Angriffe der USA und Israels auf iranische Energieanlagen haben den Ölmarkt deutlich bewegt. Nach Berichten stieg der Preis für Brent-Rohöl bis auf 110 US-Dollar je Barrel. Die Entwicklung erhöht den Druck auf Notenbanken und Regierungen, weil sie Inflationsrisiken verschärft und die Energieversorgung belasten könnte.

US-amerikanische und israelische Streitkräfte haben laut Adnkronos iranische Energieinfrastruktur angegriffen, darunter das Gasfeld South Pars. Der Preis für Brent-Rohöl stieg daraufhin bis auf 110 US-Dollar je Barrel. Die Angriffe erfolgten im Rahmen der andauernden Operation Epic Fury und richteten sich gegen Anlagen, die für Irans Fähigkeit zum Energieexport von zentraler Bedeutung sind. Die Ölmärkte reagierten deutlich. Nach Angaben von eldiario.es kletterten die Preise im frühen Handel zunächst um 3,83 Prozent auf mehr als 107 US-Dollar je Barrel, bevor Brent weiter anzog. Die Angriffe auf South Pars, das größte Erdgasfeld der Welt, das sich Iran und Katar teilen, trafen die iranische Energieinfrastruktur unmittelbar. Iran drohte nach den Angriffen mit Vergeltung. Das verstärkte die Nervosität an den globalen Rohstoffmärkten weiter.

Trump setzt den Jones Act aus, um den Versorgungsdruck zu mindern Donald Trump, der 47. Präsident der Vereinigten Staaten, setzte laut iefimerida.gr den Jones Act für 60 Tage außer Kraft. Das erklärte Ziel sei die Stabilisierung des Ölmarktes. Die Ausnahmeregelung erlaubt es Schiffen unter ausländischer Flagge, Fracht zwischen US-Häfen zu transportieren. Ein solcher Schritt ist üblicherweise Versorgungskrisen vorbehalten. Die Entscheidung deutet darauf hin, dass die Regierung befürchtet, die heimische Energielogistik könnte unter Druck geraten, wenn sich das globale Ölangebot verknappt. Trumps Schritt erfolgte zu einem Zeitpunkt, als Energieanalysten und Märkte die möglichen längerfristigen Ausfälle der iranischen Produktion nach den Angriffen bewerteten. Das Zeitfenster von 60 Tagen gibt der Regierung Gelegenheit zu prüfen, ob weitere Notmaßnahmen erforderlich sein werden, um einen starken Anstieg der inländischen Kraftstoffpreise zu verhindern.

Das Feld South Pars/North Dome im Persischen Golf ist nach Angaben der Internationalen Energieagentur das größte Erdgasfeld der Welt. Die Eigentumsrechte teilen sich Iran und Katar. Das Feld verfügt schätzungsweise über 1.800 Billionen Kubikfuß Erdgas und ist seit langem ein zentraler Faktor für Irans Einnahmen aus Energieexporten. Die US-israelischen Militäroperationen gegen Iran begannen am 28. Februar 2026 unter der Bezeichnung Operation Epic Fury. Bei den ersten Angriffen wurde Ali Khamenei getötet. Sein Sohn Mojtaba Khamenei wurde am 9. März 2026 zum Obersten Führer Irans ernannt. Die Angriffe auf South Pars markieren eine deutliche Ausweitung der Angriffe auf Irans wirtschaftliche Infrastruktur.

US-Notenbank warnt vor Inflationsrisiken durch den Krieg mit Iran Die US-Federal Reserve hat laut Le Monde ihre Inflationserwartung angehoben und dies mit den ungewissen Auswirkungen des Krieges mit Iran auf die US-Wirtschaft begründet. Die überarbeiteten Projektionen der Zentralbank spiegeln die Sorge wider, dass dauerhaft hohe Ölpreise in einer breiten Palette von Gütern und Dienstleistungen an die Verbraucher weitergegeben werden. Energiekosten sind ein wichtiger Kostenfaktor für Transport, Industrie und Landwirtschaft. Dadurch verstärkt sich der inflationäre Effekt jeder längeren Unterbrechung des Angebots. Die aktualisierte Haltung der Fed erschwert den Weg für mögliche Zinssenkungen, mit denen die Märkte zu Beginn des Jahres noch gerechnet hatten. Die Währungshüter stehen nun vor der Aufgabe, Risiken eines nachlassenden Wachstums gegen neuen Preisdruck abzuwägen, der durch geopolitische Faktoren außerhalb ihres unmittelbaren Einflusses ausgelöst wird.

110 (USD per barrel) — Brent-Preis nach den Angriffen auf South Pars

2026-03-17: 103, 2026-03-18: 107, 2026-03-19: 110

Brasilien senkt Zinsen trotz des Ölpreisschocks nur vorsichtig Die brasilianische Zentralbank, die Banco Central do Brasil, hat laut Reuters einen Lockerungszyklus mit einer vorsichtigen Zinssenkung um 25 Basispunkte begonnen, obwohl der globale Ölpreisschock die Entscheidung zusätzlich erschwerte. Der Schritt wurde als vorsichtig beschrieben und spiegelt den schwierigen Ausgleich zwischen der Stützung einer sich verlangsamenden Binnenwirtschaft und der Begrenzung importierter Inflation durch stark steigende Energiepreise wider. Brasilien steht als bedeutender Ölproduzent und Volkswirtschaft eines Schwellenlandes unter doppeltem Druck: Höhere globale Ölpreise können die Exporterlöse erhöhen, zugleich aber die inländischen Kosten für Kraftstoffe und Transport steigen lassen. Die Senkung um 25 Basispunkte fiel geringer aus, als es einige Marktteilnehmer erwartet hatten. Das unterstreicht die Zurückhaltung der Zentralbank, in einem unsicheren globalen Umfeld stärker zu lockern. Die Entscheidung zeigt, wie die US-israelische Militärkampagne gegen Iran geldpolitische Entscheidungen weit über den Nahen Osten hinaus beeinflusst und sich auf Schwellenländer auswirkt, die empfindlich auf Schwankungen der Rohstoffpreise reagieren.

Wechsel in der Geldpolitik der brasilianischen Zentralbank: Umfang der Zinssenkung (before: Kein Lockerungszyklus, after: Senkung um 25 Basispunkte eingeleitet); Geldpolitische Ausrichtung (before: Beibehaltung der Zinsen wegen Inflationssorgen, after: Vorsichtige Lockerung trotz Ölpreisschock)