Bei einem Angriff an der Ayser-Calik-Sekundarschule in der südtürkischen Stadt Kahramanmaras hat ein 14-jähriger Schüler am Mittwoch, den 15. April 2026, neun Personen getötet. Unter den Opfern befinden sich acht Mitschüler und eine Lehrkraft; weitere 20 Personen wurden verletzt.
Schwerster Amoklauf an einer türkischen Schule
Ein 14-jähriger Schüler tötete neun Menschen und verletzte 20 weitere in Kahramanmaras.
Verbindung zur Incel-Szene
Ermittler fanden Hinweise auf eine Idealisierung des US-Amokläufers Elliot Rodger auf dem Handy des Täters.
Geplante Tat
Ein vier Tage vor der Tat erstelltes Dokument auf dem Computer des Schülers belegt die Planung des Angriffs.
Ein 14-jähriger Schüler hat am Mittwoch, den 15. April 2026, an der Ayser-Calik-Sekundarschule in Kahramanmaras im Süden der Türkei neun Menschen getötet, darunter acht Mitschüler und eine Lehrkraft. Es handelt sich um den folgenreichsten Schulamoklauf in der jüngeren Geschichte des Landes. Der Angreifer, ein Achtklässler, betrat das Gebäude mit fünf Pistolen sowie sieben Magazinen und erreichte zwei Klassenzimmer der fünften Jahrgangsstufe, bevor er während des Vorfalls ums Leben kam. Nach Angaben der türkischen Behörden wurden 20 weitere Personen verletzt. Laut der Zeitung „The Independent“ befinden sich sechs der 13 stationär behandelten Verletzten auf der Intensivstation, drei von ihnen in kritischem Zustand. Die Staatsanwaltschaft von Kahramanmaras bestätigte, dass die Waffen dem Vater des Schützen gehörten, einem ehemaligen Polizeiinspektor, der festgenommen wurde und sich in Untersuchungshaft befindet. Ermittler stießen auf dem WhatsApp-Profil des Jugendlichen auf Bildmaterial mit Bezug zur Incel-Szene. Er hatte dort ein Bild von Elliot Rodger verwendet, dem Täter des Amoklaufs von Isla Vista in Kalifornien im Jahr 2014. Planung des Angriffs bereits vier Tage zuvor dokumentiertDie Staatsanwaltschaft Kahramanmaras gab bekannt, dass auf dem Computer des Angreifers ein Dokument vom 11. April 2026 gefunden wurde, aus dem hervorgeht, dass er „in naher Zukunft“ eine größere Operation plante. Dies deutet auf eine gezielte Vorbereitung hin. Die türkische Polizei erklärte, erste Erkenntnisse lieferten keinen Hinweis auf einen terroristischen Hintergrund; es handele sich um eine Einzeltat. Innenminister Mustafa Ciftci, der das Amt seit Februar 2026 bekleidet, bezeichnete den Vorfall als „Einzelereignis“ und kündigte an, dass die Behörden „notwendige Vorsichtsmaßnahmen“ treffen würden, ohne jedoch Details zu nennen. Digitale Speichermedien des Vaters wurden im Haus der Familie und in seinem Fahrzeug zur Analyse beschlagnahmt. Laut Gouverneur Mukerrem Unluer war bis Donnerstag ungeklärt, ob der Jugendliche Suizid beging oder im Zuge des Polizeieinsatzes starb. Elliot Rodger tötete am 23. Mai 2014 bei einem Amoklauf in Isla Vista nahe Santa Barbara sechs Menschen und verletzte 14 weitere, bevor er sich selbst erschoss. In einem Manifest hatte er seinen Frust über die Ablehnung durch Frauen geäußert. Sein Name wurde seither von mehreren Tätern bei Schulamokläufen weltweit zitiert. Während solche Taten in der Türkei selten sind, warnten Lehrergewerkschaften seit Jahren vor zunehmender Gewalt an Schulen. Erst im vergangenen Monat erstach ein ehemaliger Schüler in einer Istanbuler Berufsschule eine Lehrkraft und verletzte eine weitere Person. Zweiter Vorfall in Siverek mit 16 Verletzten am VortagDer Angriff in Kahramanmaras ereignete sich nur einen Tag nach einem Vorfall im südosttürkischen Distrikt Siverek am Dienstag, den 14. April 2026. Dort hatte ein ehemaliger Schüler an einer Berufsschule das Feuer eröffnet, 16 Menschen verletzt und sich anschließend selbst getötet. Diese Abfolge von Gewalt an Schulen gilt in der Türkei als beispiellos. Laut „The Independent“ gibt es bisher keine Hinweise auf eine direkte Verbindung zwischen den Taten. Die türkische Polizei ging massiv gegen Reaktionen im Internet vor: 83 Personen wurden festgenommen, denen die Verherrlichung von Straftaten und die Störung der öffentlichen Ordnung vorgeworfen wird. Zudem sperrten die Behörden den Zugang zu 940 (Konten) — nach den Schulschüssen blockierten Social-Media-Konten und schlossen 93 Telegram-Gruppen. Präsident Recep Tayyip Erdogan sprach den Hinterbliebenen sein Beileid aus und versicherte, dass der Vorfall in allen Aspekten aufgeklärt werde.„„...eine schnelle Genesung für unsere Kinder, unsere Familien und unsere Lehrer“” — Recep Tayyip Erdogan via The IndependentProteste in Ankara: Lehrer fordern Rücktritt des BildungsministersMehr als 3.500 Lehrkräfte demonstrierten am Donnerstag in Ankara dem Aufruf mehrerer Gewerkschaften folgend. Sie forderten den Rücktritt von Bildungsminister Yusuf Tekin. Laut Berichten trugen Demonstranten Transparente mit Aufschriften wie „Blutflecken auf meinem Berufsstand“. Die Gewerkschaften riefen zudem zu einem zweitägigen landesweiten Streik auf. Kadem Ozbay, Vorsitzender der Gewerkschaft Egitim Is, führte das mangelnde Sicherheitsgefühl an Schulen auf Armut, die hohe Zahl privater Waffen und eine Politik zurück, die den Lehrerberuf abwerte.„„Wenn Eltern ihr Kind zur Schule schicken, vertrauen sie allein der Schule. Aber die Menschen haben in den Schulen keine Sicherheit mehr.“” — Kadem Ozbay via The IndependentEin Gewerkschaftsvertreter beschrieb den Täter vom Mittwoch als „sehr verschlossen und asozial“. Die Verbände fordern nun verstärkt Sicherheitspersonal, Schulpsychologen und medizinisches Personal an Schulen, um gefährdete Schüler frühzeitig zu identifizieren.Gewalt an Schulen in der Türkei, April 2026: — ; — ; —
Mentioned People
- Mustafa Ciftci — Minister Spraw Wewnętrznych Turcji od 11 lutego 2026 roku
- Yusuf Tekin — Minister Edukacji Narodowej Turcji
- Recep Tayyip Erdogan — Prezydent Turcji
- Elliot Rodger — Amerykański masowy morderca, sprawca zabójstw w Isla Vista w 2014 roku
Sources: 62 articles
- La Turquie sous le choc après deux fusillades survenues dans des écoles (RFI)
- 'Endless grief': Turkiye mourns victims of second school shooting in a week (Al Jazeera Online)
- Il prévoyait une attaque encore plus grande": la photo de profil révélatrice du tireur de 14 ans (7sur7)
- Manifestations, arrestations : la Turquie sous le choc après deux fusillades en milieu scolaire (Courrier international)
- Plus de 160 personnes interpellées après les fusillades scolaires en Turquie | RTS (rts.ch)
- Tuerie dans une école en Turquie - Emotion en Turquie aux obsèques des neuf personnes tuées dans une école (La Libre.be)
- Emotion en Turquie aux obsèques des neuf personnes tuées dans une école (Mediapart)
- Turquia prende suspeitos e enfrenta protestos de professores após tiroteios em escolas (RFI)
- Penembakan di Sekolah di Turki, Tewaskan 9 Orang (Deutsche Welle)
- Après la tuerie dans une école en Turquie, 162 personnes interpellées (20minutes)