrt in der Straße von Hormus abstimmen würde, allerdings in einer deutlich abgeschwächten Form, nachdem China die Autorisierung von Gewalt abgelehnt hatte, so RTE.

55% (Anstieg) — Anstieg der europäischen Erdgaspreise seit Kriegsbeginn

Brent Crude: 52, WTI Crude: 60, US-Benzin (Landesdurchschnitt): 38, Europäisches Erdgas: 55

Mentioned People

  • Donald Trump — 47. prezydent Stanów Zjednoczonych
  • Beth Hammack — 12. prezes i dyrektor generalna Banku Rezerwy Federalnej w Cleveland
  • Austan Goolsbee — prezes Banku Rezerwy Federalnej w Chicago
  • Kyle Rodda — starszy analityk rynkowy w Capital.com

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