Die Ölpreise haben am 18. März 2026 zunächst deutlich nachgegeben und sich später wieder erholt. Auslöser waren ein Abkommen zwischen dem Irak und der Kurdenregion, steigende US-Rohölbestände sowie Berichte über einen Angriff auf iranische Einrichtungen. Auch an den Aktienmärkten zeigte sich ein uneinheitliches Bild: In Europa schlossen die Börsen leicht im Minus, während Asien zuvor noch zugelegt hatte.
Die Ölpreise haben am 18. März 2026 erheblich geschwankt. Zunächst fielen sie nach einem Abkommen zwischen dem Irak und der Kurdenregion um bis zu 3,3 Prozent, bevor sie im späteren Handelsverlauf nach Berichten über einen Angriff auf iranische Einrichtungen wieder anzogen. Die volatile Sitzung verdeutlichte die gegenläufigen Kräfte am Energiemarkt: eine diplomatische Entwicklung, die die Sorge vor Angebotsengpässen vorübergehend verringerte, ein Anstieg der US-Rohölbestände, der den frühen Verkaufsdruck verstärkte, und neue geopolitische Unsicherheit im Zusammenhang mit dem anhaltenden Konflikt um Iran. Die europäischen Aktienmärkte schlossen ohne klare Richtung. Paris gab 0,06 Prozent nach, London verlor 0,94 Prozent und Mailand sank um 0,35 Prozent. In Asien hatten die Märkte zuvor zugelegt, gestützt von Technologie- und Ölwerten, während die Anleger zugleich aufmerksam auf die nächsten Signale der US-Notenbank Federal Reserve achteten. Der Handelstag zeigte, wie schnell sich die Stimmung drehen kann, wenn geopolitische und makroökonomische Belastungen zusammenwirken.
Abkommen zwischen Irak und Kurdenregion lässt Öl zunächst deutlich fallen Der erste Rückgang der Ölpreise um 3,3 Prozent folgte auf die Einigung zwischen dem Irak und der Kurdenregion. Am Markt wurde sie als mögliches Signal für ein höheres regionales Angebot gewertet. Hinzu kam ein Anstieg der US-Rohölbestände, der die negative Marktstimmung verstärkte und die Sorge untermauerte, dass die Nachfrage mit dem verfügbaren Angebot womöglich nicht Schritt hält. Die Kombination dieser beiden Faktoren drückte die Preise im frühen Handel deutlich nach unten und führte zu einem der ausgeprägteren Rückgänge innerhalb einer Sitzung in den vergangenen Wochen. Die Abwärtsbewegung hielt allerdings nicht lange an. Später am Tag kamen Berichte über einen Angriff auf iranische Einrichtungen auf. Daraufhin bewerteten Händler den in den Ölpreisen enthaltenen geopolitischen Risikoaufschlag neu. Mit der Verbreitung der Meldungen erholte sich der Ölpreis wieder. Das verdeutlichte, wie rasch die Furcht vor Lieferunterbrechungen fundamentale Daten überlagern kann, wenn der Markt wegen des umfassenderen Konflikts um Iran ohnehin angespannt ist.
3.3 (%) — Rückgang des Ölpreises nach dem Abkommen zwischen Irak und Kurdenregion
Die Vereinigten Staaten und Israel begannen am 28. Februar 2026 Militäroperationen gegen Iran, die unter der Bezeichnung Operation Epic Fury geführt wurden. Bei den Angriffen wurde Ali Khamenei, der langjährige Oberste Führer Irans, getötet. Das löste eine Nachfolgekrise aus, die damit endete, dass Mojtaba Khamenei am 9. März 2026 zum Obersten Führer ernannt wurde. Der Konflikt hat die globalen Energiemärkte dauerhaft verunsichert, weil Iran ein bedeutender Ölproduzent ist und zugleich nahe wichtigen Schifffahrtsrouten im Persischen Golf liegt. Seit Beginn des Konflikts unterliegen die Ölpreise starken Schwankungen, wobei die geopolitischen Risikoaufschläge parallel zu militärischen und diplomatischen Entwicklungen variieren.
Asiens Börsen steigen mit Technologie- und Ölwerten, Fed bleibt im Blick Die asiatischen Aktienmärkte legten am 18. März nach Angaben von Reuters zunächst zu. Angeführt wurde der Anstieg von Technologiewerten und Aktien aus dem Ölsektor. Die Gewinne fielen in ein weiterhin unsicheres Umfeld, in dem die Anleger die Signale zur künftigen Richtung der US-Geldpolitik auswerteten. Die nächsten Schritte der Federal Reserve blieben für Händler über verschiedene Anlageklassen hinweg ein zentrales Thema. Jede Veränderung im Zinsausblick würde sich zugleich auf Aktienbewertungen, Anleiherenditen und Devisenmärkte auswirken. Die positive Tendenz in Asien setzte sich im europäischen Handel jedoch nicht vollständig fort. Dort taten sich die Indizes schwer, eine klare Richtung zu finden, und schlossen letztlich leicht im negativen Bereich. Die Unterschiede zwischen den Regionen spiegelten die unterschiedliche Betroffenheit durch den Iran-Konflikt, die Sensibilität gegenüber US-Zinsen und die jeweiligen binnenwirtschaftlichen Bedingungen wider.
Paris: -0.06, London: -0.94, Milan: -0.35
Japans Exporte wachsen trotz Kriegsrisiken den sechsten Monat in Folge Japans Exporte sind im Februar 2026 im Vergleich zum Vorjahr um 4,2 Prozent gestiegen. Das war nach Daten des Finanzministeriums, über die Reuters berichtete, der sechste Anstieg in Folge. Vor allem die Nachfrage aus Asien trug zu dem Zuwachs bei und verlieh der japanischen Handelsentwicklung ein gewisses Maß an Stabilität, obwohl der Krieg im Zusammenhang mit Iran neue Risiken für den Welthandel auf See und für die Energiekosten mit sich bringt. Das anhaltende Exportwachstum ist ein positives Signal für die japanische Wirtschaft in einer Phase zunehmender externer Unsicherheit. Analysten weisen allerdings darauf hin, dass eine weitere Eskalation des Konflikts im Nahen Osten Lieferketten stören und die Kosten für Vorprodukte japanischer Hersteller erhöhen könnte. Die Daten wurden am selben Tag veröffentlicht, an dem der Ölmarkt besonders starke Ausschläge innerhalb des Tages verzeichnete. Das verdeutlichte den doppelten Druck auf exportabhängige Volkswirtschaften: auf der einen Seite eine robuste Nachfrage, auf der anderen Seite steigende geopolitische Risiken. Die japanischen Handelsdaten setzten in einem ansonsten von Volatilität und Unsicherheit an den Weltmärkten geprägten Handelstag einen vorsichtig positiven Akzent.